Veranstaltungen - Archiv 2013

 

 

Lesung mit Martin Sudermann
im Buchladen Rote Strasse, Nikolaikirchhof 7

am 6.12.2013 um 20.00 Uhr
 
XXX
Ein Atomkraft-Krimi
 
Oktober 2010. Zwei Tage nach einem von heftigen Auseinandersetzungen
begleiteten Atommüll-Transport wird die Leiche eines Demonstranten im
Wendland entdeckt. Holger Becker, 54 Jahre alt, soll in einem Bach
ertrunken sein. Seine Freunde glauben keine Sekunde an diese Geschichte.
Auch der Journalist Thomas Krüdewagen nicht. Nach der Beerdigung seines
alten Genossen und Freundes beschließt er, dem Rätsel auf den Grund zu
gehen. Thomas Recherchen erweisen, dass Holger all die Jahre politisch
aktiv war und sich mächtige Feinde gemacht hat: BKA, Staatsschutz und
nicht zuletzt den Energiekonzern WEAG, der an der Schwarzmeerküste in
der Türkei im Auftrag der türkischen Regierung ein Atomkraftwerk plant.
Aber die bringen doch niemanden um. Das sind doch irre
Verschwörungstheorien.

Der Journalist Martin Sudermann lebt und arbeitet in Köln. Dass er das Wendland und das Anti-AKW-Milieu nicht nur aus beruflichen Gründen sehr genau kennt, beweist er mit seinem zweiten Fall für den unerbittlichen Rechercheur Thomas Krüdewagen, der in „Mordsgeschäfte“ 2012 sein viel beachtetes Krimidebut feierte.

 

 Hans-Christian Dany

MORGEN WERDE ICH IDIOT

Kybernetik und Kontrollgesellschaft

Lesung und Diskussion

Lesung und Diskussion

Donnerstag, 28.November 2013, 20 Uhr Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7, Göttingen

Hans-Christian Danys Essay zeichnet die Geschichte der Kybernetik seit den vierziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts nach und zeigt, wie Elemente und Begriffe dieser Wissenschaft in anderen Bereichen der Gesellschaft Einzug gehalten haben, die Gesellschaft in ihrer jetzigen Form bestimmen und aufrechterhalten.

Die Wissenschaft der Kybernetik untersucht biologische, maschinelle und gesellschaftliche Systeme. Sie erforscht deren Prinzipien wie Selbsterhaltung, Selbstregulation und Rückkoppelung. Bestimmend war und ist die Frage der Erhaltung des Systemgleichgewichts.

Dany stellt die These auf, dass die Kontroll- und Machtstrukturen der heutigen Gesellschaft auf dem kybernetischen Modell sich selbst erhaltender Systeme basieren. Ob in der Arbeitswelt, in der Politik, im Alltag oder in sozialen Netzwerken: Jeder/r beobachtet sich selbst und wird von anderen beobachtet. Ein Prozess ständiger Selbstoptimierung ist in Gang gesetzt worden und wird gesellschaftlich akzeptiert. Dies bezeichnet Dany als kybernetisch-kapitalistische Regulationsmaschine. Protest und Widerstand werden als Störung im kapitalistischen System registriert und können  meist integriert werden.

Dany fragt nach Formen des Protests, die nicht integrierbar sind. Idiot sein, im alten Sinn des Wortes: Privatmensch, keine prozessierbare Kommunikation betreiben, sich ausschließen und der Kontrollmaschine entziehen, sieht er als eine Möglichkeit an.

Für die Praxis autonomer und basisdemokratischer Politik gilt es zu überlegen und zu diskutieren, welche Formen des Protestes entwickelt werden können, die sich im ‚Außerhalb’ bewegen, eine Erfassbarkeit und Integration unmöglich machen.

Hans-Christian Dany, geboren 1966 in Hamburg. Künstler, Autor, lebt in Hamburg. Zuletzt erschien von Dany bei Edition Nautilus Speed. Eine Gesellschaft auf Droge (2008, NA 2012).

Verlag Edition Nautilus, Flugschrift, Originalveröffentlichung, Broschur, 128 Seiten

Donnerstag, 28.November 2013, 20 Uhr Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7, Göttingen

veranstaltet von Theaterkeller e.V. & Buchladen Rote Straße

Hans-Christian Dany 

 

 

 

"Syrien zwischen Aufstand und Bürgerkrieg "

Do., 14.11.’13 | 19:30 h | Buchladen „Rote Straße“, Nikolaikirchhof 7

Vor über 2 Jahren begann der Aufstand gegen die Diktatur Bashar Al-Assads in Syrien. Massenhaft gingen Menschen gegen politische Repression und die wirt-schaftliche Situation in fast allen Landesteilen auf die Strasse. Im Norden vertrieben kurdische Kräfte regimetreue Polizei- und Militäreinheiten und bauten Selbstver-waltungsstrukturen auf.
Von Anfang an ging das Assad-Regime mit tödlicher Gewalt gegen Demonstrationen und Versammlungen vor. Die Regio-nalmächte Katar, Saudi-Arabien und Türkei nutzten die Situation, um ihre Machtstellung auszubau-en, bewaffneten den Aufstand, suchten sich genehme Oppositi-onsgruppen wie die Muslimbrü-der und schleusten Djihadisten ins Land. Gemeinsam mit der Propaganda der Assad-Regierung trugen sie zu konfessionellen und ethnischen Spannungen bei und eskalierten den Aufstand zum Bürgerkrieg. Ein Bürgerkrieg, der schon lange internationalisiert ist und inzwischen mit der Hisbollah auch in den Libanon und den Iran reicht; in dem es bis heute Hunderttausende von Toten und Millionen von Flüchtlingen gegeben hat. Lokale Komitees werden im Bürgerkrieg aufgerieben.
Nach dem Einsatz von Giftgas mit über eintausend Toten steht nun, nach einer noch nicht abgeschlossenen, kurzen Phase der militärischen Intervention , nur noch die Debatte um die Zerstörung der Giftgasbestände im Zentrum der medialen Aufmerk-samkeit und das bange Warten auf Genf II, die große Syrienkonferenz.
Die Hintergründe der Kämpfe und des Aufstands, die verweigerte Soli-darität mit diesem und die Genese des eskalierenden Bürgerkriegs und letztlich die geostrategische und mediale Begleitung des aktuellen Völkermords wird der Referent Mar-tin Glasenapp erläutern.
Der Referent Martin Glasenapp ist stellvertretender Leiter der Öffent-lichkeitsarbeit von medico internatio-nal und begleitete für die Nichtregie-rungsorganisation die Initiative „a-dopt a revolution“, die bis heute den zivilen Widerstand gegen Assad un-terstützt.
Veranstalter_innen: AK Asyl Göttingen, EPIZ (Entwicklungspolitisches Informationszentrum), Buchla-den „Rote Straße“, antirassistische aktionsplenum (arap), AK Internationalismus

 

 

 

 

‚Theaterkeller’ und ‚Buchladen Rote Straße’ präsentieren:

Vins Gallico

liest aus seinem Ndrangeta-Krimi ‚Respekt’

gallico

Der Autor stellt sein Buch „Respekt“, in Italien als bester Erstlingskrimi ausgezeichnet, erstmals auf einer Lesereise in Deutschland vor.
Eine heiße Augustnacht. Zwei Männer bewegen sich schemenhaft in der Dunkelheit der Hügel des Aspromonte. Im Kofferraum ihres Croma knurrt ein Hund und versucht zu entkommen. Sie packen ihn und binden ihm in Benzin getauchte Stofffetzen an den Schwanz. Der Auftrag von Don Rocco, dem abgetauchten Mafiaboss, war klar: »Gebt dem Hund Feuer und jagt ihn in den Wald oberhalb von Agatea, in ein paar Minuten wird dort alles in Flammen stehen!«
Aber die beiden Brandstifter sind nicht die Einzigen, die sich in der Finsternis des Aspromonte verstecken – irgendetwas läuft dramatisch schief bei ihrem Plan, der doch so einfach schien. So werden ein paar Tage später, als die Ordnungshüter den Brandschaden begutachten, die verkohlten Leichen von zwei Unbekannten entdeckt.
Als Tina Romeo, eigentlich Sportjournalistin des Provinzblatts, mit der Berichterstattung beauftragt wird und vor Ort erscheint, ist sie überzeugt, dass es sich um einen tragischen Unfall handelt. Sie ahnt nicht, dass sie kurz darauf selbst ins Zentrum einer Fehde zwischen alten Rivalen geraten wird, einer Intrige um Macht und Geld, die ihr Leben – und nicht nur ihres – völlig aus den Fugen bringen wird.
Tina Romeo erkennt, dass sie es mit der ’Ndrangheta zu tun hat, der mächstigsten Mafia-Organisation Europas. Sie recherchiert, schreibt und kämpft, macht die Angelegenheit immer mehr zu ihrer eigenen, aber sie weiß nicht, dass sie benutzt wird.
Widerstandsleistung gegen die Verhältnisse
»Respekt« ist ein Erstlingsroman, eine Art Widerstandsleistung gegen die Verhältnisse. Respekt gebührt auch dem Verlag, der Assoziation A, die sich an dieses starke Buch gewagt hat, es ist mit Herzblut geschrieben und in ihm pulsiert die Liebe zum Genre. Respetto.
Alf Mayer : “Kalabrien und die Ndrangheta” aus CULTurMAG
Vom Popkorn bis zum Respekt
Vins Gallico wurde 1976 in Melito di Porto Salvo in der Provinz Reggio Calabria geboren. Er arbeitete u.a. als Popkornverkäufer, Barmann und Uni-Dozent und verbrachte sieben Jahre in Deutschland (davon auch einige in Göttingen). Heute lebt er als Buchhändler, Lektor und Autor in Rom. In Italien hat er sich bereits einen Namen mit Kurzgeschichten gemacht, für die er mehrere Preise erhielt. »feuerfangen« ist sein erster Roman. Vins Gallico wurde 2010 mit dem Premio Belgioioso Giallo für den besten italienischen Krimi-Erstling ausgezeichnet. 2011 wurde er für den Premio Letterario Edoardo Kihlgren nominiert, mit dem das beste italienischsprachige Erstlingswerk ausgezeichnet wird – und kam unter die drei Finalisten.

Montag, den 16. September 2013. Beginn 20:00 Uhr, Einlass ab 19:30 Uhr

Thaeterkeller, Geismarlandstr. 19, Göttingen

Veranstaltet von Theaterkeller und Buchladen Rote Straße

 

 

 

Leben als Politik

 

-Wie ganz normale Leute den Nahen Osten verändern-

 

Buchvorstellung mit Asef Bayat

 

Asef Bayat bietet uns in seinem Buch „Leben als Politik“ einen neuen Weg zum Verständnis der Menschen und Kämpfe in den Gesellschaften des Nahen Ostens an. Er zeigt uns, dass nicht nur unsere Vorstellungen von gesellschaftlicher Veränderung eurozentriert sind, sondern auch, dass das theoretische Instrumentarium, mit dem wir Gesellschaften betrachten, nicht in der Lage ist, die sozialen Konflikte in den Gesellschaften des Nahen Ostens wahrzunehmen.

 Die Bewegungen im Nahen Osten werden getragen von ganz normalen Menschen (ordinary people). Ausgehend von ihren Primärbeziehungen (vor allem Verwandtschaft) organisieren diese ihren Alltag und versuchen ihr Leben zu verbessern. Diese Bewegungen sind nicht formell organisiert und bilden auch keine festen politischen Strukturen und Autoritäten heraus. Sie versuchen auch nicht, durch an den Staat gestellte Forderungen ihre Situation zu verändern.

 Es sind statt dessen Prozesse, deren AkteurInnen ganz normale Menschen sind, in ihrem Bemühen um eine unmittelbare Verbesserung ihres alltäglichen Lebens. Und sie machen dies gemeinsam mit jenen, mit denen sie ihren Lebensalltag bewältigen müssen, vor allem mit ihrer (erweiterten) Familie.

 Dabei erobern sie immer größere Bereiche des öffentlichen Raums. Wenn sie Erfolg damit haben, finden sie NachahmerInnen. Wenn nicht, weichen sie zurück. Ausgehend von praktischen Alltagsnöten und -wünschen massifiziert sich ein Verhalten, ohne das es einer formellen Organisierung bedarf. Bayat bezeichnet diese 'kollektiven Aktionen nicht-kollektiver AkteurInnen', die sich durch ihr stilles Vordringen in die öffentliche Sphäre konstituieren, als 'soziale nicht-Bewegungen'.

 Asef Bayat liefert uns mit seinem Buch einen neuen Zugang zu den Menschen und gesellschaftlichen Prozessen im Nahen Osten. Und obwohl sein Buch vor den aktuellen Kämpfen in der Region seit 2011 ('Arabischer Frühling') entstand, gibt er uns ein neues Verständnis für deren Hintergründe.

 

Asef Bayat möchte uns sein Buch vorstellen und mit uns darüber diskutieren:

 

Mittwoch, den 29. Mai 2013, 20 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7, Göttingen

VeranstalterInnen: Institut für angewandte Kulturforschung, Ak Internationalismus, aut, FSR Philosophische Fakultät

 

 

 

Hunderte solcher Helden«:

 

Der Aufstand jüdischer Gefangener im

 

NS-Vernichtungslager Sobibór

 

Der ver.di Ortsverein und die VVN-BdA laden gemeinsam mit dem Roten Buchladen ein zur    Lesung  mit der Autorin Franziska Bruder, Historikerin aus Berlin,

 

am 22. Mai 2013, 19:00h

 

im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7, 37073 Göttingen

 

In Sobibór wurden etwa 170.000 Menschen ermordet, in ihrer überwältigenden Mehrheit europäische Juden, vor allem aus Polen, Holland, Belarus, Russland, der Ukraine und der Slowakei. Sobibór war ein reines Vernichtungslager, die Juden wurden nach der Ankunft direkt in die Gaskammer geführt. Lediglich 550-600 Juden wurden für Arbeiten im Lager und rund um den Vernichtungsvorgang selektiert.
Der Aufstand der Juden in Sobibór ist eines der eindringlichsten Beispiele gegen die These, Juden hätten sich wie Lämmer zur Schlachtbank führen lassen. Im ersten Teil des Buches geht Franziska Bruder den Fragen nach, wer die Akteure des Aufstands waren: Woher kamen sie? Verfügten sie über politische, organisatorische oder konspirative Erfahrungen? Welche Voraussetzungen mussten erfüllt sein, um die Zeit nach dem Aufstand bis zur Befreiung überleben zu können?

 Es folgt in einem zweiten Teil die Dokumentation vier beispielhafter Überlebendenberichte, darunter der des militärischen Anführers des Aufstands, Aleksandr Petscherskij.

 

 

Die Häuser den Leuten, die darin Wohnen

Zur Geschichte und Gegenwart von
Häuserkämpfen

Autorenlesung mit Wolf Wetzel aus

“Häuserkampf I - ‘Wir wollen alles’ der Beginn einer Bewegung”
2012, Laika-Verlag

Mo. 15.04.2013 | 19:00 Uhr | Buchladen Rote Straße

 | Nikolaikirchhof 7 | 37073 Göttingen

 Buch “Häuserkampf I”, ISBN: 978-3-942281-05-8, 296 Seiten, Laika Verlag

Wohnungsnot, steigende Mieten, Verdrängung von Menschen mit weniger Geld in
die Randbereiche der Städte... was genau wie die aktuelle Lage klingt hat in der
BRD lange Tradition: Wohnen wird zum Wertfaktor. In den 1960ern, 70ern, 80ern
formierte sich in vielen Städten Widerstand und die Menschen nahmen sich den
Lebensraum den sie brauchten, sodass in Berlin zwischenzeitlich über 160 Häuser
besetzt waren. Initiativen aus Studierenden und Bürger_innen wehrten sich gegen
Investor_innenpläne im Frankfurter Westend und besetzten Häuser oder dergleichen
mehr.

Über die Erfahrungen emanzipatorischer Bewegungen zum Thema Wohnraum berichtet
das Buch von dem Autor_innen-Team um Wolf Wetzel, dass im Laika Verlag
erschienen ist. Auch in Göttingen wird sozialer Wohnungsbau wenig gefördert und
Studierendenwohnheime sind mal mehr, mal weniger offen von Schließung bedroht.
Außerdem konkurrieren die Studierenden mit Wenigverdiener_innen um bezahlbaren
Wohnraum, stellt sich die Frage: Welchen Anteil haben wir als Studierende an
der Wohnungsnot? Welchen Anteil haben die Stadtherren daran und was lässt sich
aus den vergangenen Kämpfen um bezahlbaren und selbstbestimmten Wohnraum
lernen?

Die Antwort auf die Frage "Wem gehört die Stadt" sollten wir weder Investoren noch
städtischen Planer_innen überlassen. Mit der autonomen Begehung der Geiststraße
10 und der darauf folgenden spontanen Besetzung und Räumung wurde Anfang
dieses Jahres klar, dass in Göttingen diese Frage unter den Nägeln brennt – zumal
es genug Wohnraum gibt, der leer steht, und trotzdem Menschen nach Wohnraum
suchen, der noch bezahlbar ist.

Wolf Wetzel hat jahrelang als Aktivist und Autor zur Thematik Häuserkämpfe,
Stadtpolitik und Stadtteilinitiativen gearbeitet, er schreibt mit an der Buchreihe zu
Häuserkämpfen in der Bibliothek des Widerstandes die im Laika Verlag erscheint. Die
Wohnrauminitiative Göttingen wird einen kleinen Überblick über die aktuelle Lage
der bedrohten Wohnheime in Göttingen geben. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit
zur Diskussion mit dem Autor und der Wohnrauminitiative.

Die Veranstaltung ist kostenlos, um eine Spende wird gebeten.

Veranstaltet von:

Wohnraumintiative Göttingen Buchladen Rote Straße

www.facebook.com/wohnrauminitiative | www.roter-buchladen.de

Gefördert durch: Basisgruppe Medizin | www.bgmed.org

 Laika Verlag | www.laika-verlag.de