Veranstaltungen - Archiv 2006

Wettlauf gegen den Tod. Mumia Abu-Jamal - Ein schwarzer Revolutionär im weißen Amerika

Buchvorstellung und Infoveranstaltung mit dem Autor Michael Schiffmann

Dienstag, den 14. November 2006 um 20.00 Uhr im Theaterkeller, Geismar Landstr. 19

Der afroamerikanische Journalist Mumia Abu-Jamal ist nach eigenen Worten seit einem Vierteljahrhundert gezwungenermaßen Bewohner des "am raschesten wachsenden öffentlichen Wohnbauprojekts in den Vereinigten Staaten" - er ist Häftling in einem der zahlreichen US-amerikanischen Hochsicherheitsgefängnisse in Pennsylvania. Abu-Jamal wurde am 9. Dezember 1981 verhaftet, des Mordes an einem Polizisten angeklagt, im Juli 1982 für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Seit Anfang der 1990er Jahre haben seine Bemühungen um eine Wiederaufnahme des Verfahrens großes Echo gefunden und ihn zum wahrscheinlich bekanntesten Todeshäftling der Welt gemacht. Das jetzt von Michael Schiffmann vorgelegte Buch ‚Wettlauf gegen den Tod‘ liefert nicht nur eine gründliche Untersuchung des Kriminalfalles, sondern beschäftigt sich darüber hinaus mit den Hintergründen, die bei der Verurteilung Abu-Jamals trotz brüchigen Beweismaterials und schreiender Widersprüche in der Anklage eine entscheidende Rolle spielten: dem anhaltenden Rassismus der US-Gesellschaft, dem schwarzen Befreiungskampf, an dem Abu-Jamal sich als Black Panther-Führer beteiligte, dem Verfall und der auch physisch sichtbaren Klassenspaltung in der amerikanischen Großstadt, den periodischen Hexenjagden der politischen Polizei gegen Andersdenkende und schließlich dem immer mehr aus den Fugen geratenden System der Strafjustiz. Abu-Jamal wird so zu einem Musterbeispiel für alles, was erschreckend und fragwürdig an der US-amerikanischen Strafjustiz und im besonderen an der Todesstrafe ist.

Noam Chomski sagte nach der Lektüre: "Michael Schiffmanns sorgfältige und gewissenhafte Untersuchung der Ereignisse und des vorliegenden Beweismaterials fördert viel Neues oder bisher Verschüttetes an den Tag und hebt unser Verständnis dieses schmerzlichen und entscheidend wichtigen Falles auf ein neues Niveau. Seine umfassenden Forschungen und seine scharfsinnige Einschätzung der Hintergründe und Konsequenzen sollten zum Anlass für weiteres Engagement im Fall Abu-Jamals selbst sowie in dem vielfältigen Kreis von Problemen dienen, deren Teil er ist."

Michael Schiffmann ist Universitätsdozent am Anglistischen Seminar der Universität Heidelberg, er hat Bücher von Edward Said, Noam Chomsky, Mahmoud Darwish, Homi K. Bhabha und Angela Davis ins Deutsche übersetzt.

Michael Schiffmann: "Wettlauf gegen den Tod. Mumia Abu-Jamal - Ein schwarzer Revolutionär im weißen Amerika" Promedia, 320 Seiten, 21,90 €

VeranstalterInnen: Buchladen Rote Straße, Infoladen im JuZI und Theaterkeller

 

Gestürmte Festung Europa

Veranstaltung und Lesung mit Corinna Milborn

Dienstag, den 24. Oktober 2006 um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

"Europa ist dabei, eine Festung gegen Einwanderung zu bauen: an den Außengrenzen mit Mauern und Stacheldraht, im Inneren durch unsichtbare Barrieren, die in gefährlicher Weise die Spaltung der Gesellschaft vorantreiben. Corinna Milborn berichtet von den Brennpunkten dieser Entwicklung: aus geheimen Flüchtlingslagern in Marokko und den Slums der "Illegalen" in Spanien, aus den Ghettos von Paris und den islamischen Vierteln Londons, aus den Grossstädten Deutschlands und Österreichs."

Der Klappentext des Buches gibt die Spannbreite der Reportagen Milborns wieder. Sie beruhen auf Interviews und Erkundungen der Autorin mit Flüchtlingen, europäischen Jugendlichen mit Migrationshintergrund, Schleppern und Grenzern. Milborns Zusammenstellung ist in dieser Form einzigartig und aktuell. Sie bietet eine Grundlage zur Einschätzung und Diskussion der aktuellen europäischen Migrationspolitik.

Illustriert wird der Vortrag durch Bilder des Fotografen Rainer Riedler. Infos zum Buch zur Veranstaltung: www.festungeuropa.net. Selbstverständlich kann es auch im Buchladen erworben werden.

VeranstalterInnen: Buchladen Rote Straße, Antirassismusplenum und Arbeitskreis Asyl

 

Autonomie oder Barbarei

von Cornelius Castoriadis, (Ausgewählte Schriften, Bd. 1., Hg. M. Halfbrodt und H. Wolf, mit einem Vorwort v. H. Wolf, Verlag Edition AV)

Buchvorstellung mit einem der Herausgeber: Harald Wolf

Freitag, den 6. September 2006 um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Cornelius Castoriadis (1922-1997) ist einer der wichtigsten und originellsten Theoretiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Octavio Paz rühmte ihn als Denker, „dem wir alle unschätzbare Aufklärung in Sachen Philosophie und Politik verdanken“, Edgar Morin nannte ihn einen „Titanen des Geistes“, Axel Honneth einen „der letzten großen Repräsentanten und Erneuerer der Tradition der europäischen Linken&ldquo. Doch nach wie vor besteht zwischen der Bedeutung und Aktualität seines Denkens und seiner Rezeption – zumal hierzulande – eine tiefe Kluft. Die auf mehrere Bände angelegte Edition seiner ‚Ausgewählten Schriften‘ versucht hier Abhilfe zu schaffen. Der Mitherausgeber Harald Wolf gibt bei dieser Veranstaltung einen Überblick über das Werk von Castoriadis und stellt das Themenspektrum des ersten Bandes des Schriftenprojektes vor. Der Band enthält die Texte "Der Anstieg der Bedeutungslosigkeit", "Demokratie als Verfahren und Demokratie als System", "Welche Demokratie?", "Wesen und Wert der Gleichheit", "Macht, Politik, Autonomie", "Die Bewegungen der sechziger Jahre", "Die Idee der Revolution".

VeranstalterInnen: Buchladen Rote Straße, Verein für das Studium und die Förderung der Autonomie (weitere Informationen finden sich auch unter www.autonomieentwurf.de)

 

b trifft das Tor:

Die literarische Viererkette

Ein Abend mit Fußball, Belletristik, Bier und Bratwurst

Freitag, den 7. Juli 2006 um 19.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Ja, klar: "Fever Pitch" von Nick Hornby. Wem fällt das nicht ein, wenn es um Fußballromane geht? Aber kann das alles sein? Natürlich nicht. Die literarische Viererkette der Initiative für engagierte Literatur klärt auf. Präsentiert belletristische Auseinandersetzungen mit dem runden Leder. Diskutiert, was gelesen sein will und was nicht. Liest vor, amüsiert sich und streitet. Dazu gibt's Bratwurst und Bier und die schönsten Sätze aus Sportler- und Sportreportermund. Denn wie hat schon der große Fußballphilosoph Toni Polster gesagt: "Es gibt Leute, die denken so, und es gibt Leute, die denken so. Das ist immer so, wenn viele Leute zusammenkommen."

Eine Veranstaltung der Initiative für engagierte Literatur b trifft
Eintritt 5 Euro / ermäßigt 3 Euro
Kartenvorverkauf: Roter Buchladen, Nikolaikirchhof 7, Göttingen

 

b trifft das Tor:

"Mein Hobby: Tore schießen"

Die Fußball-WM 1954 im Spiegel autobiographischer Texte - von und mit Mark Czichy

Mittwoch, den 7. Juni 2006 um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Mark Czichy nähert sich der Legendenbildung um den WM-Sieg aus einer anderen Perspektive. Im Mittelpunkt seines Vortrags stehen die Autobiographien der beteiligten Akteure. Wie wirken diese an der nationalen Legendenbildung mit bzw.entziehen sich ihr? Wie wird die eigene Vergangenheit in der Zeit des NS gemeinsam beschwiegen bzw. umgedeutet? Die Autobiographien vermitteln gleichzeitig ein lebendig Bild des damaligen bundesdeutschen Alltags.

Kontrastiert werden diese Texe mit Mitschnitten aus der Rundfunkreportage des Endspiels von 1954 und weiteren autobiographischen Texten von Fußballern aus den 60ern bis 80er Jahren, an denen sich jeweils aktuelle gesellschaftspolitische Prozesse und Themen sowie der Wandel des Profifußballs verfolgen lässt.

Eine Veranstaltung der Initiative für engagierte Literatur b trifft
Eintritt 7 Euro / ermäßigt 5 Euro
Kartenvorverkauf: Roter Buchladen, Nikolaikirchof 7

 

It's time to organize?!

Gewerkschaftliche Neuausrichtung und die politische Linke

Diskussionsveranstaltung mit Florian Wilde, ver.di-Organizer, Hamburg
Anschließend Film: Bread & Roses, über Organizing in den USA

Mittwoch, den 31. Mai 2006 um 19.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Seit Jahren verlieren Gewerkschaften an Mitgliedern und Einfluss. Für linke AktivistInnen scheine sie zudem jegliche Anziehungskraft verloren zu haben. Die potentiell wichtigste Gegenmacht zur neoliberalen Politik wird so immer mehr geschwächt. Eine Trendwende könnte in diesem Kontext ein in den USA entwickeltes Konzept ermöglichen: Das "Organizing".

Organizing beschreibt den Versuch, durch gezielte Kampagnen Gewerkschaften gerade in den Bereichen wieder aufzubauen, in denen sie kaum noch präsent sind.

Gerade in ausgesourcten, prekären Beschäftigungsverhältnissen wie z.B. bei Reinigungspersonal, bei denen sich die Gewerkschaften hierzulande besonders schwer tun, verzeichen einige US-Gewerkschaften dank des Organizing-Ansatzes beachtliche Mitgliederzuwächse und politische Erfolge.

VeranstalterInnen: Göttinger Betriebsexpress, ver.di Jugend Nds.-HB, Buchladen Rote Straße

 

Die Linke muss mehr als Sand im Getriebe werden ...
Hartz IV - Sozialer Angriff und Widerstand

Am 01.01.2005 ist trotz lautstarker Proteste Hartz IV in Kraft getreten. Es scheint sinnvoll, soweit möglich, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Wir wollen das punktuell unter zwei konkreten Blickwinkeln versuchen, die über die direkte Konfrontation im Alltag hinausgehen. Es ist davon auszugehen, dass die Agenda 2010 soziale, politische und ökonomische Lebensbedingungen sehr vieler Menschen verändert hat und dies weiter tun wird. Angeregt von den AutorInnen des Schwarzbuches Hartz IV (Hg.: Agenturschluss, Verlag Assoziation A) haben wir Anne Bernheim und Detlef Hartmann eingeladen, um mit ihnen die neuen Formen der Umstrukturierung (am Beispiel ‚der Ein-Euro-Jobs‘ einschließlich der Auswirkungen auf die Gesamtgesellschaft) sowie die Perspektiven des Widerstandes gegen diese neuen Formen der Verwertung zu diskutieren. Wir laden herzlich ein:

Wir werden hier kontrolliert arbeitslos gehalten ...
Ein-Euro-Jobs als Mittel zur Disziplinierung der gesamten Gesellschaft

Diskussionsveranstaltung mit Anne Bernheim

Mittwoch, den 26. April 2006 um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Obwohl Ein-Euro-Jobs auch heute bis weit über linke Kreise hinaus umstritten sind, haben sie sich zum Shooting-Star der Hartz-Reformen entwickelt: 270.000 Betroffene waren allein im ersten Halbjahr 2005 gezwungen, in solch einer Maßnahme zu arbeiten, die die Bezeichnung Job kaum verdient. Hier wird die Verknüpfung fremdbestimmten Arbeitens mit der Auszahlung von Lohn aufgehoben. Arbeit findet in dieser Form aber nicht nur ohne Entlohnung, sondern auch ohne jegliche soziale Absicherung, geschweige denn Unfallschutz, statt.

Dennoch fassen Analysen, die hier einzig den Trend zur verstärkten Gängelung von Erwerbslosen sehen wollen, nicht den gesamten Zusammenhang. Neben aller Disziplinierung zielt das Ein-Euro-Job-Programm auf den Umbau zum Workfare-Staat mit tiefgreifenden Konsequenzen für alle Arbeitsverhältnisse. Niedriglohnsektor und Prekarität gewinnen an Bedeutung, Reproduktionsarbeit wird neu bewertet und mit der Strategie der "Responsabilisierung" verabschiedet sich die sogenannte "bürgerliche Zivilgesellschaft" vom alten Mindestmaß an kollektiver Sozialstaatssolidarität und produziert neue Spaltungen oder den Ausschluss aus der Gesellschaft.

Abrichtung und Revolte

Diskussionsveranstaltung mit Detlef Hartmann

Mittwoch, den 24. Mai 2006 um 20.00 Uhr im Theaterkeller, Geismar Landstr. 19

Die aktuelle, gewaltsame Umstrukturierung des Kapitalismus zerschlägt bestehende Arbeitsabläufe, soziale Sicherungssysteme und politische Vermittlungsinstanzen. Die neue Qualität besteht aus einer Erweiterung des Zugriffs auf den Menschen: Wissen und Affektivität werden für den Produktionsprozess umfassend verwertbar gemacht (also der gesamte Mensch mit allen seinen Fähigkeiten, nicht nur mit seiner Arbeitskraft). Der rebellische Eigensinn soll in eine Verpflichtung zur selbstinitiierten Unterordnung umgeformt werden. Zugleich stellt dieser Anspruch auf bisher umfassendste Verwertung des Menschen die Existenzberechtigung der Einzelnen bei mangelnder Bereitschaft zur Unterwerfung in Frage. So entstehen neue Konfrontationen zwischen kapitalistischen Verwertungsansprüchen und dem Anspruch auf ein menschenwürdiges Leben. Die Riots in Frankreich, der Zug der MigrantInnen in die reichen Länder des Nordens und auch der Kampf bei Gate Gourmet sind Beispiele dafür.

Gegen die kapitalistischen Angriffe und den ‚radikalen‘ Neoreformismus bei Attack, der Linkspartei und selbst innerhalb linksradikaler Kreise muss die Linke lokal und global ein Projekt begründen, in dem emanzipatorische Kämpfe und ein Leben außerhalb des kapitalistischen Verwertungsanspruchs im Mittelpunkt stehen. Und nicht zuletzt brauchen wir eine Strategie, die die Mobilisierung gegen das G-8-Treffen in Heiligenhafen 2007 aus der Umklammerung eines "eine-Welt-ist-möglich-Reformismus" lösen und die Sprengkraft der Manifestation einer weltweiten "one big union" entwickeln kann.

VeranstalterInnen: Soziales Zentrum Göttingen, Geschichtswerkstatt, Infoladen, Theaterkeller, Buchladen Rote Straße

Soziale Kämpfe in Bolivien

Veranstaltung mit Dia-Vortrag und Diskussion

Montag, den 10. April 2006 um 20.00 Uhr im Theaterkeller, Geismar Landstr. 19

Bolivien stellt sich zur Zeit als Alternative zum Neoliberalismus dar. Seit 2000 verschwindet dieses Land nicht mehr aus den Schlagzeilen. Die erfolgreichen Aufstände der überwiegend indigenen Bevölkerung gegen die Privatisierung des Wassers, den Ausverkauf des Erdgases und den damit verbundenen Stürzen von zwei Präsidenten in nur knapp zwei Jahren haben unser Interesse für diesen Andenstaat geweckt. Die indigene Mehrheit des Landes ist nun auch im Parlament stark vertreten und stellt seit Januar 2006 den Präsidenten. Wie es dazu kam und welche Perspektiven entwickelt werden (können), soll in dieser Veranstaltung dargestellt und diskutiert werden. Die Referentinnen aus Berlin haben sich längere Zeit in Bolivien aufgehalten und werden uns über die soziale Kampfsituation in diesem Land informieren. Es wird herausgearbeitet wie sich die sozialen Kämpfe der Bauern, ArbeiterInnen und deren Basisorganisationen entwickelt haben. Es wird die Autonomie der Kämpfe betrachtet aber auch deren Verschränkung mit den Partei- und Gewerkschaftsorganisationen.

VeranstalterInnen: AK-Internationalismus, Mittelamerika Komitee, Basisdemokratisches Bündnis, Soziales Zentrum Göttingen

 

Schlusskonferenz

Lesung mit dem 11 Freunde-Chefredakteur Philipp Köster

Mittwoch, den 22. März 2006 um 20.00 Uhr im Kino Lumiere, Geismar Landstraße 19

Anpfiff! b trifft das Tor zum 1:0 mit der Lesung von Philipp Köster, dem Chefredakteur der Zeitschrift 11 Freunde. 11 Freunde liefert keine gesichtslosen Statistiken und Spielberichte, sondern hintergründige Reportagen, hartnäckige Interviews und meinungsfreudige Kommentare. Hier blickt man aus der Kurve aufs Spielfeld und bezieht dabei Position. Die Redaktion mit Sitz in Berlin versammelt Fußballfans aus der ganzen Republik. Ob Fans von Arminia Bielefeld, Fortuna Düsseldorf, Bayern München oder Göttingen 05 - der Verein ist egal, auf die Leidenschaft kommt es an. Philipp Köster wird die schönsten Texte aus dem Magazin und Klassiker aus dem weiten Feld der Fussball-Literatur lesen. Unter anderem mit dabei: die Clique um Günter Hetzer und seine trinkfesten Kollegen Delle, Waldi und Trollinger. Außerdem: Kurzfilme und das gefürchtete 11 Freunde-Quiz, bei dem selbst vereidigte Statistiker Blut und Wasser schwitzen.

Special Guest aus Göttingen ist an diesem Abend Oliver Sauer, Göttingen 05-Fan und Mitherausgeber des Fanzine "Der schlafende Riese".

Ein Abend, der "vom Feeling her ein gutes Gefühl" (Andy Möller) verspricht.

Eine Veranstaltung der Initiative für engagierte Literatur b trifft
Eintritt 7 Euro / ermäßigt 5 Euro
Kartenvorverkauf: Roter Buchladen, Nikolaikirchof 7

 

Krieg ist der Mord auf Kommando

Bürgerliche und anarchistische Friedenskonzepte:

Bertha von Suttner und Pierre Ramus

Dienstag, den 24. Januar 2006 um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Das Buch ist im Verlag Graswurzelrevolution erschienen. Der Verlag Graswurzelrevolution gibt die seit 1972 erscheinende gleichnamige Monatszeitung heraus. Sie steht für eine gewaltfreie, herrschaftslose Gesellschaft. Der Verlag publiziert darüber hinaus Bücher zu gewaltfreien Aktionen, sozialen Bewegungen und Theorien sozialer Emanzipation.

Über das Buch:

Politik, die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln, kommt auf ihre alten Rechtfertigungen zurück: Kriege sind unvermeidlich, gegen Krieg nützt nur die Drohung mit Militär, es gibt »gerechte« Kriege. Ist eine Programmatik, die Krieg durch die Beseitigung von Kriegsursachen ganz verhindern will, nicht hoffnungslos utopisch? Die prinzipielle Kritik des Krieges braucht die Erinnerung an pazifistische und antimilitaristische Traditionen, die aufs Ganze gingen. Deren Stärken, aber auch Grenzen neu zu diskutieren, ist aktuell notwendig, damit gegen den Mord auf Kommando mobil gemacht wird. Die von Beatrix Müller-Kampel herausgegebene und eingeleitete Sammlung historischer Texte zeigt zwei Traditionen im Kampf gegen den Krieg: die pazifistische, die darauf setzte, daß durch zunehmende Rationalität auch die zwischenstaatlichen Beziehungen zivilisiert würden. Dagegen stand die anarchistische Konzeption, die im Staat die entscheidende Kriegsursache erkannte und zur Verweigerung und schließlich zur Revolution gegen den Krieg aufrief, damit eine freie Gesellschaft mit allen Wurzeln der Gewalt breche. Beide Ansätze wirken bis heute fort.

Die Person Bertha von Suttners läßt erkennen, daß die pazifistische Position ihre Stärke oft aus vehementer Ablehnung der tatsächlich barbarischen Praxis des Krieges bezog. Sie denunzierte Krieg als Mord. Romain Rolland, Stefan Zweig und Erich Mühsam versuchen, Stärken und Grenzen des Pazifismus der Friedensgesellschaften zu benennen.

Die anarchistischen Positionen werden durch Kropotkin, Tolstoi und Pierre Ramus deutlich, die im Patriotismus/Nationalismus als der Religion des modernen Staates eine entscheidende Kriegsursache sehen und zur großen Verweigerung aufrufen: Kriegsdienstverweigerung bis zum Generalstreik.

Veranstalter: Bildungswerk Hessen der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Buchladen Rote Straße, Verlag Rainer Pinkau und Verlag Graswurzelrevolution