Veranstaltungen - Aktuell (2)

 


und juristischen Alltag
Referentin: Cécile Lecomte
28. März, Roter Buchladen (Nikolaikirchhof) und 19 Uhr
!
„Wie fühlt es sich oben in einer Baumkrone über der Castorstrecke an? Gibt es ein Gesetz à la
„Du sollst dich ausschließlich horizontal bewegen“? Warum interessiert sich der
Verfassungssch(m)utz mehr für's Baumklettern als für mordende Neonazis? Wie fühlt sich eine
Überwachung „mit besonderen technischen Mitteln“ an? Und im Gefängnis? Warum sitze ich
wegen fünf Euro oder etwas mehr dort „freiwillig“ ein? Wie gehe ich mit dem Tod eines
Mitkämpfers um? Was ist vom Spruch „Im Namen des Volkes“ zu halten?“ (Cécile Lecomte)
Cécile Lecomte ist eine Umweltaktivistin und wird auch das Eichhörnchen genannt. Die meisten
ihrer Aktionen stehen im Kontext der Anti-Atom-Bewegung und finden in Form von
Kletteraktionen statt.
Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit zu Austausch und Diskussion.
2014
28.
MÄRZ
Hans-

Christian Dany

Hans-Christian Dany

MORGEN WERDE ICH IDIOT

Kybernetik und Kontrollgesellschaft

Lesung und Diskussion

Lesung und Diskussion

Donnerstag, 28.November 2013, 20 Uhr Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7, Göttingen

Hans-Christian Danys Essay zeichnet die Geschichte der Kybernetik seit den vierziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts nach und zeigt, wie Elemente und Begriffe dieser Wissenschaft in anderen Bereichen der Gesellschaft Einzug gehalten haben, die Gesellschaft in ihrer jetzigen Form bestimmen und aufrechterhalten.

Die Wissenschaft der Kybernetik untersucht biologische, maschinelle und gesellschaftliche Systeme. Sie erforscht deren Prinzipien wie Selbsterhaltung, Selbstregulation und Rückkoppelung. Bestimmend war und ist die Frage der Erhaltung des Systemgleichgewichts.

Dany stellt die These auf, dass die Kontroll- und Machtstrukturen der heutigen Gesellschaft auf dem kybernetischen Modell sich selbst erhaltender Systeme basieren. Ob in der Arbeitswelt, in der Politik, im Alltag oder in sozialen Netzwerken: Jeder/r beobachtet sich selbst und wird von anderen beobachtet. Ein Prozess ständiger Selbstoptimierung ist in Gang gesetzt worden, ist gesellschaftlich akzeptiert. Dies bezeichnet Dany als kybernetisch-kapitalistische Regulationsmaschine. Protest und Widerstand werden als Störung im kapitalistischen System registriert, können aber meist integriert werden.

Dany fragt nach Formen des Protests, die nicht integrierbar sind. Idiot sein, im alten Sinn des Wortes: Privatmensch, keine prozessierbare Kommunikation betreiben, sich ausschließen und der Kontrollmaschine entziehen, sieht er als eine Möglichkeit an.

Für die Praxis autonomer und basisdemokratischer Politik gilt es zu überlegen und zu diskutieren, welche Formen des Protestes entwickelt werden können, die sich im ‚Außerhalb’ bewegen, eine Erfassbarkeit und Integration unmöglich machen.

Hans-Christian Dany, geboren 1966 in Hamburg. Künstler, Autor, lebt in Hamburg. Zuletzt erschien von Dany bei Edition Nautilus Speed. Eine Gesellschaft auf Droge (2008, NA 2012).

veranstaltet von Theaterkeller e.V. & Buchladen Rote Straße

Hans-Christian Dany

 

 

 

 

 

"Syrien zwischen Aufstand und Bürgerkrieg "

 

 

 

Do., 14.11.’13 | 19:30 h | Buchladen „Rote Straße“, Nikolaikirchhof 7

 

 

 

Vor über 2 Jahren begann der Aufstand gegen die Diktatur Bashar Al-Assads in Syrien. Massenhaft gingen Menschen gegen politische Repression und die wirt-schaftliche Situation in fast allen Landesteilen auf die Strasse. Im Norden vertrieben kurdische Kräfte regimetreue Polizei- und Militäreinheiten und bauten Selbstver-waltungsstrukturen auf.
Von Anfang an ging das Assad-Regime mit tödlicher Gewalt gegen Demonstrationen und Versammlungen vor. Die Regio-nalmächte Katar, Saudi-Arabien und Türkei nutzten die Situation, um ihre Machtstellung auszubau-en, bewaffneten den Aufstand, suchten sich genehme Oppositi-onsgruppen wie die Muslimbrü-der und schleusten Djihadisten ins Land. Gemeinsam mit der Propaganda der Assad-Regierung trugen sie zu konfessionellen und ethnischen Spannungen bei und eskalierten den Aufstand zum Bürgerkrieg. Ein Bürgerkrieg, der schon lange internationalisiert ist und inzwischen mit der Hisbollah auch in den Libanon und den Iran reicht; in dem es bis heute Hunderttausende von Toten und Millionen von Flüchtlingen gegeben hat. Lokale Komitees werden im Bürgerkrieg aufgerieben.
Nach dem Einsatz von Giftgas mit über eintausend Toten steht nun, nach einer noch nicht abgeschlossenen, kurzen Phase der militärischen Intervention , nur noch die Debatte um die Zerstörung der Giftgasbestände im Zentrum der medialen Aufmerk-samkeit und das bange Warten auf Genf II, die große Syrienkonferenz.
Die Hintergründe der Kämpfe und des Aufstands, die verweigerte Soli-darität mit diesem und die Genese des eskalierenden Bürgerkriegs und letztlich die geostrategische und mediale Begleitung des aktuellen Völkermords wird der Referent Mar-tin Glasenapp erläutern.
Der Referent Martin Glasenapp ist stellvertretender Leiter der Öffent-lichkeitsarbeit von medico internatio-nal und begleitete für die Nichtregie-rungsorganisation die Initiative „a-dopt a revolution“, die bis heute den zivilen Widerstand gegen Assad un-terstützt.

 

 

 

Veranstalter_innen: AK Asyl Göttingen, EPIZ (Entwicklungspolitisches Informationszentrum), Buchla-den „Rote Straße“, antirassistische aktionsplenum (arap), AK Internationalismus

Leben als Politik

-Wie ganz normale Leute den Nahen Osten verändern-

Buchvorstellung mit Asef Bayat

Asef Bayat bietet uns in seinem Buch „Leben als Politik“ einen neuen Weg zum Verständnis der Menschen und Kämpfe in den Gesellschaften des Nahen Ostens an. Er zeigt uns, dass nicht nur unsere Vorstellungen von gesellschaftlicher Veränderung eurozentriert sind, sondern auch, dass das theoretische Instrumentarium, mit dem wir Gesellschaften betrachten, nicht in der Lage ist, die sozialen Konflikte in den Gesellschaften des Nahen Ostens wahrzunehmen.

Die Bewegungen im Nahen Osten werden getragen von ganz normalen Menschen (ordinary people). Ausgehend von ihren Primärbeziehungen (vor allem Verwandtschaft) organisieren diese ihren Alltag und versuchen ihr Leben zu verbessern. Diese Bewegungen sind nicht formell organisiert und bilden auch keine festen politischen Strukturen und Autoritäten heraus. Sie versuchen auch nicht, durch an den Staat gestellte Forderungen ihre Situation zu verändern.

Es sind statt dessen Prozesse, deren AkteurInnen ganz normale Menschen sind, in ihrem Bemühen um eine unmittelbare Verbesserung ihres alltäglichen Lebens. Und sie machen dies gemeinsam mit jenen, mit denen sie ihren Lebensalltag bewältigen müssen, vor allem mit ihrer (erweiterten) Familie.

Dabei erobern sie immer größere Bereiche des öffentlichen Raums. Wenn sie Erfolg damit haben, finden sie NachahmerInnen. Wenn nicht, weichen sie zurück. Ausgehend von praktischen Alltagsnöten und -wünschen massifiziert sich ein Verhalten, ohne das es einer formellen Organisierung bedarf. Bayat bezeichnet diese 'kollektiven Aktionen nicht-kollektiver AkteurInnen', die sich durch ihr stilles Vordringen in die öffentliche Sphäre konstituieren, als 'soziale nicht-Bewegungen'.

Asef Bayat liefert uns mit seinem Buch einen neuen Zugang zu den Menschen und gesellschaftlichen Prozessen im Nahen Osten. Und obwohl sein Buch vor den aktuellen Kämpfen in der Region seit 2011 ('Arabischer Frühling') entstand, gibt er uns ein neues Verständnis für deren Hintergründe.

Asef Bayat möchte uns sein Buch vorstellen und mit uns darüber diskutieren:

Mittwoch, den 29. Mai 2013

20 Uhr

Buchladen Rote Straße

Nikolaikirchhof 7

37073 Göttingen

 

 

VeranstalterInnen: Institut für angewandte Kulturforschung, Ak Internationalismus, aut, FSR Philosophische Fakultät

 

 

 

Hunderte solcher Helden«:

 

Der Aufstand jüdischer Gefangener im

 

NS-Vernichtungslager Sobibór

 

Der ver.di Ortsverein und die VVN-BdA laden gemeinsam mit dem Roten Buchladen ein zur    Lesung  mit der Autorin Franziska Bruder, Historikerin aus Berlin,

 

am 22. Mai 2013, 19:00h

 

im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7, 37073 Göttingen

 

In Sobibór wurden etwa 170.000 Menschen ermordet, in ihrer überwältigenden Mehrheit europäische Juden, vor allem aus Polen, Holland, Belarus, Russland, der Ukraine und der Slowakei. Sobibór war ein reines Vernichtungslager, die Juden wurden nach der Ankunft direkt in die Gaskammer geführt. Lediglich 550-600 Juden wurden für Arbeiten im Lager und rund um den Vernichtungsvorgang selektiert.
Der Aufstand der Juden in Sobibór ist eines der eindringlichsten Beispiele gegen die These, Juden hätten sich wie Lämmer zur Schlachtbank führen lassen. Im ersten Teil des Buches geht Franziska Bruder den Fragen nach, wer die Akteure des Aufstands waren: Woher kamen sie? Verfügten sie über politische, organisatorische oder konspirative Erfahrungen? Welche Voraussetzungen mussten erfüllt sein, um die Zeit nach dem Aufstand bis zur Befreiung überleben zu können?

 

Es folgt in einem zweiten Teil die Dokumentation vier beispielhafter Überlebendenberichte, darunter der des militärischen Anführers des Aufstands, Aleksandr Petscherskij.

 

 

 


 

 

MORGEN WERDE ICH IDIOT

Kybernetik und Kontrollgesellschaft

Lesung und Diskussion

Lesung und Diskussion

Donnerstag, 28.November 2013, 20 Uhr Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7, Göttingen

Hans-Christian Danys Essay zeichnet die Geschichte der Kybernetik seit den vierziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts nach und zeigt, wie Elemente und Begriffe dieser Wissenschaft in anderen Bereichen der Gesellschaft Einzug gehalten haben, die Gesellschaft in ihrer jetzigen Form bestimmen und aufrechterhalten.

Die Wissenschaft der Kybernetik untersucht biologische, maschinelle und gesellschaftliche Systeme. Sie erforscht deren Prinzipien wie Selbsterhaltung, Selbstregulation und Rückkoppelung. Bestimmend war und ist die Frage der Erhaltung des Systemgleichgewichts.

Dany stellt die These auf, dass die Kontroll- und Machtstrukturen der heutigen Gesellschaft auf dem kybernetischen Modell sich selbst erhaltender Systeme basieren. Ob in der Arbeitswelt, in der Politik, im Alltag oder in sozialen Netzwerken: Jeder/r beobachtet sich selbst und wird von anderen beobachtet. Ein Prozess ständiger Selbstoptimierung ist in Gang gesetzt worden, ist gesellschaftlich akzeptiert. Dies bezeichnet Dany als kybernetisch-kapitalistische Regulationsmaschine. Protest und Widerstand werden als Störung im kapitalistischen System registriert, können aber meist integriert werden.

Dany fragt nach Formen des Protests, die nicht integrierbar sind. Idiot sein, im alten Sinn des Wortes: Privatmensch, keine prozessierbare Kommunikation betreiben, sich ausschließen und der Kontrollmaschine entziehen, sieht er als eine Möglichkeit an.

Für die Praxis autonomer und basisdemokratischer Politik gilt es zu überlegen und zu diskutieren, welche Formen des Protestes entwickelt werden können, die sich im ‚Außerhalb’ bewegen, eine Erfassbarkeit und Integration unmöglich machen.

Hans-Christian Dany, geboren 1966 in Hamburg. Künstler, Autor, lebt in Hamburg. Zuletzt erschien von Dany bei Edition Nautilus Speed. Eine Gesellschaft auf Droge (2008, NA 2012).

veranstaltet von Theaterkeller e.V. & Buchladen Rote Straße

Hans-Christian Dany

 

 
 
"Syrien zwischen Aufstand und Bürgerkrieg "
 
Do., 14.11.’13 | 19:30 h | Buchladen „Rote Straße“, Nikolaikirchhof 7
 
Vor über 2 Jahren begann der Aufstand gegen die Diktatur Bashar Al-Assads in Syrien. Massenhaft gingen Menschen gegen politische Repression und die wirt-schaftliche Situation in fast allen Landesteilen auf die Strasse. Im Norden vertrieben kurdische Kräfte regimetreue Polizei- und Militäreinheiten und bauten Selbstver-waltungsstrukturen auf.
Von Anfang an ging das Assad-Regime mit tödlicher Gewalt gegen Demonstrationen und Versammlungen vor. Die Regio-nalmächte Katar, Saudi-Arabien und Türkei nutzten die Situation, um ihre Machtstellung auszubau-en, bewaffneten den Aufstand, suchten sich genehme Oppositi-onsgruppen wie die Muslimbrü-der und schleusten Djihadisten ins Land. Gemeinsam mit der Propaganda der Assad-Regierung trugen sie zu konfessionellen und ethnischen Spannungen bei und eskalierten den Aufstand zum Bürgerkrieg. Ein Bürgerkrieg, der schon lange internationalisiert ist und inzwischen mit der Hisbollah auch in den Libanon und den Iran reicht; in dem es bis heute Hunderttausende von Toten und Millionen von Flüchtlingen gegeben hat. Lokale Komitees werden im Bürgerkrieg aufgerieben.
Nach dem Einsatz von Giftgas mit über eintausend Toten steht nun, nach einer noch nicht abgeschlossenen, kurzen Phase der militärischen Intervention , nur noch die Debatte um die Zerstörung der Giftgasbestände im Zentrum der medialen Aufmerk-samkeit und das bange Warten auf Genf II, die große Syrienkonferenz.
Die Hintergründe der Kämpfe und des Aufstands, die verweigerte Soli-darität mit diesem und die Genese des eskalierenden Bürgerkriegs und letztlich die geostrategische und mediale Begleitung des aktuellen Völkermords wird der Referent Mar-tin Glasenapp erläutern.
Der Referent Martin Glasenapp ist stellvertretender Leiter der Öffent-lichkeitsarbeit von medico internatio-nal und begleitete für die Nichtregie-rungsorganisation die Initiative „a-dopt a revolution“, die bis heute den zivilen Widerstand gegen Assad un-terstützt.
 
Veranstalter_innen: AK Asyl Göttingen, EPIZ (Entwicklungspolitisches Informationszentrum), Buchla-den „Rote Straße“, antirassistische aktionsplenum (arap), AK Internationalismus

 

 

 

 

 

Leben als Politik

-Wie ganz normale Leute den Nahen Osten verändern-

Buchvorstellung mit Asef Bayat

Asef Bayat bietet uns in seinem Buch „Leben als Politik“ einen neuen Weg zum Verständnis der Menschen und Kämpfe in den Gesellschaften des Nahen Ostens an. Er zeigt uns, dass nicht nur unsere Vorstellungen von gesellschaftlicher Veränderung eurozentriert sind, sondern auch, dass das theoretische Instrumentarium, mit dem wir Gesellschaften betrachten, nicht in der Lage ist, die sozialen Konflikte in den Gesellschaften des Nahen Ostens wahrzunehmen.

Die Bewegungen im Nahen Osten werden getragen von ganz normalen Menschen (ordinary people). Ausgehend von ihren Primärbeziehungen (vor allem Verwandtschaft) organisieren diese ihren Alltag und versuchen ihr Leben zu verbessern. Diese Bewegungen sind nicht formell organisiert und bilden auch keine festen politischen Strukturen und Autoritäten heraus. Sie versuchen auch nicht, durch an den Staat gestellte Forderungen ihre Situation zu verändern.

Es sind statt dessen Prozesse, deren AkteurInnen ganz normale Menschen sind, in ihrem Bemühen um eine unmittelbare Verbesserung ihres alltäglichen Lebens. Und sie machen dies gemeinsam mit jenen, mit denen sie ihren Lebensalltag bewältigen müssen, vor allem mit ihrer (erweiterten) Familie.

Dabei erobern sie immer größere Bereiche des öffentlichen Raums. Wenn sie Erfolg damit haben, finden sie NachahmerInnen. Wenn nicht, weichen sie zurück. Ausgehend von praktischen Alltagsnöten und -wünschen massifiziert sich ein Verhalten, ohne das es einer formellen Organisierung bedarf. Bayat bezeichnet diese 'kollektiven Aktionen nicht-kollektiver AkteurInnen', die sich durch ihr stilles Vordringen in die öffentliche Sphäre konstituieren, als 'soziale nicht-Bewegungen'.

Asef Bayat liefert uns mit seinem Buch einen neuen Zugang zu den Menschen und gesellschaftlichen Prozessen im Nahen Osten. Und obwohl sein Buch vor den aktuellen Kämpfen in der Region seit 2011 ('Arabischer Frühling') entstand, gibt er uns ein neues Verständnis für deren Hintergründe.

Asef Bayat möchte uns sein Buch vorstellen und mit uns darüber diskutieren:

Mittwoch, den 29. Mai 2013

20 Uhr

Buchladen Rote Straße

Nikolaikirchhof 7

37073 Göttingen

 

VeranstalterInnen: Institut für angewandte Kulturforschung, Ak Internationalismus, aut, FSR Philosophische Fakultät

 

 

Hunderte solcher Helden«:

Der Aufstand jüdischer Gefangener im

NS-Vernichtungslager Sobibór

Der ver.di Ortsverein und die VVN-BdA laden gemeinsam mit dem Roten Buchladen ein zur    Lesung  mit der Autorin Franziska Bruder, Historikerin aus Berlin,

am 22. Mai 2013, 19:00h

im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7, 37073 Göttingen

In Sobibór wurden etwa 170.000 Menschen ermordet, in ihrer überwältigenden Mehrheit europäische Juden, vor allem aus Polen, Holland, Belarus, Russland, der Ukraine und der Slowakei. Sobibór war ein reines Vernichtungslager, die Juden wurden nach der Ankunft direkt in die Gaskammer geführt. Lediglich 550-600 Juden wurden für Arbeiten im Lager und rund um den Vernichtungsvorgang selektiert.
Der Aufstand der Juden in Sobibór ist eines der eindringlichsten Beispiele gegen die These, Juden hätten sich wie Lämmer zur Schlachtbank führen lassen. Im ersten Teil des Buches geht Franziska Bruder den Fragen nach, wer die Akteure des Aufstands waren: Woher kamen sie? Verfügten sie über politische, organisatorische oder konspirative Erfahrungen? Welche Voraussetzungen mussten erfüllt sein, um die Zeit nach dem Aufstand bis zur Befreiung überleben zu können?

Es folgt in einem zweiten Teil die Dokumentation vier beispielhafter Überlebendenberichte, darunter der des militärischen Anführers des Aufstands, Aleksandr Petscherskij.