Veranstaltungen - Archiv 2016

 

  44 Jahre und ein wenig weise – der Buchladen feiert ein wenig Geburtstag – mit einer kleinen Veranstaltung über die Geschichte des linken Buchhandels – und vorher mit einem Gläschen Wein oder Wasser

 

1972 wurde der Buchladen gegründet; er wird dieses Jahr also 44 Jahre alt, ein Alter, in dem man und frau schon einmal zurückschauen können auf das, was in den unruhigen Zeiten seit Anfang der Siebziger passiert ist. Eine Gesamtschau liegt natürlich jenseits (nicht nur) unserer Kapazitäten, ganz davon abgesehen, dass sie, wie sollen wir das ausdrücken, nicht ganz so einfach wäre, aber ein Ausschnitt, einer, der mit dem zu tun hat, was wir tagtäglich tun, könnte spannend sein, dachten wir uns, als wir uns an unseren Geburtstag erinnerten.

 

Gerade in Zeiten wie diesen, in denen allerorten rassistisches, antifeministisches, rechtsextremes und Nazi-Gedankengut eine Renaissance erlebt und sich auf Demos, in Parlamenten, bei Brandstiftungen gegen Flüchtlingsheime und in Schlägereien artikuliert, könnte, sollte und müsste, so dachten wir uns, ein linker Buchladen ein Gegenpol zum Zeitgeist sein (auch und gerade, weil Göttingen, was die AFD und das Auftreten von Nazis angeht, selbst ein wenig außerhalb des Zeitgeistes liegt) – das also, was er eigentlich schon immer war, was jedoch oft unterging, und eben deshalb kam es uns in den Sinn, unseren Geburtstag dieses Jahr nicht sang- und klanglos verstreichen zu lassen.

 

Ein spezielles Buch kam da gerade recht, dessen Cover sogar von einem Bild des alten Roten Buchladens in der Roten Strasse geschmückt wird; es heißt: Von Marx zum Maulwurf – und ist von Uwe Sonnenberg verfasst worden. Es handelt von der Geschichte des linken Buchhandels, des Verbands der linken Buchläden und kleiner linker Verlage in den 70er Jahren in der alten BRD (von seinen Anfängen also) und beschreibt sehr minutiös, was in diesen wilden Zeiten im linken Buchhandel passiert ist, zum Teil aufgrund von Augenzeugen und Flugblättern, und natürlich taucht der Rote Buchladen in dem Buch auf. Damals existierte eine Infrastruktur – ganz ohne Smartphones, Computer, Email und Fax, in der linke Projekte vernetzt waren, die mit dem gedruckten Wort zu tun hatten, eine Infrastruktur, von der heute nur wenig bis gar nichts übrig geblieben ist. Vielleicht regt ein kleiner Wochenendausflug in die Geschichte ja dazu an, sich auf einige Teile des Vergangenen zurückzubesinnen, deren Verlust bis in die Gegenwart schmerzt.

Wir laden also ein zu

 einem kleinen Umtrunk mit Wein und Saft und Häppchen und ein paar Knabbereien – am Samstag, den 8. Oktober, um 15.00 Uhr nach Ladenschluss im Buchladen im Nikolaikirchhof

 und

 anschließend zu einer Lesung mit Uwe Sonnenberg (etwa ab 16.00), der aus seinem Buch: Von Marx zum Maulwurf. Linker Buchhandel in Westdeutschland in den 1970ern Jahren vorlesen und anschließend mit den Anwesenden diskutieren wird.

 

 

 

Mein Albtraum“

 Lesung mit der iranischen Dichterin Farkhonde Taghadossi über

die Zeit ihrer Inhaftierung  im Iran von 1983 - 1990.

Dienstag, 28.06.2016 um 20:00 Uhr,

Roter Buchladen, Nikolaikirchhof 7, Göttingen

Farkhonde Taghadossi war als politische Gefangene im Iran in der Zeit von 1983-1990 in verschiedenen Gefängnissen der Islamischen Republik in Haft. Sie war eine von Tausenden von politischen Gefangenen und Oppositionellen, die unter grausamen Bedingungen jahrelang inhaftiert und brutaler Folter ausgesetzt waren. Die Gefängnisgedichte von Farkhonde Taghadossi spiegeln die Erfahrung von Folter, Misshandlung, Vernichtung der politischen Gegner_innen in iranischen Gefängnissen wider, aber auch den Zusammenhalt der gefangenen Frauen und die liebevolle Unterstützung der im Gefängnis mit ihren Müttern eingesperrten Kinder. Dennoch drücken ihre Gedichte sowohl ungebrochenen Widerstandsgeist als auch Lebensfreude aus. Die Dichterin wird aus ihrem Band „Mein Albtraum“ vorlesen. Die Gedichte über die Zeit im Gefängnis entstanden nach ihrer Flucht nach Deutschland.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Institut für angewandte Kulturforschung e.V. (ifak), Iran Solidaritätsverein e.V. und dem Buchladen Rote Straße.

 

 

 

 VERANSTALTUNGSREIHE DES  ANTI-ATOM-PLENUMS

Lesung/Diskussion: „Kommen sie da runter!“

die Kletteraktivistin Cécile Lecomte erzählt von ihrem aktivistischen  und juristischen Alltag

Referentin: Cécile Lecomte

28. März, Roter Buchladen (Nikolaikirchhof) und 19 Uhr !

„Wie fühlt es sich oben in einer Baumkrone über der Castorstrecke an?            Gibt es ein Gesetz à la „Du sollst dich ausschließlich horizontal bewegen“? Warum interessiert sich der  Verfassungssch(m)utz mehr für's Baumklettern als für mordende  Neonazis?                                                                                                        Wie fühlt sich eine  Überwachung „mit besonderen technischen Mitteln“ an? Und im Gefängnis? Warum sitze ich  wegen fünf Euro oder etwas mehr dort „freiwillig“ ein?                                                                                                                          Wie gehe ich mit dem Tod eines Mitkämpfers um?                                                         Was ist vom Spruch „Im Namen des Volkes“ zu halten?“ (Cécile Lecomte) .

Cécile Lecomte ist eine Umweltaktivistin und wird auch das Eichhörnchen genannt. Die meisten ihrer Aktionen stehen im Kontext der Anti-Atom-Bewegung und finden in Form von Kletteraktionen statt.
Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit zu Austausch und Diskussion.

 

die Kletteraktivistin Cécile Lecomte erzählt von ihrem aktivistischen


Missgunst und Feindseligkeit:

Antiziganismus in der Nachkriegszeit
mit Anja Reuss
Mittwoch, den 1.6.2016, 19.00 Uhr im Buchladen Rote Straße,
Nikolaikirchhof 7
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zur Rolle anti-
romaistischer Ressentiments in Politik und Gesellschaft

Die gesellschaftliche Situation von Roma und Romnja in Deutschland
spitzt sich massiv zu: Mit den jüngsten Asylrechtsverschärfungen 
und der Erklärung einiger Balkanstaaten zu sogenannten „sicheren
Herkunftsländern“, ist vor allem diese Gruppe verstärkt von
gesellschaftlicher Isolation und sozialrechtlichen Repressalien
betroffen, die schlussendlich in Abschiebungen gipfeln.
In der Veranstaltungsreihe Stigmatisierung – Entrechtung – 
Vertreibung – Zur Rolle antiromaistischer Ressentiments in Politik
und Gesellschaft vom 25.5. bis zum 30.7.2016 sollen die
verschiedenen Aspekte dieser fortschreitenden sozialen
Ausgrenzung vor dem Hintergrund der aktuellen Politik in
insgesamt neun Veranstaltungen beleuchtet werden.

Basisdemokratische Linke Göttingen

 

 

 Widerstand und Selbstbehauptung in Göttingen

 von 1933 bis 1945

 der Internationale Sozialistische Kampfbund (ISK)

 ein Vortrag mit Rainer Driever, Göttingen

Der 1925 in Göttingen ins Leben gerufene ISK hatte bis Ende 1931

seine Bundeszentrale in der Stadt. Seine im Vergleich zu anderen

Organisationen wenigen Mitglieder entwickelten einen

überproportionalen Einfluss auf das Göttinger linke politische

Milieu. Als einzige politische Kraft bereitete sich der Kampfbund

früh auf die Illegalität vor. Der Vortrag stellt den Widerstand des

ISK vor und zeichnet seinen Weg im Nationalsozialismus nach.

 

Veranstaltet von der Geschichtswerkstatt Göttingen e.V. in Kooperation mit dem Buchladen Rote Straße im Rahmen der der Veranstaltungsreihe "Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus - 09. November - 30. Januar" des Göttinger Bündnisses.

 Donnerstag, 21. Januar 2016, 19.30 Uhr

Ort: Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7, Göttingen