Buchladen Rote Straße in Göttingen

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Veranstaltungen - Archiv

Veranstaltungen - Archiv 2016

 

 

 

 

Die deutsche und internationale Naziszene in Bulgarien
Der Lukov-Marsch im Februar in Sofia

Info- und Mobiveranstaltung der Antifa Bulgaria


Im Februar 2017 trifft sich die europäische Naziszene in Sofia, Bulgarien. Dort findet jedes Jahr der sogenannte Lukov-Marsch statt, die wahrscheinlich grösste regelmässige Nazidemonstration Europas mit mehreren tausend Teilnehmern. Sie dient sowohl der Feier des Gedenkens des bulgarischen Generals und Nazi-Führers Hristo Lukov (1887-1943), als auch der nationalistischen Mobilisierung in Bulgarien und der europaweiten Vernetzung der Nazibewegung.

Die Lage der antifaschistischen Kräfte in Bulgarien ist kritisch. Sie benötigen dringend internationale Unterstützung. Das rechte Lager hat nach 2000 die Oberhand gewonnen, aufgrund der Unterstützung durch eine nach rechts kippende Gesellschaft und zunehmender materieller Unterstützung der europäischen Rechten. Der Beginn der Lukov-Märsche 2003 war Teil dieser bisher ungebremsten Entwicklung.

Sowohl die auswärtige Unterstützung als auch die Entwicklung hin zum Paramilitärischen ist seither immer weiter eskaliert. Das kann man an dem öffentlichen Besuch Tatjana Festerlings (Pegida bzw. AfD) bei der rechtsextremen Miliz "Militärische Union Vasil Levski" im Juli 2016 ablesen. Milizen dieser Art patrouillieren die bulgarischen Aussengrenzen und erfreuen sich der Unterstützung des Staates. Sie helfen dabei, für Roma und durchreisende Fliehende das Leben in Bulgarien zur Hölle zu machen. Antifaschistischen und zivilgesellschaftlichen Widerstand bringen sie durch Gewalt und Terror zum Schweigen.

Die Faschisierung der bulgarischen Gesellschaft ist damit Teil der europäischen Grenzpolitik. Sie trägt wesentlich dazu bei, die Landroute nach Europa zu sperren, und wird von Europa aus nach Kräften gefördert. Sie drängt Fliehende auf die riskante Seeroute oder auf gefährliche Schmugglerpfade. Und sie bietet der europaweiten Faschisierung einen idealen Kristallisationspunkt und ein potentielles Übungsgelände.

Die Antifa Bulgaria kommt deshalb im Januar zur deutschlandweiten Mobilisierungs-Tour und wird uns genauer berichten.

Die Dynamik der Faschisierung in Europa kann nicht gebrochen werden, ohne die Dynamik der Faschisierung in Süd- und Osteuropa zu brechen. Antifaschistische Aktion und Solidarität auf der Balkanroute sind heute aufeinander angewiesen.


21.01. Göttingen, Buchladen Rote Straße, 20 Uhr


Den Vortrag wird die Antifa Bulgaria auf Englisch halten, für die Übersetzung in andere Sprachen werden wir gemeinsam eine spontane Lösung finden.

 

 

44 Jahre und ein wenig weise – der Buchladen feiert ein wenig Geburtstag – mit einer kleinen Veranstaltung über die Geschichte des linken Buchhandels – und vorher mit einem Gläschen Wein oder Wasser

 

1972 wurde der Buchladen gegründet; er wird dieses Jahr also 44 Jahre alt, ein Alter, in dem man und frau schon einmal zurückschauen können auf das, was in den unruhigen Zeiten seit Anfang der Siebziger passiert ist. Eine Gesamtschau liegt natürlich jenseits (nicht nur) unserer Kapazitäten, ganz davon abgesehen, dass sie, wie sollen wir das ausdrücken, nicht ganz so einfach wäre, aber ein Ausschnitt, einer, der mit dem zu tun hat, was wir tagtäglich tun, könnte spannend sein, dachten wir uns, als wir uns an unseren Geburtstag erinnerten.

 

Gerade in Zeiten wie diesen, in denen allerorten rassistisches, antifeministisches, rechtsextremes und Nazi-Gedankengut eine Renaissance erlebt und sich auf Demos, in Parlamenten, bei Brandstiftungen gegen Flüchtlingsheime und in Schlägereien artikuliert, könnte, sollte und müsste, so dachten wir uns, ein linker Buchladen ein Gegenpol zum Zeitgeist sein (auch und gerade, weil Göttingen, was die AFD und das Auftreten von Nazis angeht, selbst ein wenig außerhalb des Zeitgeistes liegt) – das also, was er eigentlich schon immer war, was jedoch oft unterging, und eben deshalb kam es uns in den Sinn, unseren Geburtstag dieses Jahr nicht sang- und klanglos verstreichen zu lassen.

 

Ein spezielles Buch kam da gerade recht, dessen Cover sogar von einem Bild des alten Roten Buchladens in der Roten Strasse geschmückt wird; es heißt: Von Marx zum Maulwurf – und ist von Uwe Sonnenberg verfasst worden. Es handelt von der Geschichte des linken Buchhandels, des Verbands der linken Buchläden und kleiner linker Verlage in den 70er Jahren in der alten BRD (von seinen Anfängen also) und beschreibt sehr minutiös, was in diesen wilden Zeiten im linken Buchhandel passiert ist, zum Teil aufgrund von Augenzeugen und Flugblättern, und natürlich taucht der Rote Buchladen in dem Buch auf. Damals existierte eine Infrastruktur – ganz ohne Smartphones, Computer, Email und Fax, in der linke Projekte vernetzt waren, die mit dem gedruckten Wort zu tun hatten, eine Infrastruktur, von der heute nur wenig bis gar nichts übrig geblieben ist. Vielleicht regt ein kleiner Wochenendausflug in die Geschichte ja dazu an, sich auf einige Teile des Vergangenen zurückzubesinnen, deren Verlust bis in die Gegenwart schmerzt.

Wir laden also ein zu

 einem kleinen Umtrunk mit Wein und Saft und Häppchen und ein paar Knabbereien – am Samstag, den 8. Oktober, um 15.00 Uhr nach Ladenschluss im Buchladen im Nikolaikirchhof

 und

 anschließend zu einer Lesung mit Uwe Sonnenberg (etwa ab 16.00), der aus seinem Buch: Von Marx zum Maulwurf. Linker Buchhandel in Westdeutschland in den 1970ern Jahren vorlesen und anschließend mit den Anwesenden diskutieren wird.

 

 

 

Mein Albtraum“

 Lesung mit der iranischen Dichterin Farkhonde Taghadossi über

die Zeit ihrer Inhaftierung  im Iran von 1983 - 1990.

Dienstag, 28.06.2016 um 20:00 Uhr,

Roter Buchladen, Nikolaikirchhof 7, Göttingen

Farkhonde Taghadossi war als politische Gefangene im Iran in der Zeit von 1983-1990 in verschiedenen Gefängnissen der Islamischen Republik in Haft. Sie war eine von Tausenden von politischen Gefangenen und Oppositionellen, die unter grausamen Bedingungen jahrelang inhaftiert und brutaler Folter ausgesetzt waren. Die Gefängnisgedichte von Farkhonde Taghadossi spiegeln die Erfahrung von Folter, Misshandlung, Vernichtung der politischen Gegner_innen in iranischen Gefängnissen wider, aber auch den Zusammenhalt der gefangenen Frauen und die liebevolle Unterstützung der im Gefängnis mit ihren Müttern eingesperrten Kinder. Dennoch drücken ihre Gedichte sowohl ungebrochenen Widerstandsgeist als auch Lebensfreude aus. Die Dichterin wird aus ihrem Band „Mein Albtraum“ vorlesen. Die Gedichte über die Zeit im Gefängnis entstanden nach ihrer Flucht nach Deutschland.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Institut für angewandte Kulturforschung e.V. (ifak), Iran Solidaritätsverein e.V. und dem Buchladen Rote Straße.

 

 

 

 VERANSTALTUNGSREIHE DES  ANTI-ATOM-PLENUMS

Lesung/Diskussion: „Kommen sie da runter!“

die Kletteraktivistin Cécile Lecomte erzählt von ihrem aktivistischen  und juristischen Alltag

Referentin: Cécile Lecomte

28. März, Roter Buchladen (Nikolaikirchhof) und 19 Uhr !

„Wie fühlt es sich oben in einer Baumkrone über der Castorstrecke an?            Gibt es ein Gesetz à la „Du sollst dich ausschließlich horizontal bewegen“? Warum interessiert sich der  Verfassungssch(m)utz mehr für's Baumklettern als für mordende  Neonazis?                                                                                                        Wie fühlt sich eine  Überwachung „mit besonderen technischen Mitteln“ an? Und im Gefängnis? Warum sitze ich  wegen fünf Euro oder etwas mehr dort „freiwillig“ ein?                                                                                                                          Wie gehe ich mit dem Tod eines Mitkämpfers um?                                                         Was ist vom Spruch „Im Namen des Volkes“ zu halten?“ (Cécile Lecomte) .

Cécile Lecomte ist eine Umweltaktivistin und wird auch das Eichhörnchen genannt. Die meisten ihrer Aktionen stehen im Kontext der Anti-Atom-Bewegung und finden in Form von Kletteraktionen statt.
Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit zu Austausch und Diskussion.

 

die Kletteraktivistin Cécile Lecomte erzählt von ihrem aktivistischen


Missgunst und Feindseligkeit:

Antiziganismus in der Nachkriegszeit
mit Anja Reuss
Mittwoch, den 1.6.2016, 19.00 Uhr im Buchladen Rote Straße,
Nikolaikirchhof 7
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zur Rolle anti-
romaistischer Ressentiments in Politik und Gesellschaft

Die gesellschaftliche Situation von Roma und Romnja in Deutschland
spitzt sich massiv zu: Mit den jüngsten Asylrechtsverschärfungen 
und der Erklärung einiger Balkanstaaten zu sogenannten „sicheren
Herkunftsländern“, ist vor allem diese Gruppe verstärkt von
gesellschaftlicher Isolation und sozialrechtlichen Repressalien
betroffen, die schlussendlich in Abschiebungen gipfeln.
In der Veranstaltungsreihe Stigmatisierung – Entrechtung – 
Vertreibung – Zur Rolle antiromaistischer Ressentiments in Politik
und Gesellschaft vom 25.5. bis zum 30.7.2016 sollen die
verschiedenen Aspekte dieser fortschreitenden sozialen
Ausgrenzung vor dem Hintergrund der aktuellen Politik in
insgesamt neun Veranstaltungen beleuchtet werden.

Basisdemokratische Linke Göttingen

 

 

 Widerstand und Selbstbehauptung in Göttingen

 von 1933 bis 1945

 der Internationale Sozialistische Kampfbund (ISK)

 ein Vortrag mit Rainer Driever, Göttingen

Der 1925 in Göttingen ins Leben gerufene ISK hatte bis Ende 1931

seine Bundeszentrale in der Stadt. Seine im Vergleich zu anderen

Organisationen wenigen Mitglieder entwickelten einen

überproportionalen Einfluss auf das Göttinger linke politische

Milieu. Als einzige politische Kraft bereitete sich der Kampfbund

früh auf die Illegalität vor. Der Vortrag stellt den Widerstand des

ISK vor und zeichnet seinen Weg im Nationalsozialismus nach.

 

Veranstaltet von der Geschichtswerkstatt Göttingen e.V. in Kooperation mit dem Buchladen Rote Straße im Rahmen der der Veranstaltungsreihe "Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus - 09. November - 30. Januar" des Göttinger Bündnisses.

 Donnerstag, 21. Januar 2016, 19.30 Uhr

Ort: Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7, Göttingen


 

 

 

Veranstaltungen - Archiv 2015

 

 

  Zum Glück gab's Punk!

 Autobiographische Erzählungen

Lesung mit Ute Wieners

(Jahrgang 1962, Ex-Punkerin, Ex-Hausbesetzerin, Erwerbslose und Autorin.
Sie lebt in der einst besetzten Sprengel-Schokoladenfabrik in Hannover.)
Utes Kindheit ist geprägt von Lieblosigkeit, Einsamkeit und Gewalt. Vor dem
Horror der Familiemverhältnisse, dem Mobbing in der Schule und dem Mief
der Provinzmetropole Hannover flieht sie in Traum- und Parallelwelten.
Schließlich will sie sich nicht weiter verkriechen und wird Punk. Es stellt sich
heraus, es ist nicht einfach, sich den gewalttätigen und sexistischen Strukturen
der Gesellschaft zu entziehen, denn auch diejenigen, die sich dagegen stellen,
kennen nichts anderes.
Sie berichtet von der hannoverschen Studentenbewegung, die sie als Kind
erlebte,
von Straßenschlachten mit der Polizei und von den Chaostagen. Mit
leicht
ironischer Distanz erzählt sie von gewalttätigen Skinheads und Normal-
bürgern,
von kurzzeitigen Drogenfluchten, von der Gründung der
Anarchistischen
Pogopartei und zeichnet eine radikal subjektive Geschichte
des Punk.


Mittwoch 21.10.15, 19 Uhr Roter Buchladen//linksunten

(Nikolaikirchhof 7, Göttingen)





Lesung und Diskussion "Mit Baumhäusern gegen
Bagger

Geschichten vom Widerstand im rheinischen
Braunkohlerevier“
Montag, 26. Oktober 2015, 19 Uhr im Roten Buchladen (Nikolaikirchhof 7)

Der Hambacher Forst, Mitteleuropas letzter „Urwald“,wird gerodet
durch Europas größten Klimakiller – RWE. Die Folgen davon sind
verheerend und sind sowohl regional in Form von Naturzerstörung,
Zwangsumsiedlungen und Gesundheitsschäden als auch global durch
Klimawandel und Flucht zu spüren. All das für völlig veraltete Kohle
und einen Konzern, der die Energiewende verschlafen hat.
Um dem ein Ende zu setzen, besetzten vor mehr als drei Jahren
Umweltaktivist*innen den bedrohten Wald. Im Sommer 2015
veröffentlichten die Besetzer*innen das Buch „Mit Baumhäusern
gegen Bagger“ über diesen Widerstand. Eine Mitautor*in und
Waldbesetzer*in liest aus dem Buch und auch für Fragen und
Diskussionen wird es Zeit geben.
Warum ist der Hambacher Forst so besonders?
Wo liegt der Unterschied zwischen legitim und legal?
Wie lassen sich Sabotage und direkte Aktionen moralisch begründen?
Wie fühlt es sich an aus einem Baumhaus geräumt zu werden in dem
man monatelang gelebt hat? Und wie kann man mit Polizeigewalt
umgehen?
Veranstalter: JANUN Göttingen e.V. 
Geiststraße 2 

 

 

Die Grenzen der Menschlichkeit

Blackbox Abschiebung - Zur Politik der Abschiebungen

und ihrer Überwindung

Lesung und Diskussion mit Miltiadis Oulios

Tausende Menschen ertrinken mittlerweile auf der Flucht im Mittelmeer. Ein Ergebnis der Politik, die sie vor der Einreise in die EU abhalten will. Diesen Toten stehen sehr viel mehr Illegalisierte gegenüber, die eben dies schaffen – trotz allem in Europa anzukommen. Abschiebung und Abschreckung können die Bewegung von Menschen nicht verhindern.

Dennoch wird an Abschiebungen festgehalten. In Deutschland sorgt die Zunahme der Flüchtlinge aus Kriegsgebieten ebenso wie sogenannter „Armutszuwanderer“ aus Südosteuropa für Debatten und Abwehrreaktionen. Die Behörden der "Integrationsrepublik" Deutschland schieben heutzutage Menschen in 130 Länder der Erde ab. Nach Afghanistan ebenso wie in den Kosovo. Und die Bundesregierung plant mit einem neuen Gesetz mehr Menschen abzuschieben und in Abschiebegefängnissen einzusperren.

Eine absurd anmutende Situation. Denn wir leben heute in einer Welt der erwünschten Mobilität: indische Informatiker programmieren im Silicon Valley, Frauen aus Osteuropa arbeiten hierzulande im Pflegesektor, Studenten verbringen Auslandssemester in aller Welt. Gleichzeitig droht Menschen, die in den reichen Staaten des Westens ihr Glück oder Schutz suchen, permanent die Abschiebung.

Miltiadis Oulios entwickelt in seinem im Suhrkamp Verlag erschienenen Buch "Blackbox Abschiebung" eine Theorie der Abschiebung. Er porträtiert Menschen, die abgeschoben wurden, er analysiert die Grenzen des Menschenrechtsbegriffs bei der Bekämpfung von Abschiebungen und stellt die Realisierbarkeit der Utopie eines Endes der Abschiebung zur kritischen Diskussion.

Miltiadis Oulios ist freier Journalist und Autor und lebt in Düsseldorf.

Donnerstag, den 21.05.2015 um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Straße,

Nikolaikirchhof 7

Veranstaltet von: AK Asyl, EPIZ Göttingen, Fachschaftsrat der Philosophischen Fakultät, Basisdemokratische Linke, Kampagne ‚Abschiebungen-stoppen’, Buchladen Rote Straße

 

 

"Mali oder das Ringen um Würde"

Autorenlesung und Diskussion mit Charlotte

Wiedemann –

Veranstaltungsreihe "Brücken in die Zukunft"

Mali gehörte einst zu den Zentren islamischer Wissenschaft und Kultur. Heute leidet das Land an Armut und Abhängigkeit, in jüngster Zeit wurde es durch Rebellion und Krieg geschwächt. Dennoch passt Mali nicht in das Klischee vom scheiternden Afrika. Eine Gesellschaft, die ihre Werte von Solidarität und Toleranz in den Wirren der Globalisierung zu verteidigen sucht.

Wann? 05.03.2015, 19 Uhr
Wo? Roter Buchladen, Nikolaikirchhof 7, 37073 Göttingen

Kontakt: Institut für angewandte Kulturforschung e.V., Am Leinekanal 4,
37073 Göttingen; Tel. 0551-487141; www.ifak-goettingen.de

Materialien und Informationen zu den Themen: www.archiv3.org

Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation des Instituts für angewandte Kulturforschung e.V., des Promotorenprogramms, des AK Asyl, des Lumières und des Roten Buchladens. Sie wird von der Bingo Umweltstiftung gefördert.

 



 

Veranstaltungen - Archiv 2014

Making of:  Leben als Politik

"Nicht das Problem macht die Schwierigkeit,

sondern unsere Sichtweisweise darauf."

 Viktor Frankl

 

Die vielköpfige Hydra

Die verborgene Geschichte des revolutionären Atlantiks ...

und die Zukunft der globalen Klassenkämpfe

Veranstaltung mit Christian Frings, Mittwoch, 26. November 2014, 20 Uhr

Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchof 7, Göttingen

Veranstaltungsreihe: Making of: Leben als Politik, von: AK Internat, aut, Buchladen Rote Straße, Ifak, unterstützt von der AG Dritte Welt

 An den Außengrenzen Europas werden jeden Tag Arbeiterinnen und Arbeiter, die sich auf dem Weg zu  ihren  Arbeitsplätzen befinden, mit  brutaler Gewalt, tödlichen Schüssen und dem Ertränken im Mittelmeer an der Reise gehindert. Schaffen sie es trotzdem, die europäischen Metropolen zu erreichen, werden sie als „Flüchtlinge“, „Illegale“ oder „Asylbewerber“ ausgegrenzt und nicht als Teil der Arbeiterklasse betrachtet. In Hamburg versuchte der Landesvorstand von ver.di, die Aufnahme der aus Italien gekommenen Lampedusa-Gruppe in die Gewerkschaft mit dem Argument zu verhindern, dass sie „Ausländer ohne Arbeitserlaubnis“ seien.

Die hier zum Ausdruck kommende extreme Spaltung des globalen Proletariats in eine eingehegte und befriedete „Arbeiterbewegung“ im reichen Norden und schwarze, antirassistische und antikolonialistische Kämpfe im armen Süden hat ihre Geschichte. Auf völlig neue Weise erzählen Peter Linebaugh und Marcus Rediker diese Geschichte in Die vielköpfige Hydra. Die verborgene Geschichte des revolutionären Atlantiks aus dem Jahr 2000, das 2008 in deutscher Übersetzung erschien.

Im atlantischen Raum startete der globale Kapitalismus ab dem 16. Jahrhundert seinen Siegeszug um die Welt. Aber für zwei Jahrhunderte war der Atlantik auch ein vielfältiges Netzwerk von Widerstand und Revolten gegen die Durchsetzung der neuen Fabrik- und Arbeitsdisziplin. Es ist ein „buntscheckiger Haufen“ aus entflohenen  Sklaven,  shanghaiten  Seeleuten, zwangsverpflichteten  ArbeiterInnen,  Piratinnen und Piraten, Webern, Fischweibern, Prostituierten, Holzhauern und Wasserträgern, der für lange Zeit die Entwicklung des Kapitalismus durch sein Beharren auf kommunitären Formen des Zusammenlebens behindert. Die Herrschenden und die Kapitalisten erblicken darin eine gefährliche „Hydra“, deren Köpfe vielfach nachwachsen, wenn sie abgeschlagen werden. Erst nach dem Schrecken der haitianischen Revolution von 1792-1804, dem ersten erfolgreichen Sklavenaufstand in der modernen Geschichte, verfestigte sich der Rassismus und die Spaltung in „Nord“ und „Süd“ dermaßen, dass sich die beiden narrativen Stränge der etablierten Arbeiterbewegungen im Norden und von Black Power im Süden auch vom Historiker nicht mehr zusammenbringen lassen, wie Linebaugh und Rediker schreiben: „Aber wir können eine Zeit in Erinnerung rufen, in der sie noch nicht getrennt waren.“

Darin besteht die Aktualität dieses Buchs, das im Rückblick auf eine verborgen gebliebene Vergangenheit einen Ausblick auf eine Zukunft ermöglicht, die notwendig wäre, um den Kapitalismus als ausbeuterisches und zerstörerisches System überwinden zu können. Um diese Geschichte und ihre Bedeutung für uns heute wird es auf der Veranstaltung gehen.

 

 

Donnerstag, 25. September 2014

  „Caliban und die

Hexe“

Veranstaltung mit Max Henninger

 

Max Henninger stellt den Ansatz von Silvia Federici einer neuen feministischen Sicht auf die Verbindung von Hexenverfolgung und  'ursprünglicher Akkumulation' am Vorabend des Kapitalismus vor und dessen Relevanz sowohl für die Sozialgeschichte als auch deren aktuelle Bedeutung.

 

Donnerstag, 23. Oktober 2014:  „Über Marx hinaus“

Veranstaltung mit Max Henninger

 

Max Henninger wird das Buch "Über Marx hinaus" vorstellen, dass eine kritische 

Bestandsaufnahme der heterodoxen marxistischen Diskussion der letzten 50 Jahre bietet. Dabei

geht es im Wesentlichen um die Frage, ob und inwieweit der Bezug auf Marx für eine linke

Theorie der historischen und gegenwärtigen Sozialgeschichte weiterhin möglich ist.

 

 

Mittwoch, 5. November 2014: „Territorien des

Widerstandes“

Veranstaltung mit Eberhard Jungfer

 

Eberhard Jungfer wird, ausgehend von Raul Zibechis,  "Territorien des Widerstands", die Frage der

Orte des Widerstands und der Subjektkonstitution im globalen Süden thematisieren. Dabei geht

es auch darum, dass die historischen und sozialen Bedingungen der Subjektkonstitution im

globalen Süden anderen als den europäisch-cartesianischen Formen folgen, womit eine Abkehr

von eurozentristischen Denkmodellen als Grundvoraussetzung für das Verständnis

trikontinentaler sozialer Prozesse erkennbar wird.

 

alle Veranstaltungen finden um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchof 7, Göttingen

 

Veranstaltet von: AK Internat, aut, Buchladen Rote Straße, Ifak, unterstützt von der AG dritte Welt

 

 

Çapulcu – Die Gezi-Park-Bewegung und die neuen Proteste in der Türkei

Buchvorstellung und Infoveranstaltung

mit dem Autor Tayfun Guttstadt zu seinem neuen Buch

Donnerstag, den 05.06.2014 um 19.00 Uhr

im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Tayfun Guttstadt, in Hamburg geboren, lebt seit drei Jahren in der Türkei und ist dort in der linken und der Umweltbewegung aktiv. Zu Besuch in Deutschland, stellt er sein Buch ›Çapulcu‹ vor und schildert Beginn, Verlauf und Hintergründe der Proteste, an denen er selbst aktiv teilgenommen hat. Vor allem aber gibt er den Beteiligten Gesicht und Stimme und zeigt so die Vielfalt, aber auch die Gespaltenheit der Bewegung.

 

Abschließend werden die Ereignisse gesellschaftspolitisch analysiert und eingeordnet, wobei aktuelle Geschehnisse in der Türkei mit in den Vortrag einfließen.

 

Die Veranstaltung wird von einer Dia-Show mit ausdrucksstarken Fotos von den Ereignissen begleitet.

 

Eine Diskussion nach dem Vortrag ist ausdrücklich gewünscht.

 

 Fatma Umul, analyse & kritik Nr. 593, 15.4.2014: »Das in drei Bereiche unterteilte Buch bietet einen differenzierten Einstieg und ist mit seinem spannenden Schreibstil sowohl für LeserInnen geeignet, die eine Perspektive ›von mittendrin‹ bevorzugen, als auch für LeserInnen, die Interesse an weiterführenden Analysen haben. [...] Wesentlich ist, dass Guttstadt [die] Gezi-Proteste aus den türkischsprachigen Diskursen im deutschsprachigen Raum für einen Vergleich der sozialen Bewegungen zugänglich macht. Wer Interesse hat, aus erster Hand die komplexen Hintergründe des Sommers 2013 zu verstehen, sollte mit Çapulcu den ersten Schritt machen.«
Fatma Umul, analyse & kritik Nr. 593, 15.4.2014)

 

veranstaltet vom Historischen Colloquium Göttingen und Buchladen Rote Straße

 

 

 "Kommen sie da runter!"

 

Wie fühlt es sich oben in einer Baumkrone über der Castorstrecke an? Gibt es ein Gesetz à la „Du sollst dich ausschließlich horizontal bewegen“? Warum interessiert sich der Verfassungssch(m)utz mehr für's Baumklettern als für mordende Neonazis? Wie fühlt sich eine Überwachung „mit besonderen technischen Mitteln“ an? Und im Gefängnis? Warum sitze ich wegen fünf Euro oder etwas mehr dort „freiwillig“ ein? Wie gehe ich mit dem Tod eines Mitkämpfers um? Was ist vom Spruch „Im Namen des Volkes“ zu halten?

 

Cécile Lecomte ist Umweltaktivistin und wird auch „das Eichhörnchen“ genannt. Die meisten ihrer Aktionen stehen im Kontext der AntiAtomBewegung und finden in Form von Kletteraktionen statt.

 

Am Freitag, 28. März, stellt sie um 19 Uhr im Roten Buchladen (Nikolaikirchhof 7) ihr im Februar erschienenes Buch „Kommen Sie da runter!“ mit einer Lesung vor und erzählt aus ihrem aktivistischen und juristischen Alltag.

 

Im Anschluss besteht die Möglichkeit zu Austausch und Diskussion.

 

 

 

Lesung mit Robert Foltin am Freitag, den 21.2.14 im Roten Buchladen  

 Am 21. Februar 2014 liest der Wiener Autor Robert Foltin (u.a. Redakteur der Zeitschrift Grundrisse aus Wien) aus seinem neuen Roman Herbst 1918, ein Anfang stehen die Erfahrungen des jungen Revolutionärs Jakob im Wien des Jahres 1918. Jakob ist Aktivist in der Arbeiter*innen-Bewegung seiner Zeit. Hier macht er erste politische Erfahrungen, nähert sich aber zugleich der Frage, wo das politische aufhört und wo das private anfängt, welche Rolle seine Sexualität und Männlichkeit spielen und wie alles dies miteinander zusammenhängt.

Herbst 1918, ein Anfang ist der erste Roman des Autors. Bislang war Robert Foltin als Autor verschiedener bewegungs- und theoriegeschichtlicher Einführungs- und Überblickswerke bekannt. Er hat u.a. mit "Die Körper der Multitude" eine lesenswerte Streitschrift zum Verhältnis von queer-feministischer Politik und Kapitalismuskritik vorgelegt.

Es geht um die Verstrickung der Akteur*innen in Kämpfe um politische Veränderung – und um ihre Verstrickung in Kämpfe um ganz persönliche, nur auf den ersten Blick nicht-politische Fragen. Denn, so der Klappentext: Jakob möchte Revolutionär werden und findet vorerst keine Gleichgesinnten. Erst nach seiner Desertion aus der Armee schließt er sich einer revolutionären Gruppe an und gerät im Wien der letzten Tage der Österreich-Ungarischen Monarchie in politische Diskussionen und Demonstrationen, muss sich aber auch mit konterrevolutionärer Gewalt und seiner Männlichkeit auseinandersetzen.

Wir freuen uns, das Robert Foltin Zeit und Lust hat, uns Teile aus seinem Roman vorzutragen und anschließend mit allen Interessierten darüber zu diskutieren.

Lesung am Freitag, 21.2.14 um 19.00 Uhr im Roten Buchladen, Nikolaikirchhof 7.

Veranstaltungen - Archiv 2013

 

 

Lesung mit Martin Sudermann
im Buchladen Rote Strasse, Nikolaikirchhof 7

am 6.12.2013 um 20.00 Uhr
 
XXX
Ein Atomkraft-Krimi
 
Oktober 2010. Zwei Tage nach einem von heftigen Auseinandersetzungen
begleiteten Atommüll-Transport wird die Leiche eines Demonstranten im
Wendland entdeckt. Holger Becker, 54 Jahre alt, soll in einem Bach
ertrunken sein. Seine Freunde glauben keine Sekunde an diese Geschichte.
Auch der Journalist Thomas Krüdewagen nicht. Nach der Beerdigung seines
alten Genossen und Freundes beschließt er, dem Rätsel auf den Grund zu
gehen. Thomas Recherchen erweisen, dass Holger all die Jahre politisch
aktiv war und sich mächtige Feinde gemacht hat: BKA, Staatsschutz und
nicht zuletzt den Energiekonzern WEAG, der an der Schwarzmeerküste in
der Türkei im Auftrag der türkischen Regierung ein Atomkraftwerk plant.
Aber die bringen doch niemanden um. Das sind doch irre
Verschwörungstheorien.

Der Journalist Martin Sudermann lebt und arbeitet in Köln. Dass er das Wendland und das Anti-AKW-Milieu nicht nur aus beruflichen Gründen sehr genau kennt, beweist er mit seinem zweiten Fall für den unerbittlichen Rechercheur Thomas Krüdewagen, der in „Mordsgeschäfte“ 2012 sein viel beachtetes Krimidebut feierte.

 

 Hans-Christian Dany

MORGEN WERDE ICH IDIOT

Kybernetik und Kontrollgesellschaft

Lesung und Diskussion

Lesung und Diskussion

Donnerstag, 28.November 2013, 20 Uhr Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7, Göttingen

Hans-Christian Danys Essay zeichnet die Geschichte der Kybernetik seit den vierziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts nach und zeigt, wie Elemente und Begriffe dieser Wissenschaft in anderen Bereichen der Gesellschaft Einzug gehalten haben, die Gesellschaft in ihrer jetzigen Form bestimmen und aufrechterhalten.

Die Wissenschaft der Kybernetik untersucht biologische, maschinelle und gesellschaftliche Systeme. Sie erforscht deren Prinzipien wie Selbsterhaltung, Selbstregulation und Rückkoppelung. Bestimmend war und ist die Frage der Erhaltung des Systemgleichgewichts.

Dany stellt die These auf, dass die Kontroll- und Machtstrukturen der heutigen Gesellschaft auf dem kybernetischen Modell sich selbst erhaltender Systeme basieren. Ob in der Arbeitswelt, in der Politik, im Alltag oder in sozialen Netzwerken: Jeder/r beobachtet sich selbst und wird von anderen beobachtet. Ein Prozess ständiger Selbstoptimierung ist in Gang gesetzt worden und wird gesellschaftlich akzeptiert. Dies bezeichnet Dany als kybernetisch-kapitalistische Regulationsmaschine. Protest und Widerstand werden als Störung im kapitalistischen System registriert und können  meist integriert werden.

Dany fragt nach Formen des Protests, die nicht integrierbar sind. Idiot sein, im alten Sinn des Wortes: Privatmensch, keine prozessierbare Kommunikation betreiben, sich ausschließen und der Kontrollmaschine entziehen, sieht er als eine Möglichkeit an.

Für die Praxis autonomer und basisdemokratischer Politik gilt es zu überlegen und zu diskutieren, welche Formen des Protestes entwickelt werden können, die sich im ‚Außerhalb’ bewegen, eine Erfassbarkeit und Integration unmöglich machen.

Hans-Christian Dany, geboren 1966 in Hamburg. Künstler, Autor, lebt in Hamburg. Zuletzt erschien von Dany bei Edition Nautilus Speed. Eine Gesellschaft auf Droge (2008, NA 2012).

Verlag Edition Nautilus, Flugschrift, Originalveröffentlichung, Broschur, 128 Seiten

Donnerstag, 28.November 2013, 20 Uhr Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7, Göttingen

veranstaltet von Theaterkeller e.V. & Buchladen Rote Straße

Hans-Christian Dany 

 

 

 

"Syrien zwischen Aufstand und Bürgerkrieg "

Do., 14.11.’13 | 19:30 h | Buchladen „Rote Straße“, Nikolaikirchhof 7

Vor über 2 Jahren begann der Aufstand gegen die Diktatur Bashar Al-Assads in Syrien. Massenhaft gingen Menschen gegen politische Repression und die wirt-schaftliche Situation in fast allen Landesteilen auf die Strasse. Im Norden vertrieben kurdische Kräfte regimetreue Polizei- und Militäreinheiten und bauten Selbstver-waltungsstrukturen auf.
Von Anfang an ging das Assad-Regime mit tödlicher Gewalt gegen Demonstrationen und Versammlungen vor. Die Regio-nalmächte Katar, Saudi-Arabien und Türkei nutzten die Situation, um ihre Machtstellung auszubau-en, bewaffneten den Aufstand, suchten sich genehme Oppositi-onsgruppen wie die Muslimbrü-der und schleusten Djihadisten ins Land. Gemeinsam mit der Propaganda der Assad-Regierung trugen sie zu konfessionellen und ethnischen Spannungen bei und eskalierten den Aufstand zum Bürgerkrieg. Ein Bürgerkrieg, der schon lange internationalisiert ist und inzwischen mit der Hisbollah auch in den Libanon und den Iran reicht; in dem es bis heute Hunderttausende von Toten und Millionen von Flüchtlingen gegeben hat. Lokale Komitees werden im Bürgerkrieg aufgerieben.
Nach dem Einsatz von Giftgas mit über eintausend Toten steht nun, nach einer noch nicht abgeschlossenen, kurzen Phase der militärischen Intervention , nur noch die Debatte um die Zerstörung der Giftgasbestände im Zentrum der medialen Aufmerk-samkeit und das bange Warten auf Genf II, die große Syrienkonferenz.
Die Hintergründe der Kämpfe und des Aufstands, die verweigerte Soli-darität mit diesem und die Genese des eskalierenden Bürgerkriegs und letztlich die geostrategische und mediale Begleitung des aktuellen Völkermords wird der Referent Mar-tin Glasenapp erläutern.
Der Referent Martin Glasenapp ist stellvertretender Leiter der Öffent-lichkeitsarbeit von medico internatio-nal und begleitete für die Nichtregie-rungsorganisation die Initiative „a-dopt a revolution“, die bis heute den zivilen Widerstand gegen Assad un-terstützt.
Veranstalter_innen: AK Asyl Göttingen, EPIZ (Entwicklungspolitisches Informationszentrum), Buchla-den „Rote Straße“, antirassistische aktionsplenum (arap), AK Internationalismus

 

 

 

 

‚Theaterkeller’ und ‚Buchladen Rote Straße’ präsentieren:

Vins Gallico

liest aus seinem Ndrangeta-Krimi ‚Respekt’

gallico

Der Autor stellt sein Buch „Respekt“, in Italien als bester Erstlingskrimi ausgezeichnet, erstmals auf einer Lesereise in Deutschland vor.
Eine heiße Augustnacht. Zwei Männer bewegen sich schemenhaft in der Dunkelheit der Hügel des Aspromonte. Im Kofferraum ihres Croma knurrt ein Hund und versucht zu entkommen. Sie packen ihn und binden ihm in Benzin getauchte Stofffetzen an den Schwanz. Der Auftrag von Don Rocco, dem abgetauchten Mafiaboss, war klar: »Gebt dem Hund Feuer und jagt ihn in den Wald oberhalb von Agatea, in ein paar Minuten wird dort alles in Flammen stehen!«
Aber die beiden Brandstifter sind nicht die Einzigen, die sich in der Finsternis des Aspromonte verstecken – irgendetwas läuft dramatisch schief bei ihrem Plan, der doch so einfach schien. So werden ein paar Tage später, als die Ordnungshüter den Brandschaden begutachten, die verkohlten Leichen von zwei Unbekannten entdeckt.
Als Tina Romeo, eigentlich Sportjournalistin des Provinzblatts, mit der Berichterstattung beauftragt wird und vor Ort erscheint, ist sie überzeugt, dass es sich um einen tragischen Unfall handelt. Sie ahnt nicht, dass sie kurz darauf selbst ins Zentrum einer Fehde zwischen alten Rivalen geraten wird, einer Intrige um Macht und Geld, die ihr Leben – und nicht nur ihres – völlig aus den Fugen bringen wird.
Tina Romeo erkennt, dass sie es mit der ’Ndrangheta zu tun hat, der mächstigsten Mafia-Organisation Europas. Sie recherchiert, schreibt und kämpft, macht die Angelegenheit immer mehr zu ihrer eigenen, aber sie weiß nicht, dass sie benutzt wird.
Widerstandsleistung gegen die Verhältnisse
»Respekt« ist ein Erstlingsroman, eine Art Widerstandsleistung gegen die Verhältnisse. Respekt gebührt auch dem Verlag, der Assoziation A, die sich an dieses starke Buch gewagt hat, es ist mit Herzblut geschrieben und in ihm pulsiert die Liebe zum Genre. Respetto.
Alf Mayer : “Kalabrien und die Ndrangheta” aus CULTurMAG
Vom Popkorn bis zum Respekt
Vins Gallico wurde 1976 in Melito di Porto Salvo in der Provinz Reggio Calabria geboren. Er arbeitete u.a. als Popkornverkäufer, Barmann und Uni-Dozent und verbrachte sieben Jahre in Deutschland (davon auch einige in Göttingen). Heute lebt er als Buchhändler, Lektor und Autor in Rom. In Italien hat er sich bereits einen Namen mit Kurzgeschichten gemacht, für die er mehrere Preise erhielt. »feuerfangen« ist sein erster Roman. Vins Gallico wurde 2010 mit dem Premio Belgioioso Giallo für den besten italienischen Krimi-Erstling ausgezeichnet. 2011 wurde er für den Premio Letterario Edoardo Kihlgren nominiert, mit dem das beste italienischsprachige Erstlingswerk ausgezeichnet wird – und kam unter die drei Finalisten.

Montag, den 16. September 2013. Beginn 20:00 Uhr, Einlass ab 19:30 Uhr

Thaeterkeller, Geismarlandstr. 19, Göttingen

Veranstaltet von Theaterkeller und Buchladen Rote Straße

 

 

 

Leben als Politik

 

-Wie ganz normale Leute den Nahen Osten verändern-

 

Buchvorstellung mit Asef Bayat

 

Asef Bayat bietet uns in seinem Buch „Leben als Politik“ einen neuen Weg zum Verständnis der Menschen und Kämpfe in den Gesellschaften des Nahen Ostens an. Er zeigt uns, dass nicht nur unsere Vorstellungen von gesellschaftlicher Veränderung eurozentriert sind, sondern auch, dass das theoretische Instrumentarium, mit dem wir Gesellschaften betrachten, nicht in der Lage ist, die sozialen Konflikte in den Gesellschaften des Nahen Ostens wahrzunehmen.

 Die Bewegungen im Nahen Osten werden getragen von ganz normalen Menschen (ordinary people). Ausgehend von ihren Primärbeziehungen (vor allem Verwandtschaft) organisieren diese ihren Alltag und versuchen ihr Leben zu verbessern. Diese Bewegungen sind nicht formell organisiert und bilden auch keine festen politischen Strukturen und Autoritäten heraus. Sie versuchen auch nicht, durch an den Staat gestellte Forderungen ihre Situation zu verändern.

 Es sind statt dessen Prozesse, deren AkteurInnen ganz normale Menschen sind, in ihrem Bemühen um eine unmittelbare Verbesserung ihres alltäglichen Lebens. Und sie machen dies gemeinsam mit jenen, mit denen sie ihren Lebensalltag bewältigen müssen, vor allem mit ihrer (erweiterten) Familie.

 Dabei erobern sie immer größere Bereiche des öffentlichen Raums. Wenn sie Erfolg damit haben, finden sie NachahmerInnen. Wenn nicht, weichen sie zurück. Ausgehend von praktischen Alltagsnöten und -wünschen massifiziert sich ein Verhalten, ohne das es einer formellen Organisierung bedarf. Bayat bezeichnet diese 'kollektiven Aktionen nicht-kollektiver AkteurInnen', die sich durch ihr stilles Vordringen in die öffentliche Sphäre konstituieren, als 'soziale nicht-Bewegungen'.

 Asef Bayat liefert uns mit seinem Buch einen neuen Zugang zu den Menschen und gesellschaftlichen Prozessen im Nahen Osten. Und obwohl sein Buch vor den aktuellen Kämpfen in der Region seit 2011 ('Arabischer Frühling') entstand, gibt er uns ein neues Verständnis für deren Hintergründe.

 

Asef Bayat möchte uns sein Buch vorstellen und mit uns darüber diskutieren:

 

Mittwoch, den 29. Mai 2013, 20 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7, Göttingen

VeranstalterInnen: Institut für angewandte Kulturforschung, Ak Internationalismus, aut, FSR Philosophische Fakultät

 

 

 

Hunderte solcher Helden«:

 

Der Aufstand jüdischer Gefangener im

 

NS-Vernichtungslager Sobibór

 

Der ver.di Ortsverein und die VVN-BdA laden gemeinsam mit dem Roten Buchladen ein zur    Lesung  mit der Autorin Franziska Bruder, Historikerin aus Berlin,

 

am 22. Mai 2013, 19:00h

 

im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7, 37073 Göttingen

 

In Sobibór wurden etwa 170.000 Menschen ermordet, in ihrer überwältigenden Mehrheit europäische Juden, vor allem aus Polen, Holland, Belarus, Russland, der Ukraine und der Slowakei. Sobibór war ein reines Vernichtungslager, die Juden wurden nach der Ankunft direkt in die Gaskammer geführt. Lediglich 550-600 Juden wurden für Arbeiten im Lager und rund um den Vernichtungsvorgang selektiert.
Der Aufstand der Juden in Sobibór ist eines der eindringlichsten Beispiele gegen die These, Juden hätten sich wie Lämmer zur Schlachtbank führen lassen. Im ersten Teil des Buches geht Franziska Bruder den Fragen nach, wer die Akteure des Aufstands waren: Woher kamen sie? Verfügten sie über politische, organisatorische oder konspirative Erfahrungen? Welche Voraussetzungen mussten erfüllt sein, um die Zeit nach dem Aufstand bis zur Befreiung überleben zu können?

 Es folgt in einem zweiten Teil die Dokumentation vier beispielhafter Überlebendenberichte, darunter der des militärischen Anführers des Aufstands, Aleksandr Petscherskij.

 

 

Die Häuser den Leuten, die darin Wohnen

Zur Geschichte und Gegenwart von
Häuserkämpfen

Autorenlesung mit Wolf Wetzel aus

“Häuserkampf I - ‘Wir wollen alles’ der Beginn einer Bewegung”
2012, Laika-Verlag

Mo. 15.04.2013 | 19:00 Uhr | Buchladen Rote Straße

 | Nikolaikirchhof 7 | 37073 Göttingen

 Buch “Häuserkampf I”, ISBN: 978-3-942281-05-8, 296 Seiten, Laika Verlag

Wohnungsnot, steigende Mieten, Verdrängung von Menschen mit weniger Geld in
die Randbereiche der Städte... was genau wie die aktuelle Lage klingt hat in der
BRD lange Tradition: Wohnen wird zum Wertfaktor. In den 1960ern, 70ern, 80ern
formierte sich in vielen Städten Widerstand und die Menschen nahmen sich den
Lebensraum den sie brauchten, sodass in Berlin zwischenzeitlich über 160 Häuser
besetzt waren. Initiativen aus Studierenden und Bürger_innen wehrten sich gegen
Investor_innenpläne im Frankfurter Westend und besetzten Häuser oder dergleichen
mehr.

Über die Erfahrungen emanzipatorischer Bewegungen zum Thema Wohnraum berichtet
das Buch von dem Autor_innen-Team um Wolf Wetzel, dass im Laika Verlag
erschienen ist. Auch in Göttingen wird sozialer Wohnungsbau wenig gefördert und
Studierendenwohnheime sind mal mehr, mal weniger offen von Schließung bedroht.
Außerdem konkurrieren die Studierenden mit Wenigverdiener_innen um bezahlbaren
Wohnraum, stellt sich die Frage: Welchen Anteil haben wir als Studierende an
der Wohnungsnot? Welchen Anteil haben die Stadtherren daran und was lässt sich
aus den vergangenen Kämpfen um bezahlbaren und selbstbestimmten Wohnraum
lernen?

Die Antwort auf die Frage "Wem gehört die Stadt" sollten wir weder Investoren noch
städtischen Planer_innen überlassen. Mit der autonomen Begehung der Geiststraße
10 und der darauf folgenden spontanen Besetzung und Räumung wurde Anfang
dieses Jahres klar, dass in Göttingen diese Frage unter den Nägeln brennt – zumal
es genug Wohnraum gibt, der leer steht, und trotzdem Menschen nach Wohnraum
suchen, der noch bezahlbar ist.

Wolf Wetzel hat jahrelang als Aktivist und Autor zur Thematik Häuserkämpfe,
Stadtpolitik und Stadtteilinitiativen gearbeitet, er schreibt mit an der Buchreihe zu
Häuserkämpfen in der Bibliothek des Widerstandes die im Laika Verlag erscheint. Die
Wohnrauminitiative Göttingen wird einen kleinen Überblick über die aktuelle Lage
der bedrohten Wohnheime in Göttingen geben. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit
zur Diskussion mit dem Autor und der Wohnrauminitiative.

Die Veranstaltung ist kostenlos, um eine Spende wird gebeten.

Veranstaltet von:

Wohnraumintiative Göttingen Buchladen Rote Straße

www.facebook.com/wohnrauminitiative | www.roter-buchladen.de

Gefördert durch: Basisgruppe Medizin | www.bgmed.org

 Laika Verlag | www.laika-verlag.de


Veranstaltungen - Archiv 2012

Kaltland - Eine Sammlung

Herausgeber: Karsten Krampitz, Markus Liske, Manja Präkels

Die Brandanschläge in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen haben sich als Horror­szenarien eines neuen Rassismus nach der Wende in unser kollektives Gedächtnis eingebrannt. Umso bemerkenswerter ist es, dass in den zahllosen Wenderomanen weder die Opfer eine klare Stimme erhalten noch die Neonazis und Skinheads eine Rolle spielen. Zwanzig Jahre danach füllt »Kaltland« diese Leerstelle mit Erzählungen, autobiografischen Geschichten und Originaltönen prominenter Autoren und Künstler.

‚Kaltland’, Lesung mit Markus Liske und Manja Präkels

Dienstag 6.11.2012 im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Voraussichtlich um 20.00 h

 

 

 

Für eine humane Demokratie

Buchvorstellung „Kaltes Land“ von Holdger Platta

am Donnerstag, den 8. Nov. 2012,

im Buchladen Rote Strasse, 20.00 Uhr

 

Stéphane Hessel, der Bestseller-Autor von „Empört Euch!“, wünscht diesem Buch viel Erfolg. Ebenso Konstantin Wecker: „Ein aufrüttelndes Buch! Es geht um nichts Geringeres als den Krieg einer Finanzelite gegen bewußt arm gemachte Bürger.“ Und der WDR-Kritiker Albrecht Kieser: „Wenn auch nur ein Politiker sich bekehren ließe von dem, was er hier lesen kann, wäre ein bißchen was gewonnen.“

Die Rede ist von dem Buch „Kaltes Land“, kürzlich erschienen im Hamburger Laika- Verlag - mit dem programmatischen Untertitel: „Gegen die Verrohung der Bundesrepublik. Für eine humane Demokratie“. Es handelt sich um einen Band, in dem unter der Herausgeberschaft von Professor Rudolph Bauer/Uni Bremen und dem Wissenschaftsjournalisten Holdger Platta mehr als ein Dutzend AutorInnen Stellung beziehen zur bundesdeutschen Hartz-IV-Politik.

Renommierte Wissenschaftler analysieren die dramatische Ausgrenzung und Erniedrigung von Millionen von Menschen in der Bundesrepublik, z. B. der Vertreter der katholischen Soziallehre, Professor Friedhelm Hengsbach, sowie der Kölner Armutsforscher Professor Christoph Butterwegge. Betroffene schildern in aufwühlenden Berichten ihre oft verzweifelten Kämpfe mit der gnadenlosen Hartz-IV-Bürokratie. Und zahlreiche weitere AutorInnen stellen humane Alternativen zur Diskussion, so die Hamburger Professorin Frigga Haug/Soziologie, der Brandenburger Sozialphilosoph Dr. habil. Rainer Thiel und der Vertreter der protestantischen Soziallehre Norbert Bernholt/Lünbeburg (bis vor einem Jahr Göttingen).

Holdger Platta präsentiert den Band am Donnerstag, den 8. November, im Roten Buchladen/Göttingen (Nikolaikirchhof 7) um 20 Uhr und berichtet über dessen Anlässe, Geschichte und Zielsetzungen.

Mitveranstalter ist, gemeinsam mit dem „Roten Buchladen“, die „Initiative für eine humane Welt (IHW) e.V.“. Der Eintritt ist frei.

 

 

das projekt baul_cken präsentiert:  

abrisse
innen- und außenansichten einsperrender institutionen

Buchvorstellung und Diskussion – Donnerstag, 23.Februar 2012, - 20.00 Uhr

Buchladen Rote Straße (Nikolaikirchhof 7)

 „[...] Auch Andrej war wütend geworden, er brüllte: „Ich weiß, Sie haben die Verschönerungen der Gefängniszellen im Sinn! Sie legen Läufer auf die Fliesen und hängen Gardinen vor das Gitterfenster!“ - „Und was schlagen Sie vor?“ - „Keine Gardinen vors Fenster, sondern die Gitter herausreißen!“ - „Und wie gedenken Sie das anzustellen, mein Lieber?“ - „Das weiß ich noch nicht!“ Er wußte es wirklich nicht. (Er weiß es vielleicht bis heute nicht.)“

Jurij Trifonow, Die Zeit der Ungeduld

Ausgehend von einer gesamtgesellschaftlichen Utopie, in der die Institution Knast keinen Platz hat, bezieht das projekt baul_cken kritisch Position zum Thema Gefängnis. Berücksichtigt werden dabei die unterschiedlichen Sichtweisen von Gefangenen, Aktivist_innen aus verschiedenen Ländern und Antwält_innen,  die über eine isolierte Betrachtung der Institution Gefängnis hinaus weisen. Die Vielfalt der behandelten Themen reicht von Arbeit im Knast über „Resozialisierung“ und Sicherheitsverwahrung bis hin zur Situation weiblicher Gefangener.

Das Buchprojekt ist aus dem Kontakt mit Gefangenen und einer daraus hervor gegangenen Umfrage zum Thema Gefängnisse entstanden. Das projekt baul_cken liest Auszüge, berichtet von der Entstehung des Buches und freut sich auf eine spannende Diskussion.

http://bauluecken.blogsport.de/

http://www.papiere-fuer-alle.org/

Es lädt zu dieser Veranstaltung:

dienstagsplenum gegen abschiebung und rassismus, ak asyl göttingen, buchladen rote straße

Veranstaltungen - Archiv 2011

Warum Feminismus? Darum!

 

Buchvorstellung, Positionen und Diskussionen mit Autor_innen* des Buches „Darum Feminismus! Bestandsaufnahme und Perspektiven des radikalen Feminismus“.

Ein großer Teil der Gesellschaft in der BRD hält Feminismus für überholt, nicht mehr notwendig. Auch in linken Politikzusammenhängen gibt es immer wieder Ignoranz gegenüber feministischen Forderungen oder ihre inhaltsleere Vereinnahmung.

Wie aber sehen feministische Praxen aus? Wie können Feminismus und Rassismuskritik zusammengedacht werden? Wie wird Sexarbeit diskutiert?

Was bedeutet Definitionsmacht und was ist konsensualer Sex?

 

Weitere Fragen und Antworten am Di., 03.04.2012, um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Strasse, Nikolaikirchhof 7, 37073 Göttingen.

 

Mit Unterstützung des AK Gender DGB-Jugend Göttingen

http://lilue.blogsport.eu

http://www.unrast-verlag.de/unrast

 

 

"Jede Minute, die wir noch leben, ist von Nutzen"

Konzertlesung mit Götz Hütt (Text), Beate Quaas (E-Piano) und Karsten Heckhausen (Cello)

Lesung aus dem von Götz Hütt herausgegebenen Buch, in dem sechs Zeitzeuginnen der Shoah die Geschichten ihres Lebens erzählen. Eines verbindet sie: ihre Herkunft aus jüdisch-ungarischen Familien, ihr Weg 1944/45 durch mehrere deutsche Konzentrationslager Auschwitz, Bergen-Belsen, das Außenlager Duderstadt des KZ Buchenwald und Theresienstadt - sowie nachfolgend das Leben mit der unauslöschlichen Erinnerung daran. Den Erinnerungen von Marta Schweitzer sind als literarisches Dokument ihre Aufzeichnungen vom April 1945 unmittelbar nach der Befreiung beigefügt.

17.11.2011 um 19.30 Uhr im Buchladen Rote Strasse, Nikolaikirchhof 7, 37073 Göttingen

Veranstaltet von der Geschichtswerkstatt Duderstadt in Kooperation mit dem Buchladen Rote Strasse

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus 9. November 2011 – 30. Januar 2012" statt.

 

Unter dem Jolly Roger

Piraten im Goldenen Zeitalter

Veranstaltung mit Gabriel Kuhn

Die Piraten des „Goldenen Zeitalters“, die von 1690 bis 1725 die Meere zwischen der Karibik und dem Indischen Ozean unsicher machten, haben bis heute nichts an Faszination verloren. Die politische Deutung ihrer Aktivitäten ist jedoch umstritten. Auf der einen Seite werden sie als gewalttätige und erbarmungslose Kriminelle dargestellt, auf der anderen als Sozialrebellen und Revolutionäre. 
 
„Unter dem Jolly Roger“ untersucht die Kultur und Ökonomie, die moralischen Prinzipien und sozialen Organisationsformen der Piraten ebenso wie die Bedeutung von Nation, Geschlecht, Sexualität, Religion und Ethnizität in ihren Gemeinschaften. Ein abschliessender Essay widmet sich der Relevanz des Goldenen Zeitalters für politischen Aktivismus heute.

Gabriel Kuhn stellt sein Buch

„Unter dem Jolly Roger“

am Donnerstag,den 20. Oktober um 20.00 Uhr

im Roten Buchladen, Nikolaikirchhof 7 vor.

 

 

S. Anand

“Bhimayana: Experiences of Untouchability”

Eine politische Graphic Novel über Diskriminierung und Widerstand im modernen Indien

“Bhimayana: Experiences of Untouchability“ ist eine politische Bildgeschichte von S. Anand, die vom Leben des bedeutsamen indischen Aktivisten und Politikers B. Ambedkar handelt. Anands Graphic Novel wird weltweit von Literaturkritiker_innen und politischen Aktivist_innen begeistert aufgenommen. Der US-Nachrichtensender CNN lobt Anands Buch als eines der fünf wichtigsten politischen Comicbücher.

Am Freitag, den 21. Okt. 2011 um 19:30 Uhr wird S. Anand seine Graphic Novel im Buchladen Rote Straße (Nikolaikirchhof 7, 37073 Göttingen) vorstellen. Die Buchvorstellung findet auf Englisch statt

Was bedeutet es, in Indien ein Unberührbarer zu sein? Warum vermeiden es einige Inder_innen, andere zu berühren? Bhimrao Ramji Ambedkar (1891–1956), einer der wichtigsten politischen Aktivisten der indischen Unabhängigkeitsbewegung, wuchs als Unberührbarer im spätkolonialen Indien auf. Diskriminierung gehörte zu seinen alltäglichen Erfahrungen, sei es in der Schule, sei es nach seinem Studium an der Columbia University, sei es während seiner späteren Reisen durch Indien. Im Kampf gegen die Diskriminierung als Unberührbarer fiel ihm eine zentrale Rolle in der Unabhängigkeitsbewegung zu und er wurde zum Autor der Verfassung des unabhängigen Indiens. In späteren Jahren konvertierte er zum Buddhismus. Von Ausgrenzung und Diskriminierung sind bis heute die rund 170 Millionen „Dalits“ (Unberührbaren) in Indien betroffen. Ihnen wird immer noch der Zugang zu Brunnen, Häusern und anderen lebensnotwendigen Einrichtungen verwehrt.

 

Der Autor S. Anand verbindet die historische Person Ambedkars mit einer Kritik an der aktuellen Diskriminierung großer Bevölkerungsteile in Indien. Unterstützt wird er dabei von Durgabai Vyam und Subhash Vyam, die die Geschichte gekonnt grafisch in Szene setzen. S. Anand ist Mitbegründer des Navayana-Verlags („Der neue Weg“), der sich bisher als einziger Verlag in Indien auf Publikationen zum Thema „Kaste“ aus einer dezidiert kritischen Perspektive spezialisiert hat.

Arundhati Roy, eine der bekannsten Aktivistinnen und Schriftstellerinnen Indiens, schreibt zu dem Buch: “The story of the life of Bhimrao Ambedkar, one of India’s most important thinkers, has been deliberately sidelined for decades. Bhimayana re-tells it in the most unusually beautiful way. It is unforgettable.”

Freitag, 21. Okt. 2011, 19:30 Uhr, Buchladen Rote Straße

 


Emma Goldmann: Gelebtes Leben

Eine szenische Lesung mit Marlen Breitinger

 
Mai 2011 um 20.00 Uhr
 
Buchladen Rote Strasse,
 
Nikolaikirchhof 7

 

Emma Goldmann (1869 – 1940), „die rote Emma“ war zu ihren Lebzeiten eine Symbolfigur des Anarchismus. Sie wurde bekannt durch ihre Schriften, ihre Reden und engagierten Kampagnen für die Rechte der ArbeiterInnen, für Geburtenkontrolle, gegen die Wehrpflicht und für die Friedenbewegung.

1886 war sie im Alter von siebzehn Jahren aus Russland in die USA emigriert. Durch die Hinrichtungen der Aufständischen vom Chicagoer Haymarket und die Begegnung mit Johann Most politisiert, erkannte sie bald ihr großes rhetorisches Talent und setzte es bei Vorträgen und Agitationsversammlungen ein, wo sie für die verschiedensten Belange der ArbeiterInnen und der Unterdrückten kämpfte. Sie wurde mehrere Male zu Gefängnisstrafen verurteilt und 1917, im Zuge der Anarchistenhetze und der Kriegsbegeisterungin der Gesellschaft, nach Russland deportiert, wo sie Zeugin der Auswirkungen der Russischen Revolution wurde. 

Enttäuscht von der diktatorischen Herrschaft der Bolschewiki,verbrachte sie einige Jahre in Frankreich, wo sie in den zwanziger Jahren ihre Autobiographie verfasste. 1936 nahm sie am spanischen Bürgerkrieg teil. 1940 verstarb sie in Toronto.

VeranstalterInnen: Theaterkeller e.V.,

Jugendzentrum Innenstadt e.V. Buchladen Rote Strasse,

Geschichtswerkstatt Göttingen e.V.

 

Emma Goldmann: Gelebtes Leben – Autobiographie

neu übersetzt von Maren Breitinger. Renate Orywa und Sabine Vetter

Nautilus Verlag 2010

 

 

 

Maghreb: Aufstände aus dem Alltag -

Politik gegenFlüchtlinge

 

Eine Veranstaltung über die arabische Revolution

und das Scheitern Europas im Süden

Erfahrungsbericht und Darstellung von Helmut Dietrich (2006-2010 Tunesien /

Algerien).

Epochale soziale Unruhen haben die arabische Welt erfasst. Die Gesellschaften mobilisieren sich in einer unerhörten Weise, in Tunesien und Ägypten haben die Massendemonstrationen bereits die bisherigen Machthaber in die Flucht geschlagen. Die Parole „Das Volk will den Sturz des Systems“ ist auch im Jemen, in Jordanien, in Bahrein und Libyen zu hören. Die Sozialrevolten scheinen im Politischen zu münden. Aber in Wirklichkeit sind es keine Stürme auf das Winterpalais. Parteien und NGOs spielen kaum eine Rolle. Die Bewegungen beziehen ihre Kraft aus einem dichten Geflecht von AllEtagsbeziehungen. Und sie drohen auch jede Übergangsregierung zu stürzen, sofern diese keine tiefgreifende Veränderung der sozialen Verhältnisse herbeiführt.

Die Unruhen zielen langfristig auf gerechte und würdige Lebensverhältnisse innerhalb der arabischen Gesellschaften, aber auch auf ein verändertes, nicht länger von Ungleichheit und Abhängigkeit geprägtes Verhältnis zu Europa und Nordamerika. Im Zuge der EU-Sicherheitsstrategie (2003) und der EU-Nachbarschaftspolitik (2004) hat sich Europa gezielt mit einem südlichen Ring von geförderten Diktaturen umgeben. Die Einkommensschere zwischen der südlichen Europäischen Union und den arabischen Ländern am nördlichen Mittelmeerufer beträgt bei den formellen Lohnverhältnissen ungefähr 1:10 – so viel wie nie zuvor in der jahrtausendealten Mittelmeergeschichte. Die Migration nach Europa ist (1) durch die Kriminalisierung der freien Ausreise in Nordafrika, (2) durch das Visa-Regime, (3) durch Frontex und (4) durch die Fahndung nach Illegalisierten in der EU stark blockiert. Das Mittelmeer bei Gibraltar und zwischen Tunesien und Süditalien ist zum größten Massengrab der euromediterranen Nachkriegsgeschichte geworden.

Das Projekt EU-Europa scheitert: vom Süden her. Welche globalen Umbrüche von den Unruhen in der arabischen Region ausgehen könnten, ist derzeit nicht absehbar. Die gegenwärtigen Ereignisse könnten sich als weltgeschichtliche Zäsur erweisen, wie die „Arabische Revolte“ gegen das Osmanische Reich während des Ersten Weltkriegs und der Antikolonialismus nach dem Zweiten Weltkrieg.

Wie sind diese Unruhen entstanden? Was sind ihre gesellschaftlichen und historischen Voraussetzungen? Was treibt sie an? Wie haben sie sich aus dem Mikrokosmos der Armut, der Jugend, des informellen Sektors in Akte historischen Ausmaßes übersetzt? Wie korrespondieren die lokalen Sozialrevolten über tausende von Kilometern miteinander? All dies sind Fragen, die sich allenfalls beispielhaft stellen lassen.

Im Mittelpunkt des Abends steht die erste tunesische Revolution (17.12.2010-14.01.2011) und der niedergeschlagene Aufstand Algeriens (04.-10.01.2011).

Erfahrungsbericht und Darstellung von Helmut Dietrich (2006-2010 Tunesien / Algerien).

Sonntag | 13. März 2011 | 20 Uhr

Buchladen Rote Straße | Nikolaikirchhof 7 | Göttingen

Veranstalter_innen:

AUT, Buchladen Rote Straße, Bündnis gegen Abschiebung und Rassismus, Solidaritätsbündnis mit den revoltierenden Menschen, AK Internationalismus, BG Geschichte

Veranstaltungen - Archiv 2010

‚Rachel Margolis: Als Partisanin in Wilna.

Erinnerungen an den jüdischen Widerstand in Litauen’

Am Mittwoch, den 15.12.2010 um 19.30Uhr findet

im Buchladen Rote Strasse, Nikolaikirchhof 7,

eine Buchvorstellung statt zu:

 

 

Rachel Margolis Autobiographie über das Leben in der Stadt Wilna und des Wilnaer Ghettos, die Flucht in die Wälder und den anschließenden schwierige Widerstand als jüdische Partisanin wird von der Franziska Bruder, der Übersetzerin, vorgestellt. Zu Beginn wird ein kurzes Filminterview mit Rachel Margolis gezeigt, außerdem wird Franziska Bruder aktuelle Entwicklungen des staatlichen Umgangs mit ehemaligen Partisan_innen in Litauen skizzieren.

 

Die Veranstaltung wird vom Buchladen Rote Strasse und der Geschichtswerkstatt Göttingen e.V. organisiert und findet im Rahmen der Bündnisreihe ‚Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus’ statt.

 

 

Perspektiven autonomer Politik

Herausgeber: AK Wantok

Der ak wantok hat in diesem Buch an die 50 Beiträge vereint, die sich mit der Geschichte, vor allem aber mit der Gegenwart und Zukunft der autonomen Bewegung auseinandersetzen.Der Textsammlung liegt die Überzeugung zugrunde, dass die autonome Bewegung nicht nur ein bedeutendes Kapitel in der neueren Geschichte linksradikalen Widerstands in Europa darstellt, sondern dass sie einen Rahmen geschaffen hat, der auch zukünftig das Schaffen und Verteidigen gegenkultureller Räume ebenso ermöglichen und stärken kann wie den Kampf gegen Herrschaft, Unterdrückung und Ausbeutung. Aus der Einleitung: »Autonome Diskussionen finden auf Treffen statt, auf Veranstaltungen und Demos, in Szeneblättern und Internet-Foren. Sie sind breit gefächert, vielfältig und komplex, und das ist gut so. Manchmal jedoch scheinen den Diskussionen gemeinsame Referenzpunkte zu helfen, die Debatten zusammenfassen, zueinander in Beziehung setzen und in historische Zusammenhänge rücken. Dies kann zu mehr Klarheit führen, noch einmal neue Perspektiven ermöglichen und Grundlagen für weitere lebendige Diskussionen schaffen.«

ISBN 978-3-89771-500-4, 400 Seiten | 18.00 Euro

Buchvorstellung mit Diskussion

Mittwoch 1.9.2010 um 20:00 Uhr

Theaterkeller

Geismarlandstr. 19

37083 Göttingen

(veranstaltet von Theaterkeller und Buchladen Rote Strasse)

 

- Autoritäten Entblößen -

- Kreative Antirepression -



Momentan werden in Göttingen in der Kampagne "Für gesellschaftliches Engagement - gegen Kriminalisierung und poltische Justiz" verschiedene Arten von Repression, darunter auch lokale aktuelle Fälle, reflektiert. Dabei wird das Vorgehen von staatlichen Autoritäten gegen Betroffene diskutiert und analysiert. Der Umgang mit Repression wurde aber noch nicht direkt angesprochen.
Wie möchten mit unseren Veranstaltungen einen Weg für einen alternativen und kreativen Umgang mit Repression aufzeigen. Deshalb wollen wir versuchen, eine neue Form der Antirepression zu finden, die ihren Platz in unserer alltäglichen Praxis hat und die sich nicht auf Forderungen an altbekannte Autoritäten beschränkt.
In unserer ersten Veranstaltung laden wir zu einer Lesung mit Hanna Poddig, Aktivistin und Autorin des Buches 'Radikal mutig: eine Anleiting zum Anderssein' ein.
Am nächsten Tag wollen wir im Anschluss daran in einem Workshop gemeinsame Wege zum kreativem Umgang mit Repression finden.

Lesung:
Freitag 7. Mai 2010 19:00 Uhr
Buchladen Rote Strasse, Nikolaikirchhof 7

Workshop:
Sonnabend 8. Mai 2010 12:00 - 16:00 Uhr
'links unten' Buchladen Rote Straße
Anarchosynikalistische Jugend
Göttingen/ Südniedersachsen


 

Veranstaltungen - Archiv 2009

HANNA PODDIG : 'RADIKAL MUTIG'

Als Aktivistin berichtet sie in ihrem Buch von Aktionen, die zeigen wie ein widerständiger Alltag aussehen kann. Dies sind beispielsweise Besetzungen von Genfeldern, Widerstand gegen Militärtransporte mittels Anketten an Gleise. Sie berichtet von weiteren neuen Aktionsformen, bei denen der Spass nicht zu kurz kommt ...

Mittwoch, 18. November 19.00 Uhr
Roter Buchladen Nikolaikirchhof 7 37073 Göttingen


LE MONDE diplomatique

Atlas der Globalisierung

vorgestellt von Andeas Zumach und Tarik Ahmia.

Der Bankrott der Finanzmärkte war nur eines von mehreren Krankheitssymptomen des globalen Kapitalismus. Zeitgleich erlebt die Welt eine Ressourcen- und Umweltkrise, eine Krise des globalen Klimawandels und der globalen Ungerechtigkeit. Ansätze für ein nachhaltiges soziales und global anwendbares Leben- und Wirtschaftsmodell müssen die verschiedene Krisen 'zusammendenken'. Sie stehen im Zentrum der Veranstaltung und der anschließenden Diskussion .

29.Oktober 2009, 20.00 Uhr
Buchladen Rote Straße
Nikolaikirchhof 7
37073 Göttingen


"Eure Ordnung

ist auf Sand gebaut"

 

Rosa Luxemburg

in Briefen, Reden und Artikeln

gelesen und kommentiert von Regine Wagenknecht und Marc Czichy

Dienstag
20. Mai 2009
Buchladen Rote Strasse Nikolaikirchhof 7 37073 Göttingen

 

 

 

 

Empire St. Pauli -

von Perlenketten und Platzverweisen

 
 

Filmvorführung

 
 

Dienstag, 22. September 2009 19:30 Uhr

 

Ein Dokumentarfilm von Irene Bude und Olaf Sobczak

Mit zahlreichen Großprojekten wird Hamburgs berühmtester Stadtteil umgebaut und eine der letzten Lücken in der "Perlenkette" an der Elbe geschlossen. Schönes, neues, sauberes St. Pauli: die touristische Vermarktung läuft auf Hochtouren. Immer mehr Gut- und Bestverdienende leben und arbeiten nun im ehemals armen Stadtteil. Wo bleiben die Menschen, die in den günstigen Wohnungen lebten und die in den Kneipen für 1,50 Euro ein Bier trinken konnten? Was passiert mit denen, die nicht mehr in das neue Bild passen oder sich wehren? In dem mit dem Hamburger Dokumentarfilmpreis 2009 ausgezeichneten Film kommen viele St. PaulianerInnen zu Wort und bilden ein vielfältiges Meinungsspektrum ab. Jenseits von Rotlicht, Kleinkriminellen und Arme-Leute-Klischee.

Die Veranstaltung findet im Kino Lumière statt.

Veranstalter: Theaterkeller und Buchladen Rote Strasse.

Donnerstag 2.04.2009 19:30 Uhr

 

 

Winterdämmerung von Erasmus Schöfer

Lesung und Buchvorstellung

Buchladen Rote Strasse im Nikolaikirchhof 7


schoefer_bild_klein‚Winterdämmerung‘ ist der vierte Band der Tetralogie ‚Die Kinder des Sisyfos‘.
"Schöfer schreibt über die Geschichte der westdeutschen Linken von 1968 bis 1989. Seine Protagonist_innen kämpfen gegen Springer, gegen das AKW Whyl, sind bei Betriebsbesetzungen und Streiks dabei und in diesem vierten Band beim Kampf gegen die Startbahn West am Flughafen Frankfurt/Main und beim AufRuhr für den Erhalt des Krupp-Werks in Duisburg-Rheinhausen. Sie sind engagiert im Werkkreis Literatur der Arbeitswelt (der tatsächlich von Schöfer mit begründet wurde), in der Gewerkschaft, der DKP, kulturell und in sozialen Bewegungen. Sie debattieren das Für und Wider des Sozialismus, der Partei. Sie stellen in Frage und suchen, kämpfend, nach Antworten." (S. Stanicis in Sozialismus , 27.08.2008)
Mit seinem Romanzyklus ist Schöfer der erste Autor, der in einem umfassenden Erzählwerk neuere Geschichte in einer Fülle von historischen Details am Faden von persönlich-privaten Beziehungsgeschichten verdichtet. Aus der Perspektive des Studenten und späteren Geschichtslehrers Viktor Bliss, seiner Freundin Lena und des Betriebsrats Manfred Anklam wird der Beginn der Studentenrevolte mit deren Folgen aus der Perspektive von aktiv Beteiligten erzählt, mit einem Erzählstil, der alles daran setzt, Nähe zu erzeugen, bis hin zu Experimenten wie Paralleldruck gleichzeitig denkender Figuren. Die Fülle der Fakten und die Genauigkeit der Schilderung von Ereignissen machen das Werk zu einem herausragenden historischen Gegenwartsroman. Die Romane charakterisieren auch detailgenaue Darstellungen von Industriearbeit, im zweiten Band die Glasherstellung, im vierten die Stahlproduktion. Mit der Sisyfos-Tetralogie werden erstmals zweieinhalb Jahrzehnte neuester Geschichte in breiter Romanform erzählt.

Veranstaltungen - Archiv 2008

Von Terroristen, Sympathisanten und dem starken Staat

Die öffentliche Debatte über die RAF in den siebziger Jahren

Lesung und Diskussion mit Hanno Balz (Bremen)

Hanno Balz stellt sein gerade im Campus-Verlag erschienenes Buch vor. Es soll an diesem Abend um die Frage gehen, ob der ‚Terrorismus‘-Diskurs tatsächlich vondem spricht, was er benennt oder ob es ein von den Medien ‚gemachtes‘ Phänomen ist. Hanno Balz analysiert die bundesdeutsche Presseberichterstattung der 70er Jahr und untersucht dabei die Mobilisierungen gegen so genannte ‚Sympathisanten‘ und einen Großteil der bundesdeutschen Linken. Nicht zuletzt soll auch thematisiert werden, wie die Medien die Vorstellung schürten, dass jede/jeder Opfer der RAF hätte werden können. Spekulationen über mögliche RAF-Anschläge auf vollbesetzte Fußballstadien oder die Vergiftung des Trinkwassers trugen ein Übriges zur Ausbreitung einer hysterisierten Stimmung bei.

Hanno Balz ist Historiker und Kulturwissenschaftler an der Uni Bremen.
Donnerstag 20.11.2008 um 20.00 Uhr
Buchladen Rote Strasse, Nikolaikirchhof 7, 37073 Göttingen




Kathe

Donnerstag 6.November 2008 20.00 Uhr

Buchladen Rote Strasse Nikolaikirchhof 7

Buchvorstellung und Gespräch mit dem Autor Espen Søbye - Moderation und Übersetzung

Uwe Englert

Die 15-jährige Kathe Lasnik hatte weder Zeit noch Gelegenheit wie Anne Frank ihre Gedanken und Gefühle angesichts drohender Vernichtung aufzuschreiben. Von ihrer Verhaftung am 26. November 1942 in Oslo bis zu ihrem Tod in Auschwitz blieben ihr nur fünf Tage. Doch der Schriftsteller Espen Søbye brachte Licht in ein doppelt ausgelöschtes Leben" (Jochen Reinert, ND).

Espen Søbye arbeitete im Statistischen Zentralamt in Oslo, als er die Anfrage eines amerikanischen Kollegen erhielt, der wissen wollte, welche Rolle die Statistik bei der Identifizierung, Verhaftung und Ermordung der Juden in Norwegen gespielt hatte. Søbye musste sich eingestehen, dass er trotz seiner beruflichen Qualifikation wenig über diese Zusammenhänge wusste. Dies veranlasste ihn zu einer umfassenden Recherche in zahlreichen Archiven Skandinaviens. Dabei stieß er auf einen "Fragebogen für Juden in Norwegen", den die jüdischen Bürger des Landes nach der Okkupation durch die deutschen Truppen hatten ausfüllen müssen.

In zierlicher Handschrift hatte auch die 15-jährige Schülerin Kathe Lasnik den Fragebogen in einem Osloer Polizeirevier ausgefüllt. Auf die Frage, seit wann sie sich in Norwegen aufhalte, hatte sie geantwortet: "Seit jeher in Norwegen." Zehn Tage später wurde Kathe Lasnik zusammen mit ihren Eltern und 530 anderen Juden mit dem Schiff "SS Donau" nach Auschwitz-Birkenau deportiert und zusammen mit sämtlichen Frauen und Kindern nur 20 Minuten nach ihrer Ankunft in einer Gaskammer ermordet.

Mit seiner akribisch recherchierten Biografie des 15-jährigen jüdischen Mädchens Kathe Lasnik und ihrer Familiengeschichte zeichnet Espen Søbye ein genaues Bild der Lage der jüdischen Bevölkerung - auch bereits vor der Besatzungszeit - in Norwegen, die sich mit dem Überfall der deutschen Truppen im April 1940 dramatisch zuspitzte.

Das 2003 veröffentlichte Buch, in dem Søbye nachweist, dass Norwegen keineswegs frei von Antisemitismus war und viele Norweger mit der antijüdischen Politik der Deutschen kollaborierten, löste eine vergangenheitspolitische Debatte aus und trug entscheidend zur kritischen Auseinandersetzung mit dieser bisher verdrängten Seite der norwegischen Geschichte bei.

 

 

Tödliche Schüsse

Multimedia-Lesung und Veranstaltung zu den Sozialen Bewegungen in den 80er Jahren

Zu Gast: Wolf Wetzel

Samstag, 1. November 20 Uhr im Theaterkeller, Geismarlandstr. 19

Als am 2.11.1987 bei einer Nachtaktion am Frankfurter Flughafen tödliche Schüsse auf Polizeibeamte abgegeben wurden, ging dieses Ereignis als Novum in die Geschichte sozialer Bewegungen ein. Zwanzig Jahre später nun rekonstruiert Wolf Wetzel in seiner dokumentarischen Erzählung "Tödliche Schüsse" die nächtlichen Ereignisse vom Beginn der Demonstration bis zum Verhör im Polizeigeawhrsam. Die Protagonist_innen werden dabei eingeholt von den Ereignissen, die ihr bisheriges Leben gewaltig ins Wanken brachten: von der Hüttendorfräumung im Flörsheimer Wald über die Demonstration gegen die Plutoniumfabriken Alkem-Nukem inHanau bis hin zu klandestin durchgeführten Anschlägen auf Strommasten. Auch wenn die Auseinandersetzung um die Startbahn West im Mittelpunkt der Erzählung steht, so ist es auch ein Buch über die 80er Jahre, das die sozialen Bewegungen in den Mittelpunkt des Interesses rückt. Der Versuch, zwischen kommunistischen Doktrinen und Alternativbewegung, zwischen der Roten Armee Fraktion und den Grünen eigene Wege zu gehen. Auf der Grundlage von Interviews mit 15 damals beteiligten Personen entsteht ein Spiegelbild der politischen Stimmung und der Entschlossenheit zum Widerstand. Nicht die persönliche Remineszenz oder das Anekdotenhafte stehen hier im Vordergrund, sondern die Summe der persönlichen Erinnerungen als Teil des kollektiven Gedächtnisses.

 

 

Beugehaftbeschlüsse gegen Christian Klar, Brigitte Mohnhaupt und Knut Folkerts

Beiträge zur juristischen und politischen Einschätzung und zur Bedeutung von Aussageverweigerung und Beugehaft

Veranstaltung mit dem Solidaritätsbündnis gegen Beugehaft

am Donnerstag, den 12.06.08, um 20.00 Uhr im Theaterkeller, Geismarldstr. 19

Im April 2007 wurde gegen Stefan Wisniewski ein Ermittlungsverfahren wegen der Erschießung Bubacks und des versuchten Anschlags auf das Gebäude der Bundesanwaltschaft (1977) eingeleitet. Anfang Januar diesen Jahres hat der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs einem Antrag der Bundesanwaltschaft auf Beugehaft gegen die drei ehemaligen Mitglieder der RAF stattgegeben, um sie zu Aussagen zu zwingen. Die Beschwerde, die die Betroffenen gegen diesen Beschluss eingelegt haben, ist im April zurückgewiesen worden. Endgültig entscheiden muss jetzt der Staatsschutzsenat des BGH.

Das staatliche und gesellschaftliche Rachebedürfnis gegenüber den Menschen, die in der RAF organisiert waren, ist ungebrochen. Verlangt werden Reue und Unterwerfung. Ehemalige Militante, die nicht Abbitte leisten, werden weiterhin verfolgt und denunziert. Brigitte Mohnhaupt und Knut Folkerts sollen nach 24 bzw. 18 Jahren Knast wieder unter Sonderhaftbedingungen inhaftiert werden. Christian Klars Freilassung würde sich um die Länge der Beugehaft nach hinten verschieben.

Hinter dem Beschluss der Justiz, die Drei in Beugehaft zu nehmen, steht das Interesse, sie medienwirksam für ihre Haltung abzustrafen, keine Genoss_innen und nichts an der Politik der RAF zu denunzieren, während die Geschichte des bewaffneten Kampfes weiter umgeschrieben und jeglichen politischen und gesellschaftlichen Zusammenhangs beraubt wird. Christian Klar, Brigitte Mohnhaupt und Knut Folkerts sollen in Beugehaft, während Buback als Verantwortlicher der Todesschussfahndung und des Todes von Holger Meins zum reinen Opfer von Terroristen mutiert und Schleyers Vergangenheit als ehemaliges Mitglied der SS verschwiegen wird.

Für Aussageverweigerung - gegen Beugehaft!
Keine juristische Abwicklung und Entpolitisierung linksradikaler Kämpfe und Geschichte!
Solidaritätsbündnis gegen Beugehaft Hamburg
Veranstaltet vom Theaterkeller und dem Buchladen Rote Strasse

 

Buchvorstellung mit Gabriel Kuhn: "Neuer Anarchismus in den USA"

am 15.05.2008 um 20.00 Uhr Ort: Theaterkeller, Geismarldstr. 19

Die Proteste gegen das Treffen der WTO in Seattle 1999 übten wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung gegenwärtiger US-amerikanischer Widerstandskultur aus. Ein bemerkenswerter Aspekt dieser Entwicklung ist das Wiedererstarken einer anarchistischen Bewegung. Der Autor präsentiert die Bewegung anhand neunzehn individuell eingeleiteter und kommentierter Texte. Die Texte stellen die bekannteren Kollektive, AutorInnen, und Konzepte vor und verbinden dies mit Darstellungen anarchistischer Alltagskultur sowie aktuellen Diskussionen um die Renaissance des Schwarzen Blocks, Machoattitüden innerhalb der anarchistischen Szene, Segregationsprobleme sozialer Bewegungen und anarchistische Ökonomie.

VeranstalterInnen: Buchladen Rote Strasse, Theaterkeller

 

Hans-Christian Dany: Speed. Eine Gesellschaft auf Droge

Von J.P. Sartre bis Andy Warhol, von Adolf Hitler bis Johnny Rotten

Lesung

Dienstag, den 18. März um 20.00 Uhr im Theaterkeller, Geismar Landstraße 19

Coverbild  SpeedAmphetamin hatte viele prominente Nutzer. Die Droge soll das ‚Große Zappeln‘ von Kindern sowie das Schlafbedürfnis von Soldaten kurieren, sie wird zur Leistungssteigerung, Grenzüberschreitung in der Kreativität und Körpergestaltung, als Antidepressivum und Asthmamittel eingesetzt. Diese Geschichte von Speed setzt aus zahlreichen Nahaufnahmen auch eine Geheimgeschichte des 20.Jahrhunderts zusammen. Amphetamin ist als Pharmazeutikum die normalste Sache der Welt: Kinder und Soldaten bekommen Amphetaminpräparate legal zugeteilt, um zu leisten, was von ihnen erwartet wird. Als Chrystal Meth alias Pep, Yaba oder Speed hingegen wird es als ‚Killerdroge‘ für den jüngsten Anstieg an HIV-Infektionen verantwortlich gemacht und gilt bei Politikern als größte Bedrohung der USA.

Keine Droge aber ist in so kurzer Zeit von der Pharmaindustrie so massenhaft verbreitet worden wie Amphetamin, und keine war und ist so vielseitig einsetzbar. Mit großer Sachkenntnis, anschaulich, sehr lebendig und manchmal mit ironischem Witz schildert Dany die Geschichte und Entwicklung von Speed seit seiner Entdeckung. In seinem Buch ‚Speed. Eine Gesellschaft auf Droge‘ zeigt er die schillernde Anziehung der Droge, ihre Zerstörungskraft und weiß gute Gründe zu nennen, nüchtern zu bleiben.

Hans-Christian Dany, geboren 1966 in Hamburg. Künstler, Autor, Kurator, Berater. Lebt in Hamburg.

 

Autonome: Auch 2008 noch in Bewegung?!

Buchvorstellung und Veranstaltung zu ‚Autonome in Bewegung. Aus den ersten 23 Jahren‘

Zu Gast: Ein Beschuldigter im aktuellen §129a-Verfahren in Berlin

Samstag, den 19. Januar 2008 um 20.00 Uhr im Theaterkeller, Geismar Landstraße 19

Unter dem Namen ‚AG Grauwacke‘ bescheiben fünf Berliner Autonome 20 Jahre autonomer Geschichte. In dem Buch ‚Autonome in Bewegung‘ geht es um Analysen, Berichte, Anekdoten und Schmonzetten u.a. zu folgenden Themen: Häuserkampf, Anti-Akw, IWF-Kampagne, Revolutionäre Zellen, Spaßguerilla, Punk, Rostock und Hoyerswerda.

Das Buch ist eine Mixtur aus persönlichen Erlebnissen, Reflexionen, analytischer Aufarbeitung und politischer Einordnung der autonomen Bewegung, deren viel beschworenes Ende noch lange nicht erreicht ist. Das erste Mal im Juni 2003 erschienen, liegt das Buch inzwischen in der vierten Auflage vor.

2006 stellte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend einen Indizierungsantrag gegen das Buch, im Vorfeld des G8 muste es im Mai 2007 als Grund für diverse Razzien herhalten. So wurden neben zahlreichen Objekten auch die Räume des Verlages Assoziation A in Berlin durchsucht, um Beweismaterial gegen die vermuteten Autoren des Buches zu beschlagnahmen. Die Durchsuchungen wurden u.a. damit begündet, daß das Buch quasi ein Bekennerschreiben sei: während der IFW-Kampagne 1988 gab es eine militante Kampagne, zum G8-Gipfel knapp 20 Jahre später wurde auch zu einer ähnlichen Kampagne aufgerufen. Also: muss es auch heute eine terroristische Vereinigung geben – und das müssen u.a. die Grauwackes sein. Ingesamt rechnet die Bundesanwaltschaft der nebulösen Vereinigung zwölf gewalttätige Aktionen mit einem Gesamtschaden von rund 2,6 Millionen Euro zu, die im Zeitraum Juli 2005 bis März 2007 ausgeführt wurden. Zu Beginn dieses Jahres hat der Bundesgerichtshof (BGH) zwar festgstellt, dass die Razzien im Vorfeld des G8 rechtswidrig waren, an dem Verfahren ändert diese Entscheidung jedoch nichts. Bei der Veranstaltung gibt es Neuigkeiten zum aktuellen Stand und Informationen zu den Verfahren.

www.assoziation-a.de/neu/Autonome_in_Bewegung.htm
http://autox.nadir.org


Lesung "Teil der Lösung"

Donnerstag, den 24. Januar 2008 um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Überwachungskameras am Potsdamer Platz, globalisierte Markenwelten und limitierte Bewegungsfreiheit: an Vorzeichen, die politisches Handeln ebenso notwendig wie illusionär erscheinen lassen, mangelt es nirgends.

Christian schlägt sich als freier Journalist mit Gelegenheitsaufträgen durch und ist Teil eines akademischen Proletariats, wie es in Berlin ganze Stadtviertel besiedelt. Selbst Mitte dreißig, hat er die Zeit des bewaffneten Widerstands gegen die Staatsmacht nur noch als Echo miterlebt. Vielleicht sucht er gerade deshalb für eine längst fällige Story Kontakt zu untergetauchten Ehemaligen der Roten Brigaden. In Paris soll ein wichtiger Informant anzutreffen und bereit zum Reden sein. Zunächst aber trifft Christian auf Nele: die hochbegabte Studentin bewegt sich, von einer geheimnisvollen Wut getrieben, durch den Jahrhundertsommer 2003. Was mit ein paar Zufallsbegegnungen eher harmlos beginnt, entwickelt sich zu einer heftigen und verqueren Anziehung, deren Ausgangspunkt im neuen Berlin liegt und die ihren Show-down in Paris erlebt. Teil der Lösung ist ein hochaktueller Roman, der in einem rasanten Ineinander von einzelnen Szenen abbildet, wie bruchstückhaft und vielfältig Wirklichkeit ist. Kontrollierter Raum und spielerische Störmanöver, Decknamen und Spitzel, geheime Treffen und präzise Attentate auf den Alltag: Subtil verbindet Ulrich Peltzer eine störrische Liebesgeschichte mit der Beobachtung neuer politischer Bewegungen in einer Grammatik der Überwachung.

Ulrich Peltzer gilt der Kritik als „einer der wichtigsten Autoren seiner Generation“. Jahrgang 1956, in Krefeld geboren, lebt er seit 1975 in Berlin. Bisher erschienene Bücher: Die Sünden der Faulheit (1987), Stefan Martinez (1995), Alle oder Keiner (1999). Für seine Bücher erhielt er mehere Auszeichnungen, zuletzt 2003 den Bremer Literaturpreis für seinen letzten Roman Bryant Park.

 

Veranstaltungen - Archiv 2007

Bezahlt wird nicht!?

Arbeit und Faulheit - Zwangsarbeit und Freiheit - Armut und Reichtum

Konzertlesung: Hubert Brieden / Mechthild Dortmund

Musik: Moritz Dortmund (Schlagzeug u. Percussion) / Wolfgang Mayr (Bass)

Dienstag, den 16. Oktober 2007 um 19.00 Uhr im Kino Lumiere, Geismar Landstraße 19

Massenarbeitslosigkeit, Arbeitszeitverlängerung, Lohnabbau, Hartz IV, Arbeitszwang. Wer den Reichtum für wenige mehren will, muss die Armut für viele schaffen. Die Rede ist vom größten Sozialkahlschlag seit der Gründung der Bundesrepublik. Kaum noch jemand spricht von Lohnerhöhungen, Arbeitszeitverkürzungen oder gar vom " Recht auf Faulheit". Was bisher nur für die "dritte Welt" galt, soll zukünftig auch wieder hierzulande gelten. Alltäglicher Irrsinn auf dem globalisierten (Arbeits-)Markt.

Seit dem 18. Jahrhundert haben sich SchriftstellerInnen unterschiedlicher Herkunft mit den Ungereimtheiten und Perversionen der Propheten der Arbeit und des "freien Marktes" auseinandergesetzt: von Jonathan Swift über Georg Büchner, Paul Lafargue, Erich Kästner, Heinrich Böll, bis Lluis Llach, Irmtraud Morgner, Charles Bukowsky oder Dario Fo, der Anfang der siebziger Jahre sein wohl bekanntestes Theaterstück mit dem Titel " Bezahlt wird nicht!" schrieb. Damals weigerten sich Arbeiter und Hausfrauen v.a. in Italien die ständig steigenden Preise für Lebensmittel oder den öffentlichen Nahverkehr weiter zu bezahlen. Und heute? Wer will eigentlich was nicht bezahlen? Und ..... führt diese Frage nicht gleich zur nächsten? Nämlich: Was haben Martin Luther und Gerhard Schröder gemein?

Eine Veranstaltung des Buchladens Rote Straße und des Vereins zur Förderung der politischen Bildung e.V.
Eintritt frei, Spenden erwünscht

 

Gute Bücher in schöner Gestalt: Die Büchergilde Gutenberg

Donnerstag, den 4. Oktober 2007 um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Als Buchgemeinschaft von gewerkschaftlich engagierten Schriftsetzern und Buchdruckern 1924 gegründet, verfolgt die Büchergilde auch nach mehr als 80 Jahren die Grundsätze ihrer Gründer: Bücher zu verlegen, an deren Inhalte und Ausstattung hohe Qualitätsmaßstäbe angelegt werden. Die wechselvolle Geschichte Deutschlands spiegelt sich auch in der Entwicklung der Büchergilde wieder. Gegründet in der Weimarer Republik, 1933 ins Exil in die Schweiz gegangen, kehrte die Büchergilde 1947 zurück, um als gewerkschaftliche Kulturinstitution in den politisch bewegten Zeiten ihre mitgliederstärkste Phase zu erleben. Als die gemeinwirtschaftlichen Unternehmen der Gewerkschaften in den .70er Jahren in die Krise gerieten, blieb die Büchergilde nicht verschont. Nur ein mutiger Schritt von leitenden Mitarbeitern rettete die traditionsreiche Buchgemeinschaft 1998 vor dem Aus. Die Ideen der Gründer blieben bei all diesen Schwankungen erhalten: den Mitgliedern inhaltlich gute Bücher in hervorragender Ausstattung anzubieten.

Über Geschichte und die Programmgestaltung der Büchergilde heute berichten Giseltraut Wehrle und die Lektorin Corinna Huffman, Frankfurt.

 

‚TANIA - Undercover mit Che Guevara in Bolivien‘

Lesung und Buchvorstellung

Freitag, den 25. Mai 2007 um 20.00 Uhr im im JuZI, Bürgerstr. 41

Ulises Estrada stellt sein Buch ‚TANIA - Undercover mit Che Guevara in Bolivien‘ vor, in dem er als Zeitzeuge und Gefährte über Tania und sein Leben mit ihr berichtet.
TANIA ist die Geschichte der legendären Tamara Bunke, bekannt als Tania la Guerrillera, die 1937 in Argentinen als Tochter jüdischer Emigranten geboren wurde.Nachdem die Familie 1952 in die DDR zurückkehrt war, begeisterte sich die junge Tamara im Aufbruchsgefühl jener Zeit für die Kubanische Revolution und entschied sich, ihr Leben der Befreiung Lateinamerikas zu widmen.

Ulises Estrada gehörte zu den jungen kubanischen RevolutionärInnen, die 1959 die Batista-Diktatur stürzten. Er lernte Tania/Tamara kennen und lieben, bevor sie als einzige Frau an der Seite Che Guevaras in Bolivien kämpfte und in einem Hinterhalt ihr Leben verlor.

Mit bislang unbekannten Fakten und Dokumenten schildert Ulises Estrada in großer Offenheit den gemeinsamen Kampf.

Veranstalter: Juzi, Theaterkeller und Buchladen Rote Straße

 

‚Schwabinger Krawalle‘ Protest, Polizei und Öffentlichkeit zu Beginn der 1960er Jahre

Vortrag und Buchvorstellung

Mittwoch, den 28. März 2007 um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Im Juni 1962 lieferte sich die Münchner Stadtpolizei im Künstler- und Studentenviertel Schwabing an fünf aufeinander folgenden Nächten heftige Auseinandersetzungen mit mehreren tausend Personen, die unter demonstrativer Missachtung polizeilicher Anordnungen Straßen und Kreuzungen blockierten. Kontroverse Medienberichte heizten die Stimmung zusätzlich auf.

Der Anlass für die ‚Schwabinger Krawalle‘ war vergleichsweise banal gewesen: Zwei Streifenpolizisten waren am Abend des 21. Juni gegen eine Gruppe von fünf jugendlichen Straßenmusikern eingeschritten, die am Rande der Leopoldstraße vor einem größeren Publikum Lieder auf der Gitarre gespielt hatten. Die Situation eskalierte, als Zuhörer und Passanten die augenscheinliche Festnahme der Musiker verhindern wollten. Von nun an sollte sich in dieser und in den folgenden vier Nächten ein jeweils ähnlicher Handlungsablauf wiederholen: Hunderte bzw. Tausende blockierten die Leopoldstraße, die Einsatzkräfte versuchten die Straßen zu räumen und vermeintliche oder tatsächliche ‚Störer‘ festzunehmen. Insgesamt wurden während der Auseinandersetzungen dutzende Personen verletzt, viele davon durch polizeilichen Schlagstockeinsatz.

Bis heute erstaunen die Gewaltexzesse im heißen Münchner Stadtsommer des Jahres 1962. So gab es zu dieser Zeit in der Bundesrepublik sonst kaum spektakuläre Konflikte zwischen Jugendlichen und der Polizei. Die Zusammenstöße vom Juni 1962 sind seitdem keineswegs in Vergessenheit geraten, sondern haben als vermeintlich rätselhaftes, isoliertes Ereignis einen festen Platz im Geschichtsbild der bayerischen Landeshauptstadt, aber auch in der bundesdeutschen Erinnerungskultur eingenommen. Kaum eine Schilderung der turbulenten 1960er Jahre kommt ohne einen Hinweis auf die ‚Schwabinger Krawalle‘ aus. Die Versuche, das Geschehen in die Geschichte der Jugendprotestbewegungen der Nachkriegszeit einzuordnen, führten oftmals dazu, die Auseinandersetzungen als bloßes Vorspiel zur 68er-Bewegung zu interpretieren.

Michael Sturm, Co-Autor des gleichnamigen Buches, versucht in seinem Vortrag, Licht ins Dunkel der Schwabinger ‚Krawall‘-Nächte zu bringen. Er zeichnet nach, was sich vor rund 45 Jahren in der Leopoldstraße, Münchens Vergnügungsmeile zugetragen hat, wie der Konflikt wahrgenommen wurde und welche Folgen er für alle Beteiligten hatte.

Soli-Beitrag 3 € / ermäßigt 2 €

Veranstalter: Buchladen Rote Straße

Veranstaltungen - Archiv 2006

Wettlauf gegen den Tod. Mumia Abu-Jamal - Ein schwarzer Revolutionär im weißen Amerika

Buchvorstellung und Infoveranstaltung mit dem Autor Michael Schiffmann

Dienstag, den 14. November 2006 um 20.00 Uhr im Theaterkeller, Geismar Landstr. 19

Der afroamerikanische Journalist Mumia Abu-Jamal ist nach eigenen Worten seit einem Vierteljahrhundert gezwungenermaßen Bewohner des "am raschesten wachsenden öffentlichen Wohnbauprojekts in den Vereinigten Staaten" - er ist Häftling in einem der zahlreichen US-amerikanischen Hochsicherheitsgefängnisse in Pennsylvania. Abu-Jamal wurde am 9. Dezember 1981 verhaftet, des Mordes an einem Polizisten angeklagt, im Juli 1982 für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Seit Anfang der 1990er Jahre haben seine Bemühungen um eine Wiederaufnahme des Verfahrens großes Echo gefunden und ihn zum wahrscheinlich bekanntesten Todeshäftling der Welt gemacht. Das jetzt von Michael Schiffmann vorgelegte Buch ‚Wettlauf gegen den Tod‘ liefert nicht nur eine gründliche Untersuchung des Kriminalfalles, sondern beschäftigt sich darüber hinaus mit den Hintergründen, die bei der Verurteilung Abu-Jamals trotz brüchigen Beweismaterials und schreiender Widersprüche in der Anklage eine entscheidende Rolle spielten: dem anhaltenden Rassismus der US-Gesellschaft, dem schwarzen Befreiungskampf, an dem Abu-Jamal sich als Black Panther-Führer beteiligte, dem Verfall und der auch physisch sichtbaren Klassenspaltung in der amerikanischen Großstadt, den periodischen Hexenjagden der politischen Polizei gegen Andersdenkende und schließlich dem immer mehr aus den Fugen geratenden System der Strafjustiz. Abu-Jamal wird so zu einem Musterbeispiel für alles, was erschreckend und fragwürdig an der US-amerikanischen Strafjustiz und im besonderen an der Todesstrafe ist.

Noam Chomski sagte nach der Lektüre: "Michael Schiffmanns sorgfältige und gewissenhafte Untersuchung der Ereignisse und des vorliegenden Beweismaterials fördert viel Neues oder bisher Verschüttetes an den Tag und hebt unser Verständnis dieses schmerzlichen und entscheidend wichtigen Falles auf ein neues Niveau. Seine umfassenden Forschungen und seine scharfsinnige Einschätzung der Hintergründe und Konsequenzen sollten zum Anlass für weiteres Engagement im Fall Abu-Jamals selbst sowie in dem vielfältigen Kreis von Problemen dienen, deren Teil er ist."

Michael Schiffmann ist Universitätsdozent am Anglistischen Seminar der Universität Heidelberg, er hat Bücher von Edward Said, Noam Chomsky, Mahmoud Darwish, Homi K. Bhabha und Angela Davis ins Deutsche übersetzt.

Michael Schiffmann: "Wettlauf gegen den Tod. Mumia Abu-Jamal - Ein schwarzer Revolutionär im weißen Amerika" Promedia, 320 Seiten, 21,90 €

VeranstalterInnen: Buchladen Rote Straße, Infoladen im JuZI und Theaterkeller

 

Gestürmte Festung Europa

Veranstaltung und Lesung mit Corinna Milborn

Dienstag, den 24. Oktober 2006 um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

"Europa ist dabei, eine Festung gegen Einwanderung zu bauen: an den Außengrenzen mit Mauern und Stacheldraht, im Inneren durch unsichtbare Barrieren, die in gefährlicher Weise die Spaltung der Gesellschaft vorantreiben. Corinna Milborn berichtet von den Brennpunkten dieser Entwicklung: aus geheimen Flüchtlingslagern in Marokko und den Slums der "Illegalen" in Spanien, aus den Ghettos von Paris und den islamischen Vierteln Londons, aus den Grossstädten Deutschlands und Österreichs."

Der Klappentext des Buches gibt die Spannbreite der Reportagen Milborns wieder. Sie beruhen auf Interviews und Erkundungen der Autorin mit Flüchtlingen, europäischen Jugendlichen mit Migrationshintergrund, Schleppern und Grenzern. Milborns Zusammenstellung ist in dieser Form einzigartig und aktuell. Sie bietet eine Grundlage zur Einschätzung und Diskussion der aktuellen europäischen Migrationspolitik.

Illustriert wird der Vortrag durch Bilder des Fotografen Rainer Riedler. Infos zum Buch zur Veranstaltung: www.festungeuropa.net. Selbstverständlich kann es auch im Buchladen erworben werden.

VeranstalterInnen: Buchladen Rote Straße, Antirassismusplenum und Arbeitskreis Asyl

 

Autonomie oder Barbarei

von Cornelius Castoriadis, (Ausgewählte Schriften, Bd. 1., Hg. M. Halfbrodt und H. Wolf, mit einem Vorwort v. H. Wolf, Verlag Edition AV)

Buchvorstellung mit einem der Herausgeber: Harald Wolf

Freitag, den 6. September 2006 um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Cornelius Castoriadis (1922-1997) ist einer der wichtigsten und originellsten Theoretiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Octavio Paz rühmte ihn als Denker, „dem wir alle unschätzbare Aufklärung in Sachen Philosophie und Politik verdanken“, Edgar Morin nannte ihn einen „Titanen des Geistes“, Axel Honneth einen „der letzten großen Repräsentanten und Erneuerer der Tradition der europäischen Linken&ldquo. Doch nach wie vor besteht zwischen der Bedeutung und Aktualität seines Denkens und seiner Rezeption – zumal hierzulande – eine tiefe Kluft. Die auf mehrere Bände angelegte Edition seiner ‚Ausgewählten Schriften‘ versucht hier Abhilfe zu schaffen. Der Mitherausgeber Harald Wolf gibt bei dieser Veranstaltung einen Überblick über das Werk von Castoriadis und stellt das Themenspektrum des ersten Bandes des Schriftenprojektes vor. Der Band enthält die Texte "Der Anstieg der Bedeutungslosigkeit", "Demokratie als Verfahren und Demokratie als System", "Welche Demokratie?", "Wesen und Wert der Gleichheit", "Macht, Politik, Autonomie", "Die Bewegungen der sechziger Jahre", "Die Idee der Revolution".

VeranstalterInnen: Buchladen Rote Straße, Verein für das Studium und die Förderung der Autonomie (weitere Informationen finden sich auch unter www.autonomieentwurf.de)

 

b trifft das Tor:

Die literarische Viererkette

Ein Abend mit Fußball, Belletristik, Bier und Bratwurst

Freitag, den 7. Juli 2006 um 19.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Ja, klar: "Fever Pitch" von Nick Hornby. Wem fällt das nicht ein, wenn es um Fußballromane geht? Aber kann das alles sein? Natürlich nicht. Die literarische Viererkette der Initiative für engagierte Literatur klärt auf. Präsentiert belletristische Auseinandersetzungen mit dem runden Leder. Diskutiert, was gelesen sein will und was nicht. Liest vor, amüsiert sich und streitet. Dazu gibt's Bratwurst und Bier und die schönsten Sätze aus Sportler- und Sportreportermund. Denn wie hat schon der große Fußballphilosoph Toni Polster gesagt: "Es gibt Leute, die denken so, und es gibt Leute, die denken so. Das ist immer so, wenn viele Leute zusammenkommen."

Eine Veranstaltung der Initiative für engagierte Literatur b trifft
Eintritt 5 Euro / ermäßigt 3 Euro
Kartenvorverkauf: Roter Buchladen, Nikolaikirchhof 7, Göttingen

 

b trifft das Tor:

"Mein Hobby: Tore schießen"

Die Fußball-WM 1954 im Spiegel autobiographischer Texte - von und mit Mark Czichy

Mittwoch, den 7. Juni 2006 um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Mark Czichy nähert sich der Legendenbildung um den WM-Sieg aus einer anderen Perspektive. Im Mittelpunkt seines Vortrags stehen die Autobiographien der beteiligten Akteure. Wie wirken diese an der nationalen Legendenbildung mit bzw.entziehen sich ihr? Wie wird die eigene Vergangenheit in der Zeit des NS gemeinsam beschwiegen bzw. umgedeutet? Die Autobiographien vermitteln gleichzeitig ein lebendig Bild des damaligen bundesdeutschen Alltags.

Kontrastiert werden diese Texe mit Mitschnitten aus der Rundfunkreportage des Endspiels von 1954 und weiteren autobiographischen Texten von Fußballern aus den 60ern bis 80er Jahren, an denen sich jeweils aktuelle gesellschaftspolitische Prozesse und Themen sowie der Wandel des Profifußballs verfolgen lässt.

Eine Veranstaltung der Initiative für engagierte Literatur b trifft
Eintritt 7 Euro / ermäßigt 5 Euro
Kartenvorverkauf: Roter Buchladen, Nikolaikirchof 7

 

It's time to organize?!

Gewerkschaftliche Neuausrichtung und die politische Linke

Diskussionsveranstaltung mit Florian Wilde, ver.di-Organizer, Hamburg
Anschließend Film: Bread & Roses, über Organizing in den USA

Mittwoch, den 31. Mai 2006 um 19.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Seit Jahren verlieren Gewerkschaften an Mitgliedern und Einfluss. Für linke AktivistInnen scheine sie zudem jegliche Anziehungskraft verloren zu haben. Die potentiell wichtigste Gegenmacht zur neoliberalen Politik wird so immer mehr geschwächt. Eine Trendwende könnte in diesem Kontext ein in den USA entwickeltes Konzept ermöglichen: Das "Organizing".

Organizing beschreibt den Versuch, durch gezielte Kampagnen Gewerkschaften gerade in den Bereichen wieder aufzubauen, in denen sie kaum noch präsent sind.

Gerade in ausgesourcten, prekären Beschäftigungsverhältnissen wie z.B. bei Reinigungspersonal, bei denen sich die Gewerkschaften hierzulande besonders schwer tun, verzeichen einige US-Gewerkschaften dank des Organizing-Ansatzes beachtliche Mitgliederzuwächse und politische Erfolge.

VeranstalterInnen: Göttinger Betriebsexpress, ver.di Jugend Nds.-HB, Buchladen Rote Straße

 

Die Linke muss mehr als Sand im Getriebe werden ...
Hartz IV - Sozialer Angriff und Widerstand

Am 01.01.2005 ist trotz lautstarker Proteste Hartz IV in Kraft getreten. Es scheint sinnvoll, soweit möglich, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Wir wollen das punktuell unter zwei konkreten Blickwinkeln versuchen, die über die direkte Konfrontation im Alltag hinausgehen. Es ist davon auszugehen, dass die Agenda 2010 soziale, politische und ökonomische Lebensbedingungen sehr vieler Menschen verändert hat und dies weiter tun wird. Angeregt von den AutorInnen des Schwarzbuches Hartz IV (Hg.: Agenturschluss, Verlag Assoziation A) haben wir Anne Bernheim und Detlef Hartmann eingeladen, um mit ihnen die neuen Formen der Umstrukturierung (am Beispiel ‚der Ein-Euro-Jobs‘ einschließlich der Auswirkungen auf die Gesamtgesellschaft) sowie die Perspektiven des Widerstandes gegen diese neuen Formen der Verwertung zu diskutieren. Wir laden herzlich ein:

Wir werden hier kontrolliert arbeitslos gehalten ...
Ein-Euro-Jobs als Mittel zur Disziplinierung der gesamten Gesellschaft

Diskussionsveranstaltung mit Anne Bernheim

Mittwoch, den 26. April 2006 um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Obwohl Ein-Euro-Jobs auch heute bis weit über linke Kreise hinaus umstritten sind, haben sie sich zum Shooting-Star der Hartz-Reformen entwickelt: 270.000 Betroffene waren allein im ersten Halbjahr 2005 gezwungen, in solch einer Maßnahme zu arbeiten, die die Bezeichnung Job kaum verdient. Hier wird die Verknüpfung fremdbestimmten Arbeitens mit der Auszahlung von Lohn aufgehoben. Arbeit findet in dieser Form aber nicht nur ohne Entlohnung, sondern auch ohne jegliche soziale Absicherung, geschweige denn Unfallschutz, statt.

Dennoch fassen Analysen, die hier einzig den Trend zur verstärkten Gängelung von Erwerbslosen sehen wollen, nicht den gesamten Zusammenhang. Neben aller Disziplinierung zielt das Ein-Euro-Job-Programm auf den Umbau zum Workfare-Staat mit tiefgreifenden Konsequenzen für alle Arbeitsverhältnisse. Niedriglohnsektor und Prekarität gewinnen an Bedeutung, Reproduktionsarbeit wird neu bewertet und mit der Strategie der "Responsabilisierung" verabschiedet sich die sogenannte "bürgerliche Zivilgesellschaft" vom alten Mindestmaß an kollektiver Sozialstaatssolidarität und produziert neue Spaltungen oder den Ausschluss aus der Gesellschaft.

Abrichtung und Revolte

Diskussionsveranstaltung mit Detlef Hartmann

Mittwoch, den 24. Mai 2006 um 20.00 Uhr im Theaterkeller, Geismar Landstr. 19

Die aktuelle, gewaltsame Umstrukturierung des Kapitalismus zerschlägt bestehende Arbeitsabläufe, soziale Sicherungssysteme und politische Vermittlungsinstanzen. Die neue Qualität besteht aus einer Erweiterung des Zugriffs auf den Menschen: Wissen und Affektivität werden für den Produktionsprozess umfassend verwertbar gemacht (also der gesamte Mensch mit allen seinen Fähigkeiten, nicht nur mit seiner Arbeitskraft). Der rebellische Eigensinn soll in eine Verpflichtung zur selbstinitiierten Unterordnung umgeformt werden. Zugleich stellt dieser Anspruch auf bisher umfassendste Verwertung des Menschen die Existenzberechtigung der Einzelnen bei mangelnder Bereitschaft zur Unterwerfung in Frage. So entstehen neue Konfrontationen zwischen kapitalistischen Verwertungsansprüchen und dem Anspruch auf ein menschenwürdiges Leben. Die Riots in Frankreich, der Zug der MigrantInnen in die reichen Länder des Nordens und auch der Kampf bei Gate Gourmet sind Beispiele dafür.

Gegen die kapitalistischen Angriffe und den ‚radikalen‘ Neoreformismus bei Attack, der Linkspartei und selbst innerhalb linksradikaler Kreise muss die Linke lokal und global ein Projekt begründen, in dem emanzipatorische Kämpfe und ein Leben außerhalb des kapitalistischen Verwertungsanspruchs im Mittelpunkt stehen. Und nicht zuletzt brauchen wir eine Strategie, die die Mobilisierung gegen das G-8-Treffen in Heiligenhafen 2007 aus der Umklammerung eines "eine-Welt-ist-möglich-Reformismus" lösen und die Sprengkraft der Manifestation einer weltweiten "one big union" entwickeln kann.

VeranstalterInnen: Soziales Zentrum Göttingen, Geschichtswerkstatt, Infoladen, Theaterkeller, Buchladen Rote Straße

Soziale Kämpfe in Bolivien

Veranstaltung mit Dia-Vortrag und Diskussion

Montag, den 10. April 2006 um 20.00 Uhr im Theaterkeller, Geismar Landstr. 19

Bolivien stellt sich zur Zeit als Alternative zum Neoliberalismus dar. Seit 2000 verschwindet dieses Land nicht mehr aus den Schlagzeilen. Die erfolgreichen Aufstände der überwiegend indigenen Bevölkerung gegen die Privatisierung des Wassers, den Ausverkauf des Erdgases und den damit verbundenen Stürzen von zwei Präsidenten in nur knapp zwei Jahren haben unser Interesse für diesen Andenstaat geweckt. Die indigene Mehrheit des Landes ist nun auch im Parlament stark vertreten und stellt seit Januar 2006 den Präsidenten. Wie es dazu kam und welche Perspektiven entwickelt werden (können), soll in dieser Veranstaltung dargestellt und diskutiert werden. Die Referentinnen aus Berlin haben sich längere Zeit in Bolivien aufgehalten und werden uns über die soziale Kampfsituation in diesem Land informieren. Es wird herausgearbeitet wie sich die sozialen Kämpfe der Bauern, ArbeiterInnen und deren Basisorganisationen entwickelt haben. Es wird die Autonomie der Kämpfe betrachtet aber auch deren Verschränkung mit den Partei- und Gewerkschaftsorganisationen.

VeranstalterInnen: AK-Internationalismus, Mittelamerika Komitee, Basisdemokratisches Bündnis, Soziales Zentrum Göttingen

 

Schlusskonferenz

Lesung mit dem 11 Freunde-Chefredakteur Philipp Köster

Mittwoch, den 22. März 2006 um 20.00 Uhr im Kino Lumiere, Geismar Landstraße 19

Anpfiff! b trifft das Tor zum 1:0 mit der Lesung von Philipp Köster, dem Chefredakteur der Zeitschrift 11 Freunde. 11 Freunde liefert keine gesichtslosen Statistiken und Spielberichte, sondern hintergründige Reportagen, hartnäckige Interviews und meinungsfreudige Kommentare. Hier blickt man aus der Kurve aufs Spielfeld und bezieht dabei Position. Die Redaktion mit Sitz in Berlin versammelt Fußballfans aus der ganzen Republik. Ob Fans von Arminia Bielefeld, Fortuna Düsseldorf, Bayern München oder Göttingen 05 - der Verein ist egal, auf die Leidenschaft kommt es an. Philipp Köster wird die schönsten Texte aus dem Magazin und Klassiker aus dem weiten Feld der Fussball-Literatur lesen. Unter anderem mit dabei: die Clique um Günter Hetzer und seine trinkfesten Kollegen Delle, Waldi und Trollinger. Außerdem: Kurzfilme und das gefürchtete 11 Freunde-Quiz, bei dem selbst vereidigte Statistiker Blut und Wasser schwitzen.

Special Guest aus Göttingen ist an diesem Abend Oliver Sauer, Göttingen 05-Fan und Mitherausgeber des Fanzine "Der schlafende Riese".

Ein Abend, der "vom Feeling her ein gutes Gefühl" (Andy Möller) verspricht.

Eine Veranstaltung der Initiative für engagierte Literatur b trifft
Eintritt 7 Euro / ermäßigt 5 Euro
Kartenvorverkauf: Roter Buchladen, Nikolaikirchof 7

 

Krieg ist der Mord auf Kommando

Bürgerliche und anarchistische Friedenskonzepte:

Bertha von Suttner und Pierre Ramus

Dienstag, den 24. Januar 2006 um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Das Buch ist im Verlag Graswurzelrevolution erschienen. Der Verlag Graswurzelrevolution gibt die seit 1972 erscheinende gleichnamige Monatszeitung heraus. Sie steht für eine gewaltfreie, herrschaftslose Gesellschaft. Der Verlag publiziert darüber hinaus Bücher zu gewaltfreien Aktionen, sozialen Bewegungen und Theorien sozialer Emanzipation.

Über das Buch:

Politik, die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln, kommt auf ihre alten Rechtfertigungen zurück: Kriege sind unvermeidlich, gegen Krieg nützt nur die Drohung mit Militär, es gibt »gerechte« Kriege. Ist eine Programmatik, die Krieg durch die Beseitigung von Kriegsursachen ganz verhindern will, nicht hoffnungslos utopisch? Die prinzipielle Kritik des Krieges braucht die Erinnerung an pazifistische und antimilitaristische Traditionen, die aufs Ganze gingen. Deren Stärken, aber auch Grenzen neu zu diskutieren, ist aktuell notwendig, damit gegen den Mord auf Kommando mobil gemacht wird. Die von Beatrix Müller-Kampel herausgegebene und eingeleitete Sammlung historischer Texte zeigt zwei Traditionen im Kampf gegen den Krieg: die pazifistische, die darauf setzte, daß durch zunehmende Rationalität auch die zwischenstaatlichen Beziehungen zivilisiert würden. Dagegen stand die anarchistische Konzeption, die im Staat die entscheidende Kriegsursache erkannte und zur Verweigerung und schließlich zur Revolution gegen den Krieg aufrief, damit eine freie Gesellschaft mit allen Wurzeln der Gewalt breche. Beide Ansätze wirken bis heute fort.

Die Person Bertha von Suttners läßt erkennen, daß die pazifistische Position ihre Stärke oft aus vehementer Ablehnung der tatsächlich barbarischen Praxis des Krieges bezog. Sie denunzierte Krieg als Mord. Romain Rolland, Stefan Zweig und Erich Mühsam versuchen, Stärken und Grenzen des Pazifismus der Friedensgesellschaften zu benennen.

Die anarchistischen Positionen werden durch Kropotkin, Tolstoi und Pierre Ramus deutlich, die im Patriotismus/Nationalismus als der Religion des modernen Staates eine entscheidende Kriegsursache sehen und zur großen Verweigerung aufrufen: Kriegsdienstverweigerung bis zum Generalstreik.

Veranstalter: Bildungswerk Hessen der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Buchladen Rote Straße, Verlag Rainer Pinkau und Verlag Graswurzelrevolution

 

Veranstaltungen - Archiv 2005

Colin Goldner:

Der Fall des Gotteskönigs - Der Dalai Lama und die rechte Esoterik-Szene

Freitag, den 21. Oktober 2005 um 20.00 Uhr im Theaterkeller, Geismarlandstr. 19

Wird am Mo., den 24. 10. um 12.00 Uhr als Mitschnitt im StadtRadio auf 107,1 MHz ausgestrahlt.

Ende der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts entsandten die Nazis eine von Heinrich Himmler höchstpersönlich protegierte Expedition nach Tibet, um - man wähnte eine "okkulte Achse Berlin-Lhasa" - dort nach Überresten der nordisch-germanischen Wurzelrasse der Arier zu suchen, die sich nach dem Untergang von Atlantis dorthin zurückgezogen hätten. Die Expedition nahm dabei auch Kontakt zu der Führungsclique um den heute noch (im Exil) amtierenden 14. Dalai Lama (Tenzin Gyatso) auf. Dieser weigert sich bis heute, Auskunft zu den seinerzeitigen Unterredungen zu geben. Seit seiner Exilierung pflegt der Dalai Lama regen Kontakt zu alten und neuen Nazis: den letzten Überlebenden der SS-Expedition etwa, den 1998 verstorbenen SS-Hauptsturmführer Bruno Beger, der 1971 als NS-Kriegsverbrecher ("Rassenspezialist von Auschwitz") verurteilt worden war, traf er noch in den 1980er und 1990er Jahren zu persönlichen Gesprächen. Bekannt sind auch die freundschaftlichen Bande des Dalai Lama zu Heinrich Harrer, der sich bis heute nicht glaubwürdig von seiner Nazi-Vergangenheit - er war bereits 1933 in die SA und wenig später in die SS eingetreten - distanziert hat.

Auch in Theosophenkreisen ist der Dalai Lama regelmäßig zugange. Als Schirmherr der sogenannten Berliner "Friedensuniversität", einem im Sommer 1995 veranstalteten Szenespektakel, hatte er keinerlei Scheu, mit Obskuranten selbst des äußersten rechten Randes gemeinsame Sache zu machen. Im Beirat der Pseudouniversität: George Trevelyan, geistiger Vater der theosophisch-okkulten Findhorn-Kommune in Schottland, der in seinem "Unternehmen Erlösung" den nuklearen Holocaust herbeisehnt; unter den Referenten: SS-Todeskultverehrer Rainer Langhans oder Paulos Mar Gregorius, alias Paul Vergehse, Vertrauensmann der rechtsradikalen Mun-Sekte.

Die allgemeine Begeisterung hierzulande für den Dalai Lama zeigt, wie anfällig weite Teile des Bürgertums ganz offenbar sind für autoritäre Führerfiguren samt ihren Botschaften, vor allem dann, wenn diese drapiert in religiöse oder esoterische Heilsversprechen daherkommen. Tatsache ist freilich: Wer gegen den Dalai Lama und das lamaistische Ausbeuterregime in Tibet ist, muss nicht notwendigerweise für die chinesische Militärdiktatur sein.)

Colin Goldner ist Klinischer Psychologe, Wissenschaftsautor und Vorsitzender des Münchner "Forum für kritische Psychologie", eine Informations- und Beratungsstelle für Therapie- und Psychokultgeschädigte. Goldner hat in den achtziger Jahren Tibet, Indien und China bereist, war Entwicklungs- und Sozialhelfer in Nepal und stellte Recherchen in der Autonomen Republik Tibet sowie am Exilregierungssitz des Dalai-Lama an.

Veranstalter: Buchladen Rote Straße, Feuchtbiotop, Gruppe Gegenstrom, Theaterkeller

Mit freundlicher Unterstützung des Rosa-Luxemburg-Bildungswerks Niedersachsen.

 

 

Veranstaltungreihe "Irrationalismus"

Donnerstag, den 26. Mai 2005, 19.30 Uhr
Claudia Barth: "Esoterik und Leitkultur". Eine Einführung.
Lumière, Geismarlandstr. 19.

Dienstag, den 7. Juni 2005, 19.30 Uhr
Andreas Speit: "Esoterik - zwischen Faschismus und neuer Gesellschaft".
Theaterkeller, Geismarlandstr.19.

Mittwoch, den 22.Juni 2005, 19.30 Uhr
Peter Bierl: "Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister: Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik."
Theaterkeller, Geismarlandstr. 19.

Die folgende Veranstaltung muss leider wegen Krankheit des Referenten ausfallen, wird aber nachgeholt. Der Termin ist aber noch unbekannt.
Donnerstag, den 7. Juli 2005, 19.30 Uhr

Colin Goldner: "Der Fall des Gotteskönigs - Der Dalai Lama und die rechte Esoterik-Szene".
Lumière, Geismarlandstr. 19.

Die Veranstaltungsreihe Irrationalismus wird im Stadtradio (FM/UKW 107,1) an folgenden Tagen übertragen:
Barth: 2. Juni 12.00 Uhr (Diese Sendung fällt aus technischen Gründen leider aus.)
Speit: 16. Juni 12.00 Uhr
Bierl: 30. Juni 12.00 Uhr
Goldner: 14. Juli 12.00 Uhr
Aber besser ist es natürlich zu den Veranstaltungen zu gehen, live und in Farbe.

 

 

Veranstaltungreihe "Alltag zwischen Widerstand und Anpassung"

Freitag, den 3. Juni 2005, 22.00 Uhr
Auftaktparty: "Der Kongress tanzt".
Theaterkeller, Geismarlandstr. 19.

Samstag, den 4. Juni 2005, 20.00 Uhr
Veranstaltung: "Rock'n'Resistance".
JuZI, Bürgerstr. 41.

Sonntag, den 12. Juni 2005, 20.00 Uhr
Film und Vortrag: "Der Mann mit der Kamera".
Theaterkeller, Geismarlandstr. 19.

Freitag, den 17. Juni 2005, 20.00 Uhr
Veranstaltung: "Plattenspieler". Anschließend: Authentische Gespräche in volkstümlicher Reproduktion. Plattenauflegen mit den DJs Klaus Walter und Thomas Meinecke.
Theaterkeller, Geismarlandstr. 19.

Sonntag, den 19. Juni 2005, 20.00 Uhr
Film: "40 Jahre Theaterkeller".
Theaterkeller, Geismarlandstr. 19.

Freitag, den 24. Juni 2005, 19.00 Uhr
Veranstaltung: "Der Rote Buchladen: Von der Raubkopie zum Frühstücksbrettchen".
Theaterkeller, Geismarlandstr. 19.

Sonntag, den 26. Juni 2005, 20.00 Uhr
Film und Vortrag: "Return of the tüdelband. Die Gebrüder Wolf Story".
Theaterkeller, Geismarlandstr. 19.

Montag, den 27. Juni 2005, 19.30 Uhr
Veranstaltung: "Die Konstruktion der RAF in den Medien".
Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7.

Donnerstag, den 30. Juni 2005, 20.00 Uhr
Veranstaltung: "Brot und Rosen – und noch viel mehr".
Theaterkeller, Geismarlandstr. 19.

Freitag, den 1. Juli 2005, 20.00 Uhr
Veranstaltung: "Talking bout mia generation".
JuZI, Bürgerstr. 41.

Freitag, den 8. Juli & Samstag, den 9. Juli
Veranstaltung: "Widerstand & Alltag & unzivilisierte Beatmaschinen: der Stand der Dinge".
JuZI, Bürgerstr. 41.

 

Aufstand in Treblinka

Samuel Willenberg erzählt aus seinem Leben als Widerstandskämpfer und Künstler

b trifft Widerstand am Montag, 23. Mai 2005, 20.00 Uhr, Gemeindehaus der Reformierten Gemeinde, Untere Karspüle 11

Bewaffnet mit gestohlenen Pistolen und Granaten griffen vor über 60 Jahren jüdische Häftlinge die SS inm Vernichtungslager Treblinka an. Sie setzten die Baracken in Brand und flohen in die Wälder. Einer von ihnen war Samuel Willenberg. Er schloss sich Partisanen an und kämpfte im Warschauer Aufstand erneut ggegen die Deutschen. Heute lebt der 82-Jährige als Künstler in Israel. Seine Erlebnisse während des Holocaust spiegeln sich in seinen Skulpturen wider.

Eine Veranstaltung der Initiative für engagierte Literatur b trifft
Eintritt 7 Euro / ermäßigt 5 Euro
Kartenvorverkauf: Roter Buchladen, Nikolaikirchof 7

 

Lesung (und Diskussion) mit Georges Petit

Mit deutscher Übersetzung

Dienstag, den 12.4.2005 um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Georges Petit wurde 1944 ins KZ Buchenwald deportiert und mußte in dessen Außenstelle Langenstein-Zwieberge Zwangsarbeit leisten. Es gelang ihm zu fliehen und zu überleben. Erst 50 Jahre später reist er in die Vergangenheit.

Er berichtet in seinem Buch "Rückkehr nach Langenstein" (erschienen in der Edition Memoria 2004, 228 Seiten, 19,50 Euro) über seine Erfahrungen, die täglich erlittene nmenschlichkeit, das Scheitern und auch den Widerstand der Zwangsarbeiter. Es ist dies die subjektive und kritische Schilderung eines Überlebenden, der heute noch nach ihrer Interpretation sucht. "Es geht ihm darum, die seelische Situation, in der er und andere sich befunden hatten, darzustellen und uns, der Nachwelt, mitzuteilen, als eine der Facetten der condition humaine" (aus einer Besprechung des Buches in der FAZ).

Georges Petit, der später Mitglied der bekannten französischen politischen Gruppe "Socialisme ou Barbarie" war, liest aus seinem Buch und steht anschließend zur Diskussion zur Verfügung.

Veranstalter: Buchladen Rote Straße

 

Sozialer Angriff und neue Knäste

Mittwoch, den 23. März um 20 Uhr im Theaterkeller, Geismarlandstr. 19

Eine Veranstaltung mit Stefan Wisniewski, der selbst über zwanzig Jahre in den Knästen der BRD saß, auch heute über Kontakte in die Knäste verfügt und die Veränderungen im Knastwesen verfolgt. Als Special folgt ein kurzer Beitrag zu Rosdorf.

Parallel zum Abbau der sozialen Sicherungssysteme wird seit Mitte der 90er Jahre trotz sinkender Kriminalitätsrate das Gefängniswesen massiv ausgebaut, dabei besteht ein enger Zusammenhang zwischen verschlechterten Verhältnissen auf dem Arbeitsmarkt und ansteigenden Inhaftierungen. So stieg innerhalb der letzten zehn Jahre die Inhaftierungsrate in der BRD um 50%. Besonders für durch den sozialen Angriff Entrechtete und Prekarisierte stehen dabei die Pforten der Knäste offen.

Im Zuge der Ausweitung des Knastwesens werden derzeit mit Teilprivatisierung, Arbeitszwang und Einsatz neuer Überwachungstechnologien verschiedene Modelle zur effizienteren Masseninhaftierung bei gleichzeitiger Kostensenkung erprobt. Damit wird die Knastindustrie zu einer Wachstumsbranche, die nach ökonomischen Kriterien durchrationalisiert wird. Als Vorbild dient die USA, wo diese Entwicklung mit Vollprivatisierung bereits in den 80er Jahren eingesetzt hat. Dort ist die Knastindustrie mittlerweile der drittgrößte Arbeitgeber. Um sich einen Eindruck der Entwicklung zu verschaffen, reicht bereits ein Blick nach Rosdorf, wo derzeit die neue JVA mit 318 Haftplätzen gebaut wird. Schon der Bau dieses ‚Billigknastes‘ hat wegen Dumpinglöhnen für Illegalisierte und Lohnprellerie für Schlagzeilen gesorgt.

War Anfang der 70er Jahre noch „für eine Gesellschaft ohne Knäste“ die Leitidee der radikalen Linken, so gingen die Forderungen mit der Zeit über „Freiheit für die politischen und sozialen Gefangenen“ hin zu „Freiheit für die politischen Gefangenen“ immer weiter zurück. Wir wollen mit dieser Veranstaltung einen Beitrag zur Repolitisierung der Themen Knast und Kriminalität leisten.

Veranstalter: AntiRassismus Plenum, Soziales Zentrum, Roter Buchladen

 

Volker Dehs: Jules Verne. Eine kritische Biographie

Lesung und Buchvorstellung mit dem Autor

Montag, den 21. Februar 2005 um 20.00 Uhr, Junges Theater

"Ich reise niemals nach Paris, lebe tief in meiner Provinz und bin der unbekannteste aller Menschen." Das behauptet 1895, zehn Jahre vor seinem Tod, ein Schriftsteller, der seit Über dreißig Jahren regelmäßig Bücher veröffentlicht, die ihn zum erfolgreichen Begründer des "wissenschaftlichen Romans" gemacht haben und die, seit Jahrzehnten in ein Dutzend Sprachen Übersetzt, mit ihren Figuren und Themen schon zu Lebzeiten zu Mythen der Moderne wurden: Jules Verne.

So populär und berühmt seine Werke, die über 60 Bände seiner Voyages Extraordinaires, auch sein mögen, so unscheinbar ist der Mensch - doch wer war Jules Verne tatsächlich? Auch wenn die Wirklichkeit weniger spektakulär ist als die fantastischen literarischen Welten, weniger aufregend ist sie deshalb nicht. Denn ungeahnt und vielfältig sind die Berührungspunkte, die der Göttinger Literaturwisenschaftler Volker Dehs mit sicherem Urteil und einer ganz außergewöhnlichen Kennerschaft aufgespürt hat. Zum 100. Todestag von Jules Verne hat der wohl renommierteste Jules-Verne-Kenner Deutschlands eine kritische Biographie mit vielen unveröffentlichten und bisher wenig bekannten Quellen verfasst. Rechtzeitig zum Erscheinungstermin stellt Dehs das Buch am Montag, d. 21. Februar im Jungen Theater vor.

Volker Dehs geboren 1964 in Bremen, Studium der Romanistik, Germanistik und Kunstgeschichte in Göttingen und Nantes. Vorstandsmitglied der Pariser Société Jules Verne und des Centre International Jules Verne (Amiens). Veröffentlichungen als Autor, Illustrator und Theaterkritiker, u.a. "Jules Verne" rororo Bildmonographie, 3. Auflage 2000.

Dehs lebt als Literaturwissenschaftler und freier Publizist in Göttingen. 1992 erhielt er den Preis der Universität Göttingen.

Unterstützt vom Buchladen Rote Straße

Veranstaltungen - Archiv 2004

Wir leben trotzdem

Lesung mit Esther Bejerano und Birgit Gärtner

Mittwoch, den 17.11.2004 um 19.30 Uhr im APEX, Burgstrasse

Birgit Gärtner schildert in dem Buch Esther Bejeranos Überleben in Auschwitz und Ravensbrück, ihre Zeit in Israel und ihr Engagement in der BRD gegen Neonnazismus und das Vergessen. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe ‚Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus‘.

Veranstalter: VVN, Buchladen Rote Straße

 

Franck Pavloff:

Brauner Morgen/Matin Brun

Lesung mit dem Autor auf Französisch und Deutsch

Dienstag, den 9.11.2004 um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Eine Parabel über das Heraufkommen eines ‚braunen‘ Staates. Ein Wehret-den-Anfängen-Buch ... . 2002 wurde es durch Mund-zu-Mund-Propaganda der Leser zum Bestseller in Frankreich gemacht.

Veranstalter: Buchlade Rote Straße, Deutsch-Französische Gesellschaft

 

Tatort, Tod und Taschenbücher

Samstag, den 06.11.2004 um 20.00 Uhr im Carré-Foyer, Nähe Weender Tor

Talk mit Brigitte Frizzoni (Literaturwissenschaftlerin aus Zürich) und Joe Bausch-Hölterhoff (Arzt, Schauspieler und Pathologe beim Kölner Tatort) über Wissenswertes zu Krimis, Plots und Todesarten.

Veranstalter: b-trifft, Buchladen Rote Straße

 

Joachim Tornau:

Gegenrevolution von unten

Lesung mit dem Autor

Mittwoch, den 03.11.2004 um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Bürgerliche Sammlung gegen Novemberrevolution und Republik - in Göttingen und anderswo. Vortrag und Buchvorstellung mit dem Autor.

Veranstalter: Buchladen Rote Straße, Geschichtswerkstatt

 

Dominique Manotti:

Hartes Pflaster

Lesung mit der Autorin

Freitag, den 29.10.2004 um 19.30 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Der Krimi spielt zu der Zeit im Pariser Drogen- und Prostituiertenmilieu, als sich türkische Sans-Papiers organisieren, und liefert ein packendes Stimmungsbild der sozialen und politischen Verhältnisse der Mitterand-Zeit. Zweisprachig: französisch und deutsch.

Veranstalter: Deutsch-Französische Gesellschaft, Buchladen Rote Straße

 

Deutsches Kapital am Kap - Kollaboration mit dem Apartheidregime

Donnerstag, den 28.10.2004 um 19.30 Uhr im Theaterkeller, Geismarlandstr. 19

Südafrika ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass Konzerne sich nicht durch Menschenrechte einschränken lassen wollen. Eine Diskussion mit der Buchautorin Birgit Morgenrath.

Veranstalter: EPIZ, Stiftung und Umwelt

 

Nationale Grenzen in Europa

Buchvorstellung

Am Montag, den 25.10.04 um 19.30 Uhr stellen die beiden Herausgeber - Christian Banse und Holk Stobbe - das Buch "Nationale Grenzen in Europa" vor, im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

An den nationalen Grenzen ist ein merkwürdiger Sachverhalt zu beobachten: einerseits werden die Grenzen durchlässiger für Waren, Menschen und Informationen, andererseits entwickeln sich parallel dazu ständig neue territoriale Grenzen. Im Vordergrund der Buchvorstellung steht die Frage, wie sich die Funktion und die Wahrnehmung der nationalen Grenze in Europa politisch, ökonomisch und sozial verändert hat.

Die Herausgeber des Buches, die das Buch auch vorstellen werden, vertreten die These, daß die Grenzpolitik der EU sich zwar sehr verändert hat, diese Veränderung aber nur zu einer Verschiebung von Grenzen geführt hat. Diese Widersprüche werden an drei Grenzen - Dänemark, Frankreich, Polen - deutlich gemacht.

Solche Grenzen in der EU und um die EU herum kosten jährlich hunderte von Menschen das Leben, weitaus mehr überschreiten sie illegal oder werden über sie hinweg abgeschoben. Die symbolische Funktion der Grenzen richtet sich allerdings weniger nach außen, sondern nach innen; sie dient der Herstellung der Illusion einer souveränen Ordnung des umgrenzten Staatsgebiets.

Veranstaltet von: Buchladen Rote Straße, den Herausgebern und Decoder e.V.

 

Spitzel: eine kleine Sozialgeschichte

Lesung und Buchvorstellung

Sonntag 3.10.2004 um 20.00 Uhr im Theaterkeller, Geismarlandstr. 19

Veranstaltet von: Buchladen Rote Straße, Theaterkeller, Decoder e.V.

 

Bastard. Die Geschichte der Journalistin Lee

Lesung mit Raul Zelik aus seinem gleichnamigen Buch

Dienstag den 29.06.2004 um 20.00 Uhr im Theaterkeller, Geismarlandstr. 19

Die 27-jährige Carla Lee, in Deutschland aufgewachsene Tochter eines koreanischen Gewerkschaftsführers, reist in das Land ihres Vaters, umd dort als Freelancer zu arbeiten. Dort dort fühlt sie sich fremd. Auch ihre journalistische Arbeit – sie recherchiert über den Einsturz eines Kaufhauses – verliert allmählich für sie den Sinn ...

 

Salsa Kubana – Tanz der GeschlechterEmanzipation und Alltag auf Kuba

Wie ergeht es heute Frauen, Männern, Lesben und Schwulen auf Kuba?

Buchvorstellung, Lesung und Diskussion mit der Herausgeberin Miriam Lang

Dienstag den 01.06.2004 um 20.00 Uhr im Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Kuba ist das Objekt zahlreicher Projektionen. Allerdings wissen wir gerade seit dem Zusammenbruch des Staatssozialismus oft wenig vom Alltag, vom Wandel der Lebensbedingungen und von den Geschlechterverhältnissen dieses Landes. Seit 1959 betreibt Kuba eine Politik, die nach sozialistischem Modell die Geschlechter gleichstellen soll. So genießen Kubanerinnen seit Jahrzehnten eine Reihe gesetzlicher Garantien. Über 40 Prozent von ihnen sind erwerbstätig; ihr Bildungsstand ist im kontinentalen Vergleich extrem hoch. Was bedeuten Politik und Gesetze für Frauen und Männer im Alltag? Beeinflusst der Sextourismus ihre Beziehungen? Wie gewalttätig sind kubanische Männer, wie wehren sich die Frauen? Wie leben schwarze Frauen 45 Jahre nach dem offiziellen Verbot rassistischer Diskriminierung? Wie geht es Lesben und Schwulen?

Diese Fragen werden in dem von Miriam Lang herausgegebenen Buch angesprochen. Zu Wort kommen Menschen, die zu den Themen Geschlechterverhältnisse, Familie, Homosexualität und zur Situation von AfrokubanerInnen arbeiten und sich in diesen Bereichen engagieren.

Das Buch und die Lesung laden also zu einer weniger klischeehaften Sicht auf Kuba und den dortigen Geschlechterverhätnissen ein.

 

Der Buchladen liest Lieblingstexte

Donnerstag, den 13.05.2004 um 20.00 Uhr im Theaterkeller, Geismarldstr. 19

Schräges, Besonderes, Eigentümliches und Witziges ...
Lasst Euch überraschen.

 

Thekencontest

Donnerstag den 06.05.2004, 20.00 bis 24.00 Uhr im Theaterkeller, Geismarlandstr. 19

Das Buchladenkollektiv schenkt nicht nur Getränke aus.
Kommt, seht und staunt: Wir können auch Flüssiges anpreisen, empfehlen und geniessen.

 

Hannes Heer:

Vom Verschwinden der Täter -
Der Vernichtungskrieg fand statt, aber keiner war dabei

Mit anschließender Diskussion

Mittwoch den 05.05.2004 um 20.00 Uhr im Lumiere, Geismarlandstr. 19

Hannes Heer publizierte schon einiges über den Nationalsozialismus und Formen gesellschaftlicher Erinnerung. Er arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Hamburger Instituts für Sozialforschung, und in diesem Rahmen war er 1995 - 1999 Leiter der ersten Ausstellung ‚Vernichtungskrieg - Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944'. Diese sollte die Legende von einer „sauberen“ Wehrmacht darstellen und erneut belegen, dass die Wehrmacht an allen Verbrechen des NS-Systems beteiligt war: an der Vernichtung der Juden, am Massenmord an Kriegsgefangenen und am Terror gegen die Zivilbevölkerung.

Die Ausstellung setzte sich neben erhaltenen Wehrmachtsakten und Ausschnitten aus Feldpostbriefen vor allem aus privaten Fotos zusammen, die ihren Weg von den Kriegsgefangenen in osteuropäische Archive fanden. Das Zeigen dieser Bilder und die Zuordnung der dargestellten Greueltaten zu regulären Wehrmachtseinheiten individualisierte wirkungsvoll das historische Geschehen und emotionalisierte die Debatte um die Ausstellung. Die Beteiligung regulärer Truppen am Vernichtungskrieg - nicht nur die von Eliteeinheiten - konnte durch die Ausstellung belegt werden, auch wenn der Umkehrschluss der Ausstellungsmacher, jeder Wehrmachtssoldat sei qua Kollektiv ein Täter, überzogen bis unnötig scheint. Es fanden Protestaktionen gegen die Ausstellung statt, die selbst von manchen fortschrittlichen Kreisen getragen wurden. Angeblich war der Erkenntnisschock in der Bevölkerung groß. Erstaunlich, da die Militärhistoriker alles schon offen gelegt hatten und bei Interesse an historischen Realitäten viele sich in der eigenen Familiengeschichte hätten informieren können. Nach vier Jahren waren Angriffe und Diffamierungen erfolgreich: Bei 1433 gezeigten Fotos wurden vom polnischen Historiker Bogdan Musial "weniger als zwanzig" falsche Bildunterschriften nachgewiesen. Diese waren, nach Hannes Heer, nur der Anlass und nicht die Ursache, die erste Ausstellung zu schließen und eine neue, entschärfte Version zu erarbeiten.

In seinem Buch verteidigt Hannes Heer, oft polemisch, die Konzeption der ersten Ausstellung, er kritisiert das neue Konzept der Ausstellung ausführlich und zeigt die Kontinuitäten bei der Umdeutung der Vergangenheit auf. Er beginnt bei den Nachkriegserinnerungen von deutschen Soldaten im zweiten Weltkrieg, berichtet dann von der Zensur bei den Kriegsromanen Bölls und Remarques und beschreibt und bewertet den aktuellen Diskurs: Die Opfer dürfen wieder Täter genannt werden, und Jörg Friedrich bescheinigt den Deutschen, im Bombenkrieg das gleiche Schicksal wie die Juden erlitten zu haben.

Veranstalter: DGB, Buchladen Rote Straße

 

Multi-Media-Lesung

Schritt für Schritt ins Paradies

Lesung, Filme und Musik mit Otmar Hitzelberger

Mittwoch den 28.04.2004 um 20.00 Uhr im Lumiére, Geismarldstr. 19

Eigentlich sollte es ein Film werden, doch Otmar Hitzelbergers Drehbuch über die rebellischen 70er Jahre in Frankfurt wollte keiner haben, also schrieb er seinen ersten Roman. Sein autobiographischer Rückblick auf die 70er Jahre zeigt, daß dieses Jahrzehnt mehr zu bieten hatte als Parties und Abba. Er muß es wissen, er war mitten drin im Geschehen: Der Frankfurter gehörte einer Gruppe politisch engagierter Autoschlosser- und Elektrikerlehrlinge an, die im Häuserkampf mitmischte, ein eigenes Jugendzentrum aufbaute, in eigener Regie Theater machte, für den Nulltarif im öffentlichen Nahverkehr stritt und das WG-Dasein als alternative Lebensform ausprobierte.

Hitzelberger erzählt das alles ganz direkt und schnörkellos, ohne die überlegene Attitüde des etablierten Familienvaters, und er macht dabei klar, daß seine Rebellion damals nicht langem Überlegen und der Lektüre marxistisch-leninistischer Klassiker entsprang, sondern einer elementaren Lust an der Aufmüpfigkeit und am Anderssein. Wenn er schildert, wie er der Bundeswehr ein Schnippchen geschlagen oder die Kartenautomaten in Frankfurt mit einem kleinen Trick um ein paar Tausend Mark erleichtert hat, haben seine Erinnerungen etwas von einem Schelmenroman.

In seiner Multimedia-Lesung mit bewegten Bildern und Musik zeigt Otmar Hitzelberger den filmischen Charakter seines autobiografischen Romans. Er vermittelt dem Publikum mit den Bewegungs-Hits der 70er Jahre und mit authentischem Bildmaterial das oft nur mit der Studentenrevolte in Zusammenhang gebrachte Lebensgefühl der 70er Jahre im proletarische Milieu der Frankfurter Lehrlingswerkstätten.

Was Hitzelberger mit der Drehbuchfassung nicht schaffte, ist ihm mit dem Roman spielend gelungen: Er hat die Filmrechte an Detlev Bucks Produktionsfirma BOJE/BUCK verkauft.

Veranstalter: Lumiére, Büchergilde Gutenberg, Buchladen Rote Straße