Buchladen Rote Straße in Göttingen

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Kommuniquées

Corona-Kommuniqué 3 und Winter

Abholkiste:

Mo. - Fr.: 10.h - 18.30h

Sa.: 10.00h - 15.00 h

 

 

Corona-Kommuniqué zu Weihnachten und zum Jahresende

 

Es ist wieder soweit. Ab Mittwoch sorgen die Viren für geschlossene Ladentüren, wohl mindestens bis Mitte Januar 2021, und machen nicht nur dem Weihnachtsgeschäft des Buchhandels einen dicken Strich durch die Rechnung. Auf eine gewisse Weise sind wir ja eine solche Situation gewöhnt, sie ist nicht anders als im Frühjahr, als wir dank Euch gut durch den Lockdown gekommen sind – es gibt also gewisse Routinen. Wir werden also, wie im Frühjahr, versuchen, dafür zu sorgen, dass die Bücher, die ihr haben wollt, Euch auch erreichen werden. Welche Auswirkungen der neuerliche Lockdown ökonomisch haben wird, können wir noch nicht abschätzen; wir werden Euch auf dem Laufenden halten.

Aber wichtiger sind im Moment die Bücher, die keine Lust haben, Weihnachten und den Jahreswechsel im Buchladen zu verbringen, sondern dort, wo sie auch gelesen werden. Wie kommen die Bücher also zu euch?

Da der Buchladen ab Mittwoch geschlossen ist, gibt es keinen Ladenverkauf mehr. Daher werden wir die im Frühjahr bewährte(n) Abholkiste(n) reaktivieren, aus der Bücher kontaktlos und mit Rechnungen abgeholt werden können, und damit das wieder einigermaßen reibungslos abläuft, gilt es, ein paar Dinge zu beachten:

Ø     Wer Bücher haben möchte, sollte sie per Email bestellen, nicht telefonisch (am Telefon werden wir nur in Ausnahmefällen Bestellungen annehmen).

Ø     In der Email solltet ihr Eure Bestellungen notieren, und dazu eine Rechnungsadresse, da die kontaktlose Abholung über unsere Abholkiste nur per Rechnung funktioniert (die Rechnungsadressen speichern wir nicht; sie sind nur für die Rechnungen notwendig).

Ø     Wenn ihr die Bücher abholen wollt, ruft kurz vor dem Abholen im Buchladen an – wir stellen die Bücher dann mit einer Rechnung zur gewünschten Abholzeit zwischen 10.00 Uhr und 18.00 Uhr in die Abholkiste, die vor dem Buchladen steht (samstags bis 15.00 Uhr). Allerdings bitten wir zu beachten, dass am Vortag bestellte Bücher wohl erst ab 12.00 abgeholt werden können, da während des Lockdowns die Bücher später an uns ausgeliefert werden.

Ø     Da es mit einer Abholkiste wohl nicht getan ist, werden mehrere Abholkisten vor der Buchladentür stehen – wir werden die Bücher alphabetisch nach Nachnamen sortieren, und damit es beim Abholen kein Chaos gibt, werden wir auf das Verpacken von Büchern in Geschenkpapier verzichten, damit auf den ersten Blick erkennbar sein wird, für wen welche Bücher bestimmt sind.

Ø     Wir bitten darum, ganz wichtig, beim Abholen die notwendigen Abstände einzuhalten, falls Mehrere zugleich ihre Bücher abholen wollen/werden.

Ø     Wir bitten darum, die Rechnungen relativ zügig zu begleichen und beim Überweisen die Rechnungsnummer anzugeben (im Frühjahr hat’s ein wenig Chaos gegeben, das wir bis heute nicht auflösen konnten).

Ø     Wer ein Bücherkonto hat, möge in seiner Bestellung vermerken, dass keine Rechnung notwendig ist, sondern die Bücher vom Bücherkonto abgezogen werden (das gleiche gilt, wenn jemand ein neues Bücherkonto einrichten will oder gerade eingerichtet hat – Bücherkonten sind perfekt für Transaktionen ohne Rechnungen).

Ø     Falls jemand nur einen Gutschein wünscht – den schicken wir gern per Post zu (mit Rechnung).

Ø     Und für all jene, die ab Mittwoch noch bestellte Bücher im Buchladen stehen haben, die noch nicht abgeholt worden sind: wir bitten darum, uns eine kurze Email mit einer Rechnungsadresse zu schicken – und dann kurz vor dem Abholen der Bücher im Laden anzurufen.

 

Natürlich werden wir auch Bücher per Post verschicken, portofrei. Wir bitten jedoch zu bedenken, dass es im Moment keinerlei Garantie dafür gibt, dass versendete Bücher rechtzeitig vor Weihnachten (oder vor Neujahr, je nachdem) dort ankommen, wo sie hinsollen: es wird Berge über Berge über Berge an Postsendungen geben, und nicht alle werden rechtzeitig ankommen. Nach Neujahr wird das natürlich wieder anders aussehen.

 

Vor Weihnachten werden wir nur im Ausnahmefall Bücher persönlich ausliefern; nach Weihnachten werden wir versuchen, ein- bis zwei Mal die Woche Bücher auszuliefern.

 

Ansonsten, wir erwähnen es hier gleich, damit es nicht zu großen Enttäuschungen kommt, sind einige Bücher im Moment auf eine gewisse Weise wie Klopapier im Frühjahr. Sie werden zwar nicht gehortet, aber viele Titel sind jetzt und bis Weihnachten oder Neujahr nicht lieferbar. Die Bücher liegen bei den Verlagen, werden die Buchhandlungen aber bis Weihnachten nicht mehr rechtzeitig erreichen. Die nächsten zwei, drei Wochen gilt also nur eingeschränkt, dass wir jedes lieferbare Buch schnell und rechtzeitig besorgen können. Im neuen Jahr wird sich das wieder ändern.

Und es wird die nächsten Tage, vor Weihnachten jedenfalls, alles ein wenig langsamer sein, als wir und ihr es gewohnt sind: habt also etwas Geduld, wenn ihr auf eine Email-Rückantwort wartet, mit uns telefonieren wollt oder Bücher abholt.

 Für die Zeit nach Weihnachten haben wir einen weiteren Wunsch: wir bitten Euch darum, die Einlösung von Gutscheinen und den Umtausch von Büchern auf die Zeit zu verschieben, wenn der Buchladen wieder offen und zugänglich ist (da beides besser mit als ohne persönlichen Kontakt funktioniert. Wenn es nicht anders geht, kriegen wir das natürlich auch in der kontaktlosen Zeit hin …).

 Wir werden uns im neuen Jahr wieder melden und darüber berichten, wie der Lockdown war und welche (ökonomischen) Auswirkungen er auf den Buchladen hatte. Bis dahin:

haltet durch und bleibt gesund!

 

Das Buchladen-Kollektiv

 

 

Corona-Winterkommuniqué 1

Der Winter naht … es wird kalt und nass und ungemütlich und mit dem Winter kommen neue Herausforderungen.

Bislang sind wir ganz gut durch die coronabedingten schwierigen Zeiten gekommen – tatsächlich scheinen nicht nur mehr Menschen zu lesen, sondern auch viele Menschen mehr zu lesen –  sodass es dem Buchladen zurzeit ganz gut geht, nicht zuletzt dank Euch und Eurer Solidarität. Vielen Dank an Euch!

Dennoch steht der wichtigste Umsatz eines jeden Jahres  noch aus: die zwei bis drei Wochen vor Weihnachten entscheiden in der Regel über Klagen und Jubel, über Gewinne und Verluste eines Kalenderjahres. Trotzdem dürfen sich im Buchladen weiterhin höchsten sechs Personen (außer uns) aufhalten und natürlich müssen auch Abstände eingehalten werden, bitte achtet da selbst mit drauf, wir haben keine Freude daran, euch zu kontrollieren. Da es draußen kälter und nasser wird, wollen wir vermeiden, dass es unnötige Warteschlangen gibt, auch wollen wir  Euch nicht wie am Fließband durch den Laden scheuchen. Daher ein paar Vorschläge, wie alle jene Bücher bekommen, nach denen ihnen dürstet, und die nach Lust und Laune im Laden stöbern können, denen danach der Sinn steht.

  • Bevor wir irgendwas vorschlagen, bitte wir schon jetzt um Entschuldigung für wohl zwangsläufig auftretende Unannehmlichkeiten und Wartezeiten … Wir geben unser Bestes, um beides zu minimieren.
  • Wie bereits den ganzen Sommer über gilt: der Buchladen darf nur mit Mundschutz betreten werden – für Vergessliche gibt’s Masken im Laden. Leider, so hat sich herausgestellt (und nicht nur bei uns), verhindert der Mundschutz manchmal eine gelungene Kommunikation, da der Stoff Worte und Buchstaben verschluckt, aber mit ein wenig Geduld geht alles …
  • Wir bitten alle, die etwas bei uns bestellen wollen, dass sie dieses tun, indem sie uns möglichst eine Email schreiben – so können wir die Ladenbesuchszeiten etwas entzerren (Bestellungen also an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Wir antworten auf jede Email, die uns erreicht, was im Umkehrschluss heißt, dass eine Email nicht bei uns angekommen ist, wenn es keine Antwort von uns gibt.
  • Wenn ihr Bücher als Geschenk eingepackt haben wollt, wäre es toll das bereits bei der Bestellung anzugeben, was vor Weihnachten die Ladenbesuchszeiten nicht unerheblich entzerrt. Vielleicht kann ja auch ab und an auf das Einpacken verzichtet werden, wir geben Euch aber auch gerne einen Streifen mit!
  • Vielleicht wäre es für einige auch möglich, gewünschte Bücher nicht auf den letzten Drücker zu besorgen, sondern schon im November oder Anfang Dezember.
  • Wie immer werden wir ein kleines Prospekt erstellen, in dem wir Bücher vorstellen, die uns gefallen – vielleicht schaffen wir das dieses Jahr sogar etwas früher als sonst.
  • Wir werden wieder unsere aus dem Frühjahr beliebte Abholkiste einrichten: so können Bücher auf Rechnung kontaktlos abgeholt werden, ohne den Laden zu betreten. Wer das möchte, sollte bei einer Bestellung angeben: kontaktlose Abholung auf Rechnung – und dann, kurz bevor die Bücher abgeholt werden, einmal bei uns anrufen, woraufhin wir die Bücher in die Abholkiste legen, die draußen vor der Tür steht. Kontakte zwischen uns und euch gibt es in diesem Fall nicht, und falls mehrere gerade ein Buch abholen, solltet ihr Abstand voneinander halten.
  • Außerdem wird es abendliche Stöberstunden geben und zwar in der Woche vor Weihnachten – am Dienstag den 15.12. und Donnerstag den 17.12. haben wir bis 21 Uhr geöffnet.
  • Wir verschicken auch weiterhin Bücher (Bei Bestellungen unter 50 Euro gegen Porto) per Post – vor allem für jene, die nicht in die Stadt kommen können oder wollen.

All das, wir wiederholen es noch einmal, schlagen wir nur vor, damit möglichst niemand im winterlichen Schmuddelwetter ausharren muss, damit wir darauf verzichten können zu zählen, wie viele Menschen sich  im Laden aufhalten (das macht weder uns noch euch Spaß) und damit ihr alle und wir als  Buchladenkollektiv gut durch den Winter kommen.

Wir sind optimistisch, dass wir den Coronawinter mit Eurer Hilfe, Rücksichtnahme und Solidarität ohne größere Komplikationen überstehen werden.

Bitte verbreitet das Kommuniqué über eure Kanäle weiter, bis bald, wir freuen uns auf Euch!

Das Buchladen-Kollektiv

Corona-Kommuniqué 4

Allmählich werden wieder Menschen beim Bücherstöbern beobachtet, die allermeisten holen ihre bestellten Bücher auch selbst im Buchladen ab, auch wenn wir uns hinter dem Tresen, der mit einer durchsichtigen Folie abgetrennt ist, ein kleines Buchhändler*innen-Terrarium geschaffen haben.

Wir sind durch die Zeit der Ladenschließung, dank Eurer Solidarität und Hilfe, einigermaßen gut hindurchgekommen, vielen Dank Euch dafür!

 Bislang haben wir keine (größeren) Verluste zu erleiden, aber die Krise ist noch nicht vorbei, die scheinbare Normalität gilt noch längst nicht für alle gesellschaftliche Bereiche, etwa für die Bibliotheken an der Uni oder Sprachkurse – sodass immer noch ein Pfeiler unseres Umsatzes aus Vorcoronazeiten fehlt.

Wir freuen uns also immer noch, wenn ihr weiterhin fleißig Bücher bestellt …

und nebenbei bemerkt: Bücher sind eines der besten Gegenmittel gegen Verschwörungsmythen und vermeintliche Herrschaftskritik.

 

Das Wichtigste ist jedoch Folgendes:

Ab Dienstag, den 02. Juni gelten wieder unsere üblichen Öffnungszeiten:

Montag-Freitag von 10.00 – 18.30 Uhr

und Samstag von 10.00 – 15.00 Uhr.

Ansonsten bleiben die bisherigen Einschränkungen für einen Ladenbesuch bestehen: Außer uns vom Ladenkollektiv sollten sich nicht mehr als drei Menschen im Laden aufhalten, so dass vielleicht ab und zu jemand draußen warten muss, und es besteht Mundschutzpflicht für alle Kund*innen (wir haben auch besonders schöne Soli-Mundschutze im Angebot …).

Der Keller ist wieder geöffnet, allerdings nicht für längere Aufenthalte gedacht und leider ist die Toilette im Moment nicht für Besucher*innen des Ladens zugänglich.

 

Da noch niemand weiß, wie sich die Lage im Sommer (und im Herbst und im Winter) entwickeln wird, werden wir euch weiterhin – unregelmäßig – auf dem Laufenden halten. Und wie bei den vorherigen Rundbriefen weisen wir darauf hin, dass dieses Kommuniqué über alle Kanäle verbreitet wird, die uns zur Verfügung stehen, und bitten darum, dass ihr es auch über eure Kanäle weiterverbreitet. Also bitte nicht wundern, wenn ihr doppelt oder dreifach von uns Post erhaltet.

 

Euer Buchladen-Kollektiv

 

 

Corona-Kommuniqué  3

Wir sind immer noch überwältigt. Es scheint, dass wir einigermaßen gut durch die Zeit geschlossener Ladentüren gekommen sind, obwohl die üblichen Bestellungen von Bibliotheken, Sprachkursen und dergleichen ausblieben. Das haben wir Euch zu verdanken – also herzlichen Dank dafür!

Wie ihr sicher schon gehört habt, dürfen ab nächster Woche kleine Läden und alle Buchläden wieder öffnen – allerdings unter Auflagen. Wir werden noch nicht Montag, sondern erst Dienstag, den 21.4.20, wieder unsere Türen öffnen, und vorerst mit etwas eingeschränkten Zeiten: nämlich von 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr.

Außerdem wird es einiges zu beachten geben, wenn ihr uns besuchen kommt: abgesehen von uns dürfen sich nicht mehr als drei Personen in den Räumen des Buchladens aufhalten (der Keller bleibt geschlossen) – zur Not muss also draußen gewartet werden, bis drinnen Platz ist. Und uns wäre es lieb, wenn diejenigen, die in den nächsten Wochen den Laden besuchen, einen Mundschutz tragen würden, zum Schutz von uns, die wir drinnen arbeiten, und allen anderen, die sich gerade im Laden befinden (wenn sich mehrere vom Buchladen-Kollektiv anstecken: dann wäre der Laden für einige Zeit zu, ganz abgesehen davon, dass niemand gern krank wird).

Wir werden versuchen, einige Mundschutze zu organisieren, die entweder für den Besuch des Ladens ausgeliehen oder erworben werden können; ebenso werden wir versuchen, Handschuhe und Desinfektionsmittel zur Verfügung zu stellen.

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Kommuniqué - März 2020

Hallo allerseits,

wie versprochen, hier das Update zu den Infos von gestern, wie es in diesen Corona-Zeiten im und mit dem Buchladen weitergeht.

1. Der Buchladen bleibt die nächsten Wochen, zunächst erst einmal bis zum 18. April, geschlossen, so wie viele andere Läden auch.

2. Der Buchladen ist täglich von 10-17.00 Uhr besetzt (und Samstag von 11.00 – 13.00 Uhr) – in dieser Zeit sind wir telefonisch erreichbar. Emails kommen immer hier an und werden ebenfalls in dieser Zeit bearbeitet. Aus den Erfahrungen von heute Morgen und gestern bitten wir euch, eher per Mail mit uns zu kommunizieren und nur anzurufen, wenn es wichtig ist.

3. Ihr könnt weiterhin bei uns Bücher bestellen, die wir entweder vorrätig haben oder unsererseits bestellen; am besten ist es, wenn ihr gleich auch Adresse mit angebt, denn wir werden versuchen, eine Art Liefermodell auf die Beine zu stellen, das auf drei Säulen beruht:

- Bestellte Bücher per Post zuzustellen

- Bestellte Bücher privat auszuliefern (das machen wir dann selbst)

Alle Methoden funktionieren NUR, indem wir Rechnungen ausstellen (die, darum würden wir bitten, zügig per Überweisung beglichen werden).

Ob und wie das alles funktioniert, steht in den Sternen, die am Frühlingshimmel stehen, aber wir werden unser Bestes geben, auch wenn wir nicht drauf eingestellt sind, Massen von Büchern zu versenden oder auszuliefern. Vielleicht wird es auch noch eine vierte Möglichkeit geben, aber da werkeln wir gerade dran und werden euch informieren, wenn das klappt.

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Kommuniqué II - Oktober 2014

Der Buchladen, Umschuldungen, der Buchmarkt II

Das Jahr 2022 neigt sich dem Ende zu. Das neue Logistiklager von Amazon in Rumänien läuft auf Hochtouren, fürs europäische Weihnachtsgeschäft wurden Tausende von Teilzeitkräften eingestellt, während an den letzten beiden Standorten in Deutschland wieder einmal gestreikt wird, ohne dass jemand Notiz davon nimmt. In ganz Europa starrt der stationäre Buchhandel bange auf den Internetriesen und hofft, dass noch genug Krümel vom Weihnachtsgeschäft abfallen und sich einige Leser_innen in die Ladenlokale verirren.

In ganz Europa??? Nein, hoffentlich nicht.

In vielen Städten, auch in Göttingen, können sich kleine Buchhandlungen behaupten, die ihr Sortiment nicht in erster Linie nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten zusammenstellen, sondern auf die Qualität der gedruckten (und elektronischen) Waren achten, die sie für ihre Kund_innen vorhalten, und den täglichen Betriebsablauf und den Ladenalltag nicht durchrationalisiert haben, sondern auf die individuellen Wünsche und Interessen jener eingehen, die noch Wert darauf legen, dass Bücher, Verlage und Buchhandlungen mehr als bloße Waren, Warenproduzenten und –verkäufer_innen sind.

Zu den überlebenden Fossilien gehört der Rote Buchladen (und wir, das Kollektiv, das ihn am Laufen hält). Selbst unter den Buchhandlungen, die der Übermacht der Online-Händler und Kettenfilialen und Verlagsmultis die Stirn bieten, nimmt er, mit bundesweit einigen wenigen anderen, eine Sonderstellung ein: ein linkes Projekt, in dem die Wertschätzung für Bücher und ihre Autor_innen und die Erkenntnis, dass die Gesellschaft, in der wir leben und die geschätzten Bücher zirkulieren, verändert werden muss, eine innige Verbindung eingegangen sind. Ohne Menschen, die genau darauf Wert legen, gäbe es den Roten Buchladen nicht, nur mit ihnen jedoch auch nicht. Wir, der Laden wie das Kollektiv, existieren, weil viele Menschen uns, außer durchs Kaufen von Bücher, CDs, DVDs, Zeitungen und e-books, ideell und finanziell unterstützen, Werbung für uns machen und im Alltag so mit uns kommunizieren und mit uns umgehen, dass ein_e äußere_r, unbeteiligte_r Beobachter_in eher von einem sozialen Verhältnis als von Warentausch sprechen würde.

Trotz unserer Kritik an der kapitalistischen Verfasstheit der Gesellschaft, in der wir Bücher verkaufen, sind wir auf Kapital angewiesen. Im letzten Kommuniqué (1-14) haben wir euch, allen, die am Buchladen interessiert sind und ihn nutzen, mitgeteilt, dass Ende dieses Jahres eine größere Umschuldung ansteht, die Rückzahlung von Privatkrediten im Umfang von 25.000€, und wir baten darum, uns dabei zu unterstützen. Umschuldungen wickeln wir eigentlich ohne Aufsehen und Getöse ab, sie sind ein integraler Bestandteil der Ladenökonomie, in dieser Höhe jedoch durchaus etwas Besonderes. Umso überraschter und begeisterter waren wir über die vielen positiven Rückmeldungen und Ermunterungen und die Solidarität, die uns entgegenschlug – und darüber, dass die Umschuldung, wie es scheint, über die Bühne gehen wird, da Geld aus neuen Privatkrediten bereits bei uns eingegangen oder zugesagt ist, worüber wir uns aus ganzem Herzen bedanken.

Diese Klippe ist wohl umschifft, aber das bedeutet nicht, dass es in der Zukunft keine weiteren Hindernisse gibt. Jedes Projekt, dass (zu Teilen) auf Privatkrediten beruht, befindet sich in einem permanenten Umschuldungsprozess: wir sind also weiterhin dankbar für weitere Darlehen – zur Verbesserung der finanziellen Basis des Buchladens und als Polster für zukünftige Rückzahlungen von Krediten. Doch das ist Zukunftsmusik; im Moment freuen wir uns, dass die diesjährige Umschuldung wohl klappen wird. Ende Oktober, am Freitag, den 31.10.2014, um 19.00 Uhr wollen wir euch im Laden in einer kleinen Versammlung darüber noch einmal in Ruhe informieren.

Die Reaktionen auf unser Kommuniqué waren nicht der einzige Lichtblick in diesem Sommer. Amazon geriet ins Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik, weil der Internetriese in den USA und hier versucht(e), von einigen Verlagen niedrigere Einkaufspreise für e-books zu erpressen, getreu dem Motto, das Jeff Bezos, der Amazon-Chef, schon vor einiger Zeit ausgegeben hatte: „Verlage müssen gejagt werden wie Gazellen“ (was nur Sinn macht, wenn sich Amazon mit einer Raubkatze identifiziert). Autoren_innen (nicht nur) aus den betroffenen Verlagen meldeten sich in den USA und hier in offenen Briefen zu Wort und kritisierten Amazon für den Umgang mit Verlagen, allerdings nicht für sein allgemeines Geschäftsgebaren und seine Monopolstrategie. Immerhin wurden einzelne Autoren_innen deutlicher, und in Internetforen und in Gesprächen im Buchladen wurde deutlich, dass zumindest einige Leser_innen den Einkaufsbutton auf der Amazon-Homepage nicht mehr anklicken werden.

Was Amazon perspektivisch plant, wurde nur selten thematisiert. Über eine Schwächung oder Ausschaltung des Verlagswesens strebt der Multi an, direkt mit Autor_innen ins Geschäft zu kommen, eine Entwicklung, die in den USA weiter fortgeschritten ist als hier – dort stilisiert sich Amazon zum Förderer und Beschützer von unbekannten Autor_innen, die im traditionellen Verlagswesen keine Chance bekommen, und bietet ihnen eine Plattform, auf der sie ihre Werke (unlektoriert) als e-books verkaufen können, natürlich exklusiv bei Amazon. Was auf den ersten Blick wie eine Unterstützung unabhängiger Literatur aussieht, die gegen die großen, weltweit operierenden Verlagskonglomerate tatsächlich sinnvoll wäre, entpuppt sich auf den zweiten als eine perfide Strategie. Mittels des e-book-Readers von Amazon (e-books von Amazon können nur mit einem e-book-Reader von Amazon gelesen werden) lassen sich die Lesegewohnheiten von Nutzer_innen aufzeichnen und auswerten – etwa, welche Stellen eines Buches überlesen werden, wo der Text bloß überflogen wird oder wo die Lektüre abgebrochen wird. Mit den gewonnenen Daten lassen sich maßgeschneiderte Krimis, 08/15-Fantasyromane und Literatur konzipieren, in denen das Durchschnittliche dominiert, weil es am besten verkauft wird; für hauseigene Autor_innen werden bereits Amazon-Seminare und Schreibkurse angeboten, in denen gelehrt wird, wie verkaufsfähige Literatur geschrieben wird. Noch sind es nur Richtlinien, doch der Schritt, Autor_innen zur datentechnischen Optimierung ihrer Texte zu zwingen, dürfte nicht mehr weit sein. Dann kontrolliert Amazon die Produktion eines Buches ebenso wie seine Zirkulation, indem das Buch zur reinen Ware ohne Inhalt degradiert wird, das durch ausgefeilte paste-and-copy-Mechanismen produziert wird, so ähnlich, wie jedes Buch in einem Amazon-Lager bereits jetzt nichts als eine Nummer ist, die einen Regalplatz bezeichnet – über den Inhalt braucht niemand derer, die an seinem Verkauf beteiligt sind, etwas zu wissen. Darüber hinaus eignet sich Amazon den Handel mit gebrauchten Büchern an, ein inzwischen vorwiegend im Internet abgewickeltes Geschäft; die größte Plattform für antiquarische Bücher (das ZVAB, das zentrale Verzeichnis antiquarischer Bücher) ist bereits aufgekauft worden, ebenso die Plattform Abebooks: Amazon ist auch dort, wo nicht Amazon draufsteht.

Es waren die großen Verlagskonglomerate und die Buchhandelsketten, die der Monopolisierung, der Konzentration auf Bestseller und Mainstream-Literatur und dem Verschwinden vieler kleiner Buchhandlungen Vorschub geleistet haben. Dass sie, die ‚Täter‘, jetzt selbst zu den Opfern der von ihnen in Gang gesetzten Entwicklung zählen, zu den erlegten Gazellen, ist tragisch, aber nicht unbedingt bedauerlich. Der vielfältige Literaturbetrieb, erst recht kritische Literatur und linke und kleine Buchläden, können vom Bedeutungsverlust der Großen profitieren, sofern genug Menschen, lesehungrige Menschen, sich weigern, an der Safari von Amazon-Chef Bezos teilzunehmen. Dafür gibt es ein paar Anzeichen, und das lässt uns optimistischer in die Zukunft schauen.

Kommuniqué I - Juli 2014

 

 

Corona-Kommuniqué 3

Öffnungszeiten

Ab Dienstag, den 21.04.2020, hat der Buchladen Rote Straße wieder geöffnet!!!

Achtung veränderte Öffnungszeiten:

Mo. – Fr.: 11.00 -17.00 Uhr

Sa.: 11.00 – 15.00 Uhr

Es kann also wieder im Buchladen, wenn auch etwas eingeschränkt, gestöbert werden.

Wir freuen uns auf euch und euren Besuch, wobei einige Dinge beachtet werden sollten:

Wir bitten euch einen Abstand von 1,5m zu anderen Kund*innen und zu uns einzuhalten. Damit das möglich ist, dürfen sich nur 3 Kund*innen im Laden aufhalten.

Wenn ihr einen Mundschutz habt, tragt ihn gerne, wenn ihr uns besucht.

Bei Bestellungen möchten wir Euch bitten, diese weiter per Email zu tätigen und zu schreiben, ob ihr sie im Laden abholt oder wir sie mit Rechnung in die Abholkiste legen sollen.

Wir freuen uns auf euch, euren Besuch und darauf, dass die vielen Neuerscheinungen von Kund*innen angeguckt werden können und zu ihrem Recht kommen.

 

Euer Buchladenkollektiv

Corona-Kommuniqué 2

Wir sind immer noch überwältigt. Es scheint, dass wir einigermaßen gut durch die Zeit geschlossener Ladentüren gekommen sind, obwohl die üblichen Bestellungen von Bibliotheken, Sprachkursen und dergleichen ausblieben. Das haben wir Euch zu verdanken – also herzlichen Dank dafür!

Wie ihr sicher schon gehört habt, dürfen ab nächster Woche kleine Läden und alle Buchläden wieder öffnen – allerdings unter Auflagen. Wir werden noch nicht Montag, sondern erst Dienstag, den 21.4.20, wieder unsere Türen öffnen, und vorerst mit etwas eingeschränkten Zeiten: nämlich von 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr.

Außerdem wird es einiges zu beachten geben, wenn ihr uns besuchen kommt: abgesehen von uns dürfen sich nicht mehr als drei Personen in den Räumen des Buchladens aufhalten (der Keller bleibt geschlossen) – zur Not muss also draußen gewartet werden, bis drinnen Platz ist. Und uns wäre es lieb, wenn diejenigen, die in den nächsten Wochen den Laden besuchen, einen Mundschutz tragen würden, zum Schutz von uns, die wir drinnen arbeiten, und allen anderen, die sich gerade im Laden befinden (wenn sich mehrere vom Buchladen-Kollektiv anstecken: dann wäre der Laden für einige Zeit zu, ganz abgesehen davon, dass niemand gern krank wird).

Wir werden versuchen, einige Mundschutze zu organisieren, die entweder für den Besuch des Ladens ausgeliehen oder erworben werden können; ebenso werden wir versuchen, Handschuhe und Desinfektionsmittel zur Verfügung zu stellen.

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