Veranstaltungen - Archiv 2004

Wir leben trotzdem

Lesung mit Esther Bejerano und Birgit Gärtner

Mittwoch, den 17.11.2004 um 19.30 Uhr im APEX, Burgstrasse

Birgit Gärtner schildert in dem Buch Esther Bejeranos Überleben in Auschwitz und Ravensbrück, ihre Zeit in Israel und ihr Engagement in der BRD gegen Neonnazismus und das Vergessen. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe ‚Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus‘.

Veranstalter: VVN, Buchladen Rote Straße

 

Franck Pavloff:

Brauner Morgen/Matin Brun

Lesung mit dem Autor auf Französisch und Deutsch

Dienstag, den 9.11.2004 um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Eine Parabel über das Heraufkommen eines ‚braunen‘ Staates. Ein Wehret-den-Anfängen-Buch ... . 2002 wurde es durch Mund-zu-Mund-Propaganda der Leser zum Bestseller in Frankreich gemacht.

Veranstalter: Buchlade Rote Straße, Deutsch-Französische Gesellschaft

 

Tatort, Tod und Taschenbücher

Samstag, den 06.11.2004 um 20.00 Uhr im Carré-Foyer, Nähe Weender Tor

Talk mit Brigitte Frizzoni (Literaturwissenschaftlerin aus Zürich) und Joe Bausch-Hölterhoff (Arzt, Schauspieler und Pathologe beim Kölner Tatort) über Wissenswertes zu Krimis, Plots und Todesarten.

Veranstalter: b-trifft, Buchladen Rote Straße

 

Joachim Tornau:

Gegenrevolution von unten

Lesung mit dem Autor

Mittwoch, den 03.11.2004 um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Bürgerliche Sammlung gegen Novemberrevolution und Republik - in Göttingen und anderswo. Vortrag und Buchvorstellung mit dem Autor.

Veranstalter: Buchladen Rote Straße, Geschichtswerkstatt

 

Dominique Manotti:

Hartes Pflaster

Lesung mit der Autorin

Freitag, den 29.10.2004 um 19.30 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Der Krimi spielt zu der Zeit im Pariser Drogen- und Prostituiertenmilieu, als sich türkische Sans-Papiers organisieren, und liefert ein packendes Stimmungsbild der sozialen und politischen Verhältnisse der Mitterand-Zeit. Zweisprachig: französisch und deutsch.

Veranstalter: Deutsch-Französische Gesellschaft, Buchladen Rote Straße

 

Deutsches Kapital am Kap - Kollaboration mit dem Apartheidregime

Donnerstag, den 28.10.2004 um 19.30 Uhr im Theaterkeller, Geismarlandstr. 19

Südafrika ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass Konzerne sich nicht durch Menschenrechte einschränken lassen wollen. Eine Diskussion mit der Buchautorin Birgit Morgenrath.

Veranstalter: EPIZ, Stiftung und Umwelt

 

Nationale Grenzen in Europa

Buchvorstellung

Am Montag, den 25.10.04 um 19.30 Uhr stellen die beiden Herausgeber - Christian Banse und Holk Stobbe - das Buch "Nationale Grenzen in Europa" vor, im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

An den nationalen Grenzen ist ein merkwürdiger Sachverhalt zu beobachten: einerseits werden die Grenzen durchlässiger für Waren, Menschen und Informationen, andererseits entwickeln sich parallel dazu ständig neue territoriale Grenzen. Im Vordergrund der Buchvorstellung steht die Frage, wie sich die Funktion und die Wahrnehmung der nationalen Grenze in Europa politisch, ökonomisch und sozial verändert hat.

Die Herausgeber des Buches, die das Buch auch vorstellen werden, vertreten die These, daß die Grenzpolitik der EU sich zwar sehr verändert hat, diese Veränderung aber nur zu einer Verschiebung von Grenzen geführt hat. Diese Widersprüche werden an drei Grenzen - Dänemark, Frankreich, Polen - deutlich gemacht.

Solche Grenzen in der EU und um die EU herum kosten jährlich hunderte von Menschen das Leben, weitaus mehr überschreiten sie illegal oder werden über sie hinweg abgeschoben. Die symbolische Funktion der Grenzen richtet sich allerdings weniger nach außen, sondern nach innen; sie dient der Herstellung der Illusion einer souveränen Ordnung des umgrenzten Staatsgebiets.

Veranstaltet von: Buchladen Rote Straße, den Herausgebern und Decoder e.V.

 

Spitzel: eine kleine Sozialgeschichte

Lesung und Buchvorstellung

Sonntag 3.10.2004 um 20.00 Uhr im Theaterkeller, Geismarlandstr. 19

Veranstaltet von: Buchladen Rote Straße, Theaterkeller, Decoder e.V.

 

Bastard. Die Geschichte der Journalistin Lee

Lesung mit Raul Zelik aus seinem gleichnamigen Buch

Dienstag den 29.06.2004 um 20.00 Uhr im Theaterkeller, Geismarlandstr. 19

Die 27-jährige Carla Lee, in Deutschland aufgewachsene Tochter eines koreanischen Gewerkschaftsführers, reist in das Land ihres Vaters, umd dort als Freelancer zu arbeiten. Dort dort fühlt sie sich fremd. Auch ihre journalistische Arbeit – sie recherchiert über den Einsturz eines Kaufhauses – verliert allmählich für sie den Sinn ...

 

Salsa Kubana – Tanz der GeschlechterEmanzipation und Alltag auf Kuba

Wie ergeht es heute Frauen, Männern, Lesben und Schwulen auf Kuba?

Buchvorstellung, Lesung und Diskussion mit der Herausgeberin Miriam Lang

Dienstag den 01.06.2004 um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Kuba ist das Objekt zahlreicher Projektionen. Allerdings wissen wir gerade seit dem Zusammenbruch des Staatssozialismus oft wenig vom Alltag, vom Wandel der Lebensbedingungen und von den Geschlechterverhältnissen dieses Landes. Seit 1959 betreibt Kuba eine Politik, die nach sozialistischem Modell die Geschlechter gleichstellen soll. So genießen Kubanerinnen seit Jahrzehnten eine Reihe gesetzlicher Garantien. Über 40 Prozent von ihnen sind erwerbstätig; ihr Bildungsstand ist im kontinentalen Vergleich extrem hoch. Was bedeuten Politik und Gesetze für Frauen und Männer im Alltag? Beeinflusst der Sextourismus ihre Beziehungen? Wie gewalttätig sind kubanische Männer, wie wehren sich die Frauen? Wie leben schwarze Frauen 45 Jahre nach dem offiziellen Verbot rassistischer Diskriminierung? Wie geht es Lesben und Schwulen?

Diese Fragen werden in dem von Miriam Lang herausgegebenen Buch angesprochen. Zu Wort kommen Menschen, die zu den Themen Geschlechterverhältnisse, Familie, Homosexualität und zur Situation von AfrokubanerInnen arbeiten und sich in diesen Bereichen engagieren.

Das Buch und die Lesung laden also zu einer weniger klischeehaften Sicht auf Kuba und den dortigen Geschlechterverhätnissen ein.

 

Der Buchladen liest Lieblingstexte

Donnerstag, den 13.05.2004 um 20.00 Uhr im Theaterkeller, Geismarldstr. 19

Schräges, Besonderes, Eigentümliches und Witziges ...
Lasst Euch überraschen.

 

Thekencontest

Donnerstag den 06.05.2004, 20.00 bis 24.00 Uhr im Theaterkeller, Geismarlandstr. 19

Das Buchladenkollektiv schenkt nicht nur Getränke aus.
Kommt, seht und staunt: Wir können auch Flüssiges anpreisen, empfehlen und geniessen.

 

Hannes Heer:

Vom Verschwinden der Täter -
Der Vernichtungskrieg fand statt, aber keiner war dabei

Mit anschließender Diskussion

Mittwoch den 05.05.2004 um 20.00 Uhr im Lumiere, Geismarlandstr. 19

Hannes Heer publizierte schon einiges über den Nationalsozialismus und Formen gesellschaftlicher Erinnerung. Er arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Hamburger Instituts für Sozialforschung, und in diesem Rahmen war er 1995 - 1999 Leiter der ersten Ausstellung ‚Vernichtungskrieg - Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944'. Diese sollte die Legende von einer „sauberen“ Wehrmacht darstellen und erneut belegen, dass die Wehrmacht an allen Verbrechen des NS-Systems beteiligt war: an der Vernichtung der Juden, am Massenmord an Kriegsgefangenen und am Terror gegen die Zivilbevölkerung.

Die Ausstellung setzte sich neben erhaltenen Wehrmachtsakten und Ausschnitten aus Feldpostbriefen vor allem aus privaten Fotos zusammen, die ihren Weg von den Kriegsgefangenen in osteuropäische Archive fanden. Das Zeigen dieser Bilder und die Zuordnung der dargestellten Greueltaten zu regulären Wehrmachtseinheiten individualisierte wirkungsvoll das historische Geschehen und emotionalisierte die Debatte um die Ausstellung. Die Beteiligung regulärer Truppen am Vernichtungskrieg - nicht nur die von Eliteeinheiten - konnte durch die Ausstellung belegt werden, auch wenn der Umkehrschluss der Ausstellungsmacher, jeder Wehrmachtssoldat sei qua Kollektiv ein Täter, überzogen bis unnötig scheint. Es fanden Protestaktionen gegen die Ausstellung statt, die selbst von manchen fortschrittlichen Kreisen getragen wurden. Angeblich war der Erkenntnisschock in der Bevölkerung groß. Erstaunlich, da die Militärhistoriker alles schon offen gelegt hatten und bei Interesse an historischen Realitäten viele sich in der eigenen Familiengeschichte hätten informieren können. Nach vier Jahren waren Angriffe und Diffamierungen erfolgreich: Bei 1433 gezeigten Fotos wurden vom polnischen Historiker Bogdan Musial "weniger als zwanzig" falsche Bildunterschriften nachgewiesen. Diese waren, nach Hannes Heer, nur der Anlass und nicht die Ursache, die erste Ausstellung zu schließen und eine neue, entschärfte Version zu erarbeiten.

In seinem Buch verteidigt Hannes Heer, oft polemisch, die Konzeption der ersten Ausstellung, er kritisiert das neue Konzept der Ausstellung ausführlich und zeigt die Kontinuitäten bei der Umdeutung der Vergangenheit auf. Er beginnt bei den Nachkriegserinnerungen von deutschen Soldaten im zweiten Weltkrieg, berichtet dann von der Zensur bei den Kriegsromanen Bölls und Remarques und beschreibt und bewertet den aktuellen Diskurs: Die Opfer dürfen wieder Täter genannt werden, und Jörg Friedrich bescheinigt den Deutschen, im Bombenkrieg das gleiche Schicksal wie die Juden erlitten zu haben.

Veranstalter: DGB, Buchladen Rote Straße

 

Multi-Media-Lesung

Schritt für Schritt ins Paradies

Lesung, Filme und Musik mit Otmar Hitzelberger

Mittwoch den 28.04.2004 um 20.00 Uhr im Lumiére, Geismarldstr. 19

Eigentlich sollte es ein Film werden, doch Otmar Hitzelbergers Drehbuch über die rebellischen 70er Jahre in Frankfurt wollte keiner haben, also schrieb er seinen ersten Roman. Sein autobiographischer Rückblick auf die 70er Jahre zeigt, daß dieses Jahrzehnt mehr zu bieten hatte als Parties und Abba. Er muß es wissen, er war mitten drin im Geschehen: Der Frankfurter gehörte einer Gruppe politisch engagierter Autoschlosser- und Elektrikerlehrlinge an, die im Häuserkampf mitmischte, ein eigenes Jugendzentrum aufbaute, in eigener Regie Theater machte, für den Nulltarif im öffentlichen Nahverkehr stritt und das WG-Dasein als alternative Lebensform ausprobierte.

Hitzelberger erzählt das alles ganz direkt und schnörkellos, ohne die überlegene Attitüde des etablierten Familienvaters, und er macht dabei klar, daß seine Rebellion damals nicht langem Überlegen und der Lektüre marxistisch-leninistischer Klassiker entsprang, sondern einer elementaren Lust an der Aufmüpfigkeit und am Anderssein. Wenn er schildert, wie er der Bundeswehr ein Schnippchen geschlagen oder die Kartenautomaten in Frankfurt mit einem kleinen Trick um ein paar Tausend Mark erleichtert hat, haben seine Erinnerungen etwas von einem Schelmenroman.

In seiner Multimedia-Lesung mit bewegten Bildern und Musik zeigt Otmar Hitzelberger den filmischen Charakter seines autobiografischen Romans. Er vermittelt dem Publikum mit den Bewegungs-Hits der 70er Jahre und mit authentischem Bildmaterial das oft nur mit der Studentenrevolte in Zusammenhang gebrachte Lebensgefühl der 70er Jahre im proletarische Milieu der Frankfurter Lehrlingswerkstätten.

Was Hitzelberger mit der Drehbuchfassung nicht schaffte, ist ihm mit dem Roman spielend gelungen: Er hat die Filmrechte an Detlev Bucks Produktionsfirma BOJE/BUCK verkauft.

Veranstalter: Lumiére, Büchergilde Gutenberg, Buchladen Rote Straße