Veranstaltungen - Archiv 2015

 

 

  Zum Glück gab's Punk!

 Autobiographische Erzählungen

Lesung mit Ute Wieners

(Jahrgang 1962, Ex-Punkerin, Ex-Hausbesetzerin, Erwerbslose und Autorin.
Sie lebt in der einst besetzten Sprengel-Schokoladenfabrik in Hannover.)
Utes Kindheit ist geprägt von Lieblosigkeit, Einsamkeit und Gewalt. Vor dem
Horror der Familiemverhältnisse, dem Mobbing in der Schule und dem Mief
der Provinzmetropole Hannover flieht sie in Traum- und Parallelwelten.
Schließlich will sie sich nicht weiter verkriechen und wird Punk. Es stellt sich
heraus, es ist nicht einfach, sich den gewalttätigen und sexistischen Strukturen
der Gesellschaft zu entziehen, denn auch diejenigen, die sich dagegen stellen,
kennen nichts anderes.
Sie berichtet von der hannoverschen Studentenbewegung, die sie als Kind
erlebte,
von Straßenschlachten mit der Polizei und von den Chaostagen. Mit
leicht
ironischer Distanz erzählt sie von gewalttätigen Skinheads und Normal-
bürgern,
von kurzzeitigen Drogenfluchten, von der Gründung der
Anarchistischen
Pogopartei und zeichnet eine radikal subjektive Geschichte
des Punk.


Mittwoch 21.10.15, 19 Uhr Roter Buchladen//linksunten

(Nikolaikirchhof 7, Göttingen)





Lesung und Diskussion "Mit Baumhäusern gegen
Bagger

Geschichten vom Widerstand im rheinischen
Braunkohlerevier“
Montag, 26. Oktober 2015, 19 Uhr im Roten Buchladen (Nikolaikirchhof 7)

Der Hambacher Forst, Mitteleuropas letzter „Urwald“,wird gerodet
durch Europas größten Klimakiller – RWE. Die Folgen davon sind
verheerend und sind sowohl regional in Form von Naturzerstörung,
Zwangsumsiedlungen und Gesundheitsschäden als auch global durch
Klimawandel und Flucht zu spüren. All das für völlig veraltete Kohle
und einen Konzern, der die Energiewende verschlafen hat.
Um dem ein Ende zu setzen, besetzten vor mehr als drei Jahren
Umweltaktivist*innen den bedrohten Wald. Im Sommer 2015
veröffentlichten die Besetzer*innen das Buch „Mit Baumhäusern
gegen Bagger“ über diesen Widerstand. Eine Mitautor*in und
Waldbesetzer*in liest aus dem Buch und auch für Fragen und
Diskussionen wird es Zeit geben.
Warum ist der Hambacher Forst so besonders?
Wo liegt der Unterschied zwischen legitim und legal?
Wie lassen sich Sabotage und direkte Aktionen moralisch begründen?
Wie fühlt es sich an aus einem Baumhaus geräumt zu werden in dem
man monatelang gelebt hat? Und wie kann man mit Polizeigewalt
umgehen?
Veranstalter: JANUN Göttingen e.V. 
Geiststraße 2 

 

 

Die Grenzen der Menschlichkeit

Blackbox Abschiebung - Zur Politik der Abschiebungen

und ihrer Überwindung

Lesung und Diskussion mit Miltiadis Oulios

Tausende Menschen ertrinken mittlerweile auf der Flucht im Mittelmeer. Ein Ergebnis der Politik, die sie vor der Einreise in die EU abhalten will. Diesen Toten stehen sehr viel mehr Illegalisierte gegenüber, die eben dies schaffen – trotz allem in Europa anzukommen. Abschiebung und Abschreckung können die Bewegung von Menschen nicht verhindern.

Dennoch wird an Abschiebungen festgehalten. In Deutschland sorgt die Zunahme der Flüchtlinge aus Kriegsgebieten ebenso wie sogenannter „Armutszuwanderer“ aus Südosteuropa für Debatten und Abwehrreaktionen. Die Behörden der "Integrationsrepublik" Deutschland schieben heutzutage Menschen in 130 Länder der Erde ab. Nach Afghanistan ebenso wie in den Kosovo. Und die Bundesregierung plant mit einem neuen Gesetz mehr Menschen abzuschieben und in Abschiebegefängnissen einzusperren.

Eine absurd anmutende Situation. Denn wir leben heute in einer Welt der erwünschten Mobilität: indische Informatiker programmieren im Silicon Valley, Frauen aus Osteuropa arbeiten hierzulande im Pflegesektor, Studenten verbringen Auslandssemester in aller Welt. Gleichzeitig droht Menschen, die in den reichen Staaten des Westens ihr Glück oder Schutz suchen, permanent die Abschiebung.

Miltiadis Oulios entwickelt in seinem im Suhrkamp Verlag erschienenen Buch "Blackbox Abschiebung" eine Theorie der Abschiebung. Er porträtiert Menschen, die abgeschoben wurden, er analysiert die Grenzen des Menschenrechtsbegriffs bei der Bekämpfung von Abschiebungen und stellt die Realisierbarkeit der Utopie eines Endes der Abschiebung zur kritischen Diskussion.

Miltiadis Oulios ist freier Journalist und Autor und lebt in Düsseldorf.

Donnerstag, den 21.05.2015 um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Straße,

Nikolaikirchhof 7

Veranstaltet von: AK Asyl, EPIZ Göttingen, Fachschaftsrat der Philosophischen Fakultät, Basisdemokratische Linke, Kampagne ‚Abschiebungen-stoppen’, Buchladen Rote Straße

 

 

"Mali oder das Ringen um Würde"

Autorenlesung und Diskussion mit Charlotte

Wiedemann –

Veranstaltungsreihe "Brücken in die Zukunft"

Mali gehörte einst zu den Zentren islamischer Wissenschaft und Kultur. Heute leidet das Land an Armut und Abhängigkeit, in jüngster Zeit wurde es durch Rebellion und Krieg geschwächt. Dennoch passt Mali nicht in das Klischee vom scheiternden Afrika. Eine Gesellschaft, die ihre Werte von Solidarität und Toleranz in den Wirren der Globalisierung zu verteidigen sucht.

Wann? 05.03.2015, 19 Uhr
Wo? Roter Buchladen, Nikolaikirchhof 7, 37073 Göttingen

Kontakt: Institut für angewandte Kulturforschung e.V., Am Leinekanal 4,
37073 Göttingen; Tel. 0551-487141; www.ifak-goettingen.de

Materialien und Informationen zu den Themen: www.archiv3.org

Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation des Instituts für angewandte Kulturforschung e.V., des Promotorenprogramms, des AK Asyl, des Lumières und des Roten Buchladens. Sie wird von der Bingo Umweltstiftung gefördert.